Fußball

Nicht nur für Foda, sondern auch für Fink ein Endspiel?

0:1 in Altach, ein Kontertor nach Ballverlust von Kapitän Raphael Holzhauser kassiert, nur noch Platz sieben, nur vor Mattersburg, Wolfsberg und St. Pölten. Da musste sich Austrias Trainer Thorsten Fink sowohl beim ORF als auch bei „sky“ die Frage gefallen lassen, wie sicher er sich nach nur einem Sieg in neun Spielen noch im Amt fühle. Er ließ das gelassen über sich ergehen, stellte nur fest, wenn man einmal etwas sage und danach nicht gewinne, dann sei das eben problematisch. Da dachte er wohl an seine Kritik an der violetten Personalpolitik, auf die das Ausscheiden aus der Europa League gegen AEK Athen und die Niederlage in Altach bei  schweren Bedingungen, bei Regen und fast Orkan folgten: „Wir hatten genug Möglichkeiten, Tore zu schießen, nützten die aber nicht. Das ist unser Problem“, behauptete Fink.

Und so rief man im Wiener „Sky“-Studio das letzte Bundesligaspiel dieses Jahres am kommenden Sonntag im Happel-Stadion sozusagen zum doppelten Endspiel aus. Für Sturm-Trainer Franco Foda  ist es das sicher, da sein Abschied wegen des neuen Engagements als Teamchef seit Oktober feststeht. Foda  kann sich vielleicht sogar als Winterkönig verabschieden, da Sturm nach dem 0:0 von Meister Red Bull Salzburg in Wolfsberg wieder Tabellenführer ist, zwei Punkte Vorsprung hat. Ganz egal, ob den Sturm mit dem dritten Sieg über Austria im dritten Saisonduell halten kann oder nicht, der Satz von Foda nach dem letzten Heimspiel seiner Ära am Samstag gilt auf jeden Fall: „2011 verließ ich Sturm durch die Hintertür, diesmal gehe ich durch die Vordertür.“ Aber er weiß, dass es für ihn Sonntag im Prateroval emotionell noch etwas schwer wird als beim letzten Heimspiel.

Salzburg-Trainer Marco Rose konnte mit dem Punkt in Wolfsberg gut leben, blieb gelassen: „Es war unser 34. Saisonspiel. Wir hatten gute Sequenzen, aber Wolfsberg machte es  ganz ordentlich. Es kann nicht immer  reibungslos  laufen.“ Weil bei einigen der Akku schon ziemlich leer war, gab es fünf Umstellungen gegenüber dem 0:0 in Marseille. Unter anderem fehlten Paolo Miranda, Duje Caleta Car und  Valon Berisha. Von fehlender Kraft sprach auch Fink in Altach: „Die fehlte am Ende. Das passiert eben in einer Europa League-Saison.“ Aber 21 Punkte Rückstand auf Sturm, 19 auf Salzburg sind schon heftig, acht auf Rapid tragen auch nicht zur einer guten Stimmung in Violett bei.

Für Fußball-Wien ist es kein guter  Herbst. Irgendwie erinnert Austrias Schicksal nach der Kampfansage in Richtung Salzburg an das von Rapid  in der letzten Saison. Wobei es aktuell noch schlimmer ist: Nach 19 Runden hatte Rapid vergangene Saison 27 Punkte und war Fünfter. Austria ist jetzt mit 23 nur Siebenter. Die vielen Verletzten sind schon ein Argument, aber dürfen nicht für alles herhalten. Also wirklich ein Endspiel für Fink? Das kann man bei allem Ärger von Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer über die Fink-Schelte nicht glauben. Da sich Kraetschmer stets für die Variante stark machte, gemeinsam den Weg aus der Krise zu finden. Auch Präsident Wolgang Katzian ist ganz seiner gewerkschaftlichen Überzeugung nach kein großer Freund vorzeitiger Entlassungen. Das alles spricht gegen den Trainerwechsel, der auch sicher nucht billig wäre. Zu denken gibt fast mehr die Tatsache, dass sich entgegen allen Beteuerungen sich bei der Vertragsverlängerung von Sportvorstand Franz Wohlfahrt offenbar etwas spießt.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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