Eishockey

Nur mit besonderer Leistung kommt Österreich erstmals seit 1994 ins Viertelfinale

Do or die heißt es Dienstagmittag für Österreichs Eishockeyteam im Globe von Stockholm. Teamchef Roger Bader nennt es ein Plus-Spiel, bei dem es ab 12.15 Uhr gegen Lettland um den Aufstieg ins Viertelfinale geht. Live zu sehen in ORF 1. Durch einen Sieg nach regulärer Spielzeit wäre Österreich erstmals seit 1994 wieder unter den besten acht. Vor 31 Jahren war das noch etwas leichter: Österreich reichte damals in Bozen unter Ken Tyler trotz 1:6 gegen Kanada, 1:4 gegen Russland und 1:3 gegen Italien ein 10:0 gegen Großbritannien und ein 2:2 gegen Deutschland. Overtime gibt es bei der WM erst seit 2007. In Stockholm brauchte es vier Siege. Den letzten bei der WM gegen Lettland gab es 2013 in Helsinki, als mit Toren von Thomas Vanek und Michael Raffl, dem jüngeren Bruder des Teamkapitäns ein 6:3 gelang. Unter Teamchef Manny Viveiros, der vielleicht neuer Trainer bei Meister EC Salzburg wird. Die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben: Lettland gewann vor zwei Jahren bei der WM die Bronzemedaille, ist Zehnter der Weltrangliste.

Anfang April bestritt Österreich in Wien die ersten zwei WM-Vorbereitungsspiele gegen Lettland, als es sich der Verband nicht leisten konnte, in der Steffl-Arena zu spielen, sondern in der Nebenhalle, einmal sogar unter Ausschluss der Öffentlichkeit.  Österreich verlor beide Partien, war besonders beim 2:3, aber auch beim 1:4 auf Augenhöhe, obwohl das Team noch nicht komplett war, etwa die Spieler von Salzburg und dem KAC oder auch Marco Kasper und Vinzenz Rohrer fehlten.  Der Aufstieg würde dem Verband eine Prämie von mehr als einer halben Million Euro bringen, die Prämie für jeden Spieler macht 8200 Euro aus. Aber denen geht es nicht ums Geld, sondern um ihren bisher größten Erfolg.

Bader hält mit einer besonderen Leistung den notwendigen Sieg für machbar. Er hat wieder ein spezielles Motivationsvideo vorbereitet. Viel wird wieder von Torhüter David Kickert (Bild) abhängen. Bringt er eine Leistung wie gegen Schweden, Frankreich und Slowenien, dann kann es den dritten Sieg hintereinander geben. Kickerts Vorstellungen und auch die  von Florian Vorauer gegen Kanada sprechen für die Qualitöten des Tormanntrainers, von Ex-Teamgoalie Reinhard Divis. Er brachte sowohl Kickert als auch Vorauer, die in der Liga bei Salzburg und dem KAC zusammen nur auf 26 Einsätze in der ICE League kamen, auf ein Niveau, auf das sie in ihren Ligaspielen nicht kamen. Ebenfalls ein großer Mosaikstein des Erfolgs: Die starke WM von Marco Kasper als Center der ersten Linie mit Peter Schneider und Dominic Zwerger, die bisher sieben Tore erzielte. Detroit-Legionär Kasper übertraf sogar die Leistungen von Marco Rossi in Prag. Ganz einfach, weil er mehr Teamplayer ist als der Vorarlberger. Aber das ist nichts Negatives über Rossi. Beim Aufstieg spielt Österreich auch im Viertelfinale in Stockholm. Der Gegner steht erst Dienstagabend fest. Steht Dänemark ach dem Duell gegen Deutschland auf Platz vier, spielen die Dänen auf eigenem Eis weiter. Dann trifft Österreich zum zweiten Mal bei dieser WM auf Schweden. Absteiger aus der Österreich-Gruppe ist Frankreich nach dem 1:3 gegen Slowenien.

Foto: IIHF/Andre Riguette.

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