Fußball

Transparent-Verfahren gegen Rapid! Kühbauer ärgert sich zu sehr über LASK

Vom Titelkampf redet bei Rapid keiner mehr. Bei sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Red Bull Salzburg und der deutlich schlechteren Tordifferenz (+ 25 gegenüber + 62) braucht man sich vier Runden vor Schluss keine großen Hoffnungen zu machen. Das stellte Trainer Didi Kühbauer schon Sonntag nach dem Selbstfaller gegen Hartberg fest. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn er vermutlich auf zwei, die beim 0:1 nicht einsatzfähig waren, zurückgreifen kann: Auf Rapids besten Torschützen (Taxiarchis Fountas) und schnellsten Spieler (Kelvin Arase). Allerdings hat  Fountas  in den bisher vier Saisonduellen (Bild oben) gegen Salzburg noch kein Tor erzielt. Ändert sich das Mittwoch Abend, dann wird  Rapid vermutlich erstmals nicht verlieren. So war das jedenfalls bisher in den Spielen in denen der Grieche seine 17 Tore erzielte. Zweimal 0:2 und 2:3 verlor Rapid in der Bundesliga gegen den Meister, in der zweiten Cuprunde 1:2. Für die Treffer sorgten Christoph Knasmüllner und Mateo Barac jeweils per Kopf in Salzburg sowie Koya Kitagawa in Hütteldorf. Salzburg gewann vier der fünf letzten Auswärtsspiele im Allianz-Stadion, hat zum Unterschied von Rapid seinen Europacup-Startplatz sicher.

Und keine „Nebenschauplätze“, die Ärger bereiten. Kühbauer regte die Reduzierung des LASK-Punkteabzugs durch das Protestkomitee der Bundesliga mächtig auf, hielt sich mit Kritik darüber nicht zurück. Ebenso nicht über die Reaktionen der Linzer und den Argumenten von Präsident Siegmund Gruber, das neutrale Schiedsgericht anzurufen: „Ich gehe davon aus, dass sie alles zurückkriegen werden“, ereiferte sich Kühbauer. Wenn Rapid gegen Salzburg verliert und der LASK siegt in Hartberg,dann sind die Linzer Zweiter. Kritik am LASK-Urteil gab es auch von Kühbauers Kollegen bei Wolfsberg (Ferdinand Feldhofer) und Hartberg (Markus Schopp). Salzburg hielt sich  an die Devise, wonach Schweigen Gold ist. Das wirkt deutlich souveräner. Zudem beschäftigt Grün-Weiß auch die Frage, ob Mittwoch Abend wieder ein Transparent vor dem Fansektor hängen und was darauf stehen wird. Nochmals ähnlich schlimmes wie am Sonntag? Das Verhalten dazu brachte Rapid richtig Ärger. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler melde sich telefonisch  bei Rapids Präsident Martin Bruckner, um sein Missfallen auszurücken. Ähnlich verhielt es sich bei Frauenministerin Susanne Raab. Auch einige Sponsoren reagierten wenig erfreut. Das kann  in der durch Corona sehr angespannten finanziellen Lage gefährlich werden. Die aktive Fanszene schadet mit solchen Aktionen Rapid. Das müsste ihren Capos einer aus der grün-weißen Chefetage klar machen. Ob das geschah? Das Sky-Interview von Gechäftsführer Christoph Peschek hinterließ doch Zweifel. Dienstag reagierte das Ethikkomitee der Bundesliga auf das geschmacklose Transparent, leitete ein Verfahren gegen Rapid ein.

Das sind Probleme und Sorgen, die Salzburg nicht kennt.: „Das Match hat schon eine besondere Bedeutung“, prophezeite Trainer Jesse Marsch, der viele Zweikämpfe, viel Intensität erwartet. Wie immer, wenn es gegen Rapid geht. Für den Ex-Rapidler Max Wöber wird es ein besonderes Match: Sein erstes in Hütteldorfer als Gegner und im Salzburg-Dress, Beim ersten Sieg des Meisters zum Saisonstart im Juli war sein Wechsel von Sevilla in die Mozartstadt noch nicht perfekt. Im Cupspiel Ende September verzichtete Marsch auf Wöber, der geahnt hatte, dass der  Rapid-Fansektor einiges gegen ihn vorbereitet hatte. Weil er nicht zu Rapid zurückgekehrt war, sondern beim „Erzfeind“ unterschrieb. Dabei hätte Rapid nie die von Sevilla geforderte Transfersumme von zwölf Millionen Euro stemmen können. Obwohl Wöber in Salzburg geblieben war, gab es Sprechchöre gegen ihn aus der untersten Schublade, Beleidigungen seiner Familie. Ein Transparent mit einer Entschuldigung an die Familie Wöber das vier Tage beim 3:3 gegen Hartberg im VIP-Bereich hing, montierten die Fan-Capos einfach ab. Ohne dass von Rapid jemand dagegen etwas unternommen hätte. Wöber hielt sich damals mit Kommentaren zurück. Sagt auch jetzt kein böses Wort über Rapid. Nur, dass seine Rückkehr nach Österreich, das Ja zu Salzburg Angebot, eine mehr als richtige Entscheidung war: „Es passt perfekt, ich hab´mich noch selten bei einem Klub so wohl gefühlt. Weil mir von Beginn an viel Vertrauen entgegen gebracht wurde!“

Kühbauer erwartet, dass Salzburg im Duell der firsten Mannschaften der Liga Rapid nichts schenken wird: „Wir brauchen eine Topleistung!“ Wahrscheinlich wird er wieder drei Innenverteidiger aufbieten. Leo Greiml wird nach seiner schöpferischen Pause am Sonntag zurückkehren, gemeinsam mit Dejan Ljubicic und Max Hofmann versuchen, das Zentrum dicht zu machen. Es wäre das erste Match des 18 jährigen gegen Salzburg. Selten, dass Rapid bei den Buchmachern als 5,00-Außenseiter in ein Heimspiel geht.

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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