Fußball

Nur mit Triumph über Sturm Graz kann Rapid die Saison noch retten

Ein großes Fußballfest soll es werden, das Finale im Uniqa-Cup zwischen Titelverteidiger Sturm Graz und Rapid am Mittwoch im Wörthersee-Stadion von Klagenfurt. So wie letztes Jahr vor großer Kulisse, vor 30.000 Zuschauern. Damals hielt Rapid bis zur 66. Minute ein 0:0, ehe zwei Tore von Manprit Sarkaria die Entscheidung für die bessere Mannschaft, das waren die Grazer, brachten. Läuft es diesmal anders? Bei Sturm werden mit Gregory Wüthrich, Yusuf Gazibegovic,  David Affengruber, Ion Gorenc Stankovic, Alexander Prass und Otar Kiteishvili sechs Mann aus der letztjährigen Startelf beginnen, Sarkaria ist rekonvaleszent, Stefan Hierländer und David Schnegg sind Joker.  Nicht mehr bei Sturm sind Tormann Arthur Okonkwo und der an Racing Straßburg verkaufte Emanuel Emegha.

Bei Rapid hat sich viel mehr geändert. Vorangetrieben von Sportchef Markus Katzer. Auch der Trainerwechsel von Zoran Barisic zu Robert Klauß. Von der letztjährigen Startelf sind nur Niklas Hedl, Kapitän Guido Burgstaller und Marco Grüll erste Wahl. Nicht mehr bei Grün-Weiß sind Kevin Wimmer, Aleksa Pejic, Patrick Greil und Nicolas Kühn, nicht erste Wahl Thorsten Schick und Roman Kerschbaum, verletzt ist Martin Moormann. Wurde bei Rapid mit dem großen Umbau etwas besser? Die Antwort heißt derzeit klar nein, letzte Saison beendete Rapid die Meistergruppe auf Rang vier, derzeit reicht es zu Platz fünf. Die einzige und letzte Möglichkeit, alles als Schritt nach vorne, als Beginn eines neuen Wegs nach oben zu verkaufen, bedeutet der Triumph im Finale gegen Sturm, der erste Cupsieg seit 1995, der erste Titel seit 2008. Ansonst muss alles hinterfragt werden, warum so viel trotz erhöhtem finanziellen Einsatz im Vergleich zu den vergangenen Jahren schiefgelaufen ist.

Wie groß sind die Chancen, Mittwoch die Saison zu retten? Da gibt´s die „Weisheit“, wonach man in einem Spiel immer eine Chance hat.  Dann baut sich Rapid damit auf, schon gezeigt zu haben, gegen Sturm gut verteidigen zu können. Zweimal in diesem Jahr in Graz. Zunächst beim 1:1 und vor zwei Wochen beim 0:1, als Sturm kaum zu einer Chance kam, nur dank eines Aussetzers von Hedl 1:0 gewann: „Wenn nach 120 Minuten kein Tor gefallen ist, wir das Elfmeterschießen gewinnen, dann ist doch alles in Ordnung“, meinte Klauß vielsagend. Aber darauf kann man sich wirklich nicht verlassen. Wer kann Sturm gefährlich werden?`Ein Fall für Burgstaller und Grüll. Burgstaller gewann in seiner langen Karriere keinen Titel, gelingt’s diesmal? „Wenn man das gegen Ende der Karriere mit seinem Herzensverein, der seit mehr als einem Jahrzehnt mit Titeln nicht verwöhnt wurde, schafft, dann geht nichts drüber“, versicherte Burgstaller darauf zu brennen. Vor einem Jahr gab er zu, dass der Cupsieg auch das Ende seiner Karriere bedeutet hätte. Aber diesmal, so beteuert der seit Montag 35 jährige, habe er sich darüber keinen Gedanken gemacht. Er hat seinen Vertrag bereits um ein Jahr verlängert.

Für Sturm steht vor allem im Mittelpunkt, mit dem zweiten Cupsieg hintereinander die Doubleambitionen zu unterstreichen, den „Flow“ zu prolongieren. Wer weiß, ob eine Niederlage nicht auch das Titelduell gegen Red Bull Salzburg beeinflussen würde. Auch dieser Aspekt bringt Spannung. Fix ist, dass für Sturm der Weg nach Klagenfurt schwer war als für Rapid. Über das Grazer Derby, die Wiener Austria und das Semifinale in Salzburg. Die Hürden  für die Hütteldorfer waren nicht so hoch: Zwei Regionalligaklubs, dann drei Zweitligisten. Finanziell zahlt sich das Finale auf jeden Fall aus: Für beide 120.000 Euro Startgeld, dazu die Beteiligung an den Einnahmen.

 

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