Fußball

Nur die Wiener Austria kann über einen goldenen Oktober jubeln

Es war angerichtet in Graz. Ausverkauftes Stadion, Tabellenführer Sturm sollte den goldenen Oktober gegen die Wiener Austria krönen. Doch es kam ganz anders. Am Ende konnte nur Violett den goldenen Oktober feiern. Vier Runden ohne Niederlage und Verlusttor. Sturm verlor hingegen die weiße Weste, bezog mit dem 0:1 (0:1) in der zwölften Runde die erste Niederlage, wodurch der Vorsprung auf Meister Red Bull Salzburg nur noch einen Punkt beträgt. Austria holte den Wiener Rivalen Rapid ein, Trainer Michael Wimmer (Bild) war überglücklich und megastolz auf seine Mannschaft, die ohne den erkrankten Dominik Fitz gewann: „Wir haben es zu Ende gefightet!“ Während des Spiels lieferte er sich emotionale Wortduelle mit seinem Kollegen Christian Ilzer. Wenn man will, kann man bei Austria auch von einem Geschäftsführer-Effekt sprechen: Seit Amtsantritt von Harald Zagiczek blieb Violett ungeschlagen.

Aber der Sieg in Graz ging in erster Linie auf das Konto von Tormann Christian Früchtl. Der Deutsche, der einen Transfer in eine Topliga anstrebt, kassiert nun schon 525 Minuten keinen Treffer. Der 23 jährige machte es möglich, dass die frühe Führung mit der ersten Offensivaktion nach 14 Minuten, mit dem achten Saisontor von Andreas Gruber, dessen Schuss von Sturms Abwehrchef Gregory Wüthrich entscheidend abgefälschte wurde, hielt. Zum Teil wie bei einem Stangenschuss des Ex-Austrianers Manprit Sarkaria zwei Minuten nach Grubers Treffer. Danach hielt Früchtl  einen Elfmeter von Sarkaria, besserte seinen Fehler bei einem Schuss von Seedy Jatta gegen Sarkaria aus, glänzte bei einem Schuss von Alexander Prass mit Fußabwehr. Zur Pause prophezeite Julian Baumgartlinger, der Ex-Teamkapitän mit Austria-Vergangenheit, als Experte im Sky-Studio: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sturm ein Tor erzielt!“ Er sollte sich irren. In der zweiten Hälfte verteidigte Austria konsequenter und kompakter, hatte in der Nachspielzeit sogar eine Chance zum 2:0. „Wir haben in den ersten elf Runden mitunter auch als glücklichere Mannschaft verdient gewonnen, jetzt einmal als unglücklichere verdient verloren“, glaubte Ilzer.

Für die Sturm-Bezwinger könnte es im November ähnlich weitergehen. Mit zwei Austria-Duellen, jeweils mit Heimvorteil. Mittwoch im Cupachtelfinale gegen Klagenfurt, in der nächsten Runde am Samstag gegen das weiterhin sieglose Schlusslicht Lustenau, das Sonntag im siebenten Heimspiel mit 0:4 (0:1) gegen Hartberg die siebente Niederlage bezog, vor der Pause Kapitän Pius Grabherr durch eine rote Karte verlor. Hartberg tankte hingegen Selbstvertrauen für den Cupschlager gegen Red Bull Salzburg am Mittwoch. Auch, weil Torjäger Max Entrup nach seiner Rückenverletzung wieder zur Verfügung steht. Als Joker erzielte er das 3:0 und 4:0.

Foto: Mario Urbantschitsch.

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