Fußball

Nur Jammern auf hohem Niveau bringt den LASK weiter

Pasching, eine Gemeinde mit 7522 Einwohnern vor den Toren von Linz, wird Mittwoch Abend und Sonntag vorübergehend zur Fußballhauptstadt von Österreich. Zuerst mit dem Schlager des Cupsemifinales zwischen dem LASK und Rapid, dann mit dem Spitzenduell der Bundesliga, bei dem der Zweite aus Linz den Rückstand auf Tabellenführer und Favorit RB Salzburg auf einen Punkt verringern könnte, wenn ihm der ersten Saisonsieg über den Meister gelingt. Aber über das redet Trainer Oliver Glasner frühestens ab Donnerstag.

Zweimal wird das kleinste Stadion der Bundesliga, die TGW-Arena mit 6600 Zuschauern, rappelvoll sein. 14 Siege in 23  Runden hat der LASK geschafft. Erstmals in der Bundesliga. Zuletzt waren es sechs in Serie mit 14:2-Toren. Als einzige Mannschaft, die in diesem Jahr alle Spiele gewonnen hat. Verloren ging eines seit 7. Oktober (0:1 in Innsbruck) nicht mehr. Bei diesen Zahlen wäre in Wien die Zufriedenheit groß, aber der  LASK ist anders: „Nur Jammern auf hohem Niveau bringt uns weiter“, sagte  LASK-Trainer Oliver Glasner Sonntag in Wolfsberg nach dem 3:0 in die Sky-Mikrofone, als er bemerkte, die zweite Hälfte ohne erzieltes Tor habe ihm nicht gut gefallen: „Ich sehe immer die Leistung vor dem Resultat. Da haben wir zu oft zurück gespielt“, bemerkte Glasner. Bemerkenswert, dass er es als größte Stärke einschätzt, eigene Schwächen einzugestehen.

Die Schlagerspiele bieten auch einigen Gelegenheit, nochmals Werbung in eigener Sache zu betreiben. In Sachen Nationalmannschaft. Etwa Thomas Goiginger (Bild oben gegen Rapids Dejan Ljubicic). Den man sich dank seiner Robustheit und Unbekümmertheit durchaus auch als Spitze vorstellen kann, weil die Stürmerfrage  und die Mentalität die vorrangigen Themen nach der 2:4-Pleite in Israel waren. Oder Abwehrchef Gernot Trauner. Wäre interessant zu sehen, ob er auch international seine Mannschaft so nach vorne treiben kann wie den LASK auf nationaler Ebene.

Der mit einem Viertel des Budgets von Rapid, einem Drittel von dem der Austria die Wiener Großklubs sportlich in dieser Saison deutlich in den Schatten stellt. Was Grün-Weiß und Violett  noch mehr zu denken geben muss als nicht an den Finanzkrösus Salzburg heranzukommen. Beim LASK steht vom Budget ein größerer Prozentsatz direkt für die Mannschaft zur Verfügung als in Wien. Seit Glasners Verpflichtung durch Mastermind Jürgen Werner im Frühjahr 2015 geht der Traditionsklub konsequent seinen Weg. Ließ sich nicht davon abbringen, als in der ersten Saison nicht der Aufstieg gelang. Nach einem Misserfolg in diesen Dimensionen wäre Glasner bei Rapid und Austria garantiert entlassen worden. Beim LASK rettete ihm Werner den Job. Und fuhr sehr gut damit. Platz zwei ist der Beweis. Mittwoch Abend könnte der nächste folgen, wenn sich der LASK erstmals seit 20 Jahren für das Cupfinale qualifiziert. 1999 verloren es die Linzer gegen Sturm Graz im Wiener Happel-Stadion nach einem 1:1 über 120 Minuten im Elfmeterschießen 2:4. Den entscheidenden Penalty für die Grazer hatte damals de jetzige Teamchef Franco Foda verwandelt.

Die Semifinalniederlage vom 26.April 2017 im Hütteldorfer Allianz-Stadion wurmt Glasner noch immer. Damals waren die Linzer Zweitligist, aber nicht die schlechtere Mannschaft. Eher das Gegenteil. Bis zur 76.Minute stand es 0:0, dann traf Thomas Murg. In Minute 87 glich Ex-Rapidler Rene Gartler aus. Doch in der Nachspielzeit traf nochmals Rapid. Durch den erst nach Gartlers Tor eingewechselten Brasilianer Joelinton. Von den drei Torschützen wird nur  Murg Mittwoch Abend in Pasching spielen. Gartler ist bei St.Pölten, Joelinton inzwischen eine Stütze bei Hoffenheim. Von den damaligen Startformationen werden beim Duell um das Finale am 1. Mai nur je drei Spieler erste Wahl sein:  Beim LASK Reinhold Ranftl, Christian Ramsebner und Peter Michorl, bei Rapid Stephan Auer, Kapitän  Stefan Schwab und Murg. Die „Umbauten“ gelingen in Pasching besser als in Hütteldorf.

Foto: © LASK Linz Media .

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