Fußball

Nur das EM-Ticket macht das Team wieder „populär“

Nach Wien zeigte auch Niederösterreich dem ÖFB bei den Plänen zu einem neuen Nationalstadion die kalte Schulter. Dabei hatte Präsident Leo Windtner noch erklärt, in Niederösterreich sei das Interesse, Standort dieses neuen Stadions zu sein, viel größer als in der Hauptstadt. Offenbar doch nicht. Das war eine Enttäuschung der letzten Woche. Die zweite bedeutete der schleppende Vorverkauf für das Qualifikationsspiel gegen Israel. Bis Dienstag nur 23.000 Karten weg. Also keine Spur von ausverkauft und Hexenkessel am Donnerstag, auf den Teamchef Franco Foda noch immer hofft. Als großer Lichtblick blieb vorerst  Dienstag der „Staatsakt“ im Arkadenhof des noblen Palais Ferstel neben dem Teamquartier in der Herrengasse: Da machte Leodegar Pruschak, seit 24 Jahren Marketingchef von Raiffeisen, die vorzeitige  Verlängerung des Sponsorvertrags mit dem ÖFB bis Dezember 2022, also bis zum Ende der Wüsten-WM in Katar bekannt. Das kann man als Vertrauensbeweis für alle Beteiligten, auch Teamchef und Mannschaft sehen Pruschak bezeichnet das Team wegen des Rücktritts von Skigott Marcel Hirscher, dem dem Hause Raiffeisen aber als Werbeträger erhalten bleiben wird, sogar als Werbe-Zugpferd Nummer eins. Als der Sponsorvertrag mit dem ÖFB 2003 begann, lag der Werbewert bei zwei Millionen pro Saison. Derzeit sind es 13.

Natürlich kam auch die Frage, warum Donnerstag das Happel-Stadion nicht ausverkauft sein wird, zur Diskussion. Windtner fiel dazu einiges ein. Die Übersättigung der Fans durch das Live-Angebot der TV-Sender in Sachen Fußball, das Happel-Stadion sei keine moderne Arena, der Donnerstag Abend kein idealer Termin. Den aber die UEFA vorgab. Alles recht schön und gut. Man könnte auch anführen, dass Rapid und Austria keinen Teamspieler stellen, nur Ex-Rapidler wie Marcel Sabitzer, Louis Schaub, Florian Kainz und Rückkehrer Christopher Trimmel oder Ex-Austrianer wie Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger dabei sind Aber die wahre Grund ist: Die Fans haben das Vertrauen in das  Team eigentlich seit drei Jahren verloren!

Wegen der verpatzten Endrunde der Europameisterschaft in Frankreich mit dem k.o. nach der Vorrunde durch die Niederlagen gegen Ungarn und Island. Und in Folge durch die nicht geschaffte Qualifikation für die WM 2018, der verpasste Gruppensieg in der Nations Lague. Das war gesamt zu viel. Auf große Töne folgte meist zu wenig. In den letzten vier Partien nach dem schlimmen 2:4 in Israel hat sich das zwar geändert, aber das reicht noch nicht. Nur mit dem Ticket für die  Europameisterschaft wird das Team wieder „populär“ sein, für ausverkaufte Häuser sorgen. Das ist die Botschaft vor den Partien gegen Israel und in Slowenien.

Zum Raiffeisen-Termin schickte der ÖFB zum Teamchef auch seine Legionäre von Topklubs wie David Alaba und Valentin Lazaro, dazu mit Marko Arnautovic seinen bisher besten Torschützen in der Qualifikation. Lazaro versicherte,  es mache jeden Tag Spaß bei einem Klub wie Inter Mailand zu sein, auch wenn er nicht spiele. Vielleicht wäre es anders besser. Ansonst wollte er über sein italienisches Kapitel nicht zu viel reden. Alaba behauptete, die Behandlung der „Rippe der Nation“ zeige positive Ergebnisse. Ob es zu einem Einsatz reicht, konnte er 48 Stunden vor Anpfiff noch nicht sagen. Da bekam man eher den Eindruck, dass man so Adi Herzog mit voller Absicht im unklaren läßt, ob mit Alaba zu rechnen ist oder nicht. Er wird aber Israel ebenso auf beide Varianten vorbereiten wie Foda seine Spieler auf Herzogs wechselnde Spielsyteme. Damit begann er Dienstag Vormittag bei der Videoanalyse. In Sachen Alaba gab es  sogar böse Zungen, die behaupteten, er sei nur wegen des Raiffeisen-Termins nach Wien beordert worden.

 

 

Foto: © ÖFB Media.

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