Fußball

Note eins für Konny Laimer, weiter Rätseln um Rangnick

Als Carlo Ancelotti vor zehn Jahren mit Real Madrid zum ersten Mal die Champions League gewann, siegte er im Semifinale bei Bayern München im Duell mit Pep Guardiola 4:0. Dienstag führte Real entgegen dem Spielverlauf von der 24. bis zur 54. Minute 1:0, lag ab der 57. Minute 1:2 zurück, rettete aber mit einem Elfmeter nach 84 Minuten noch ein 2:2 (1:0), damit eine sehr gute Ausgangsposition für das Retourspiel am 8. Mai im Bernabeu-Stadion. Zweifacher Torschütze für Real war der Brasilianer Vinicius Junior, zweifacher Unglücksrabe bei Bayern der südkoreanische Innenverteidiger Minjae Kim. Beim 0:1 war er beim Pass von Toni Kroos zu Vinicius junior schlecht postiert, dann verschuldete er den Elfmeter zum Ausgleich, weil er Rodrygo im Strafraum festhielt. Beeindruckend an dem mitreißenden Abend war auch die Choreographie für das verstorbene Bayern-Idol Franz Beckenbauer vor Anpfiff.

Zum zwischenzeitlichen Umschwung nach der Pause trug auch Trainer Thomas Tuchel bei, indem er Leroy Sane und Jamal Musiala die Seiten tauschen ließ. Sane wechselte nach rechts, zog mehr nach innen, überraschte Reals ukrainischen Tormann Andij Lunin  durch einen Schuss mit links ins kurze Eck zum 1:1. Musiala setzte sich über links öfters gegen Lucas Vazquez durch, holte den Elfmeter heraus, den Harry Kane zur Führung verwandelte. Sane bekam als einer von zwei Bayern-Spielern in „Bild“ die Höchstnote eins. Der zweite war Konny Laimer (Bild).  Zurecht. Wegen eines Riesenlaufpensums, wegen vieler gewonnener Zweikämpfe, die von den Bayern-Fans bejubelt wurden und den Pass zu Sane vor dessen Treffer. Es war die bisher vielleicht auffälligste Leistung von des Salzburgers im Bayern-Dress. Vor den Augen von Österreichs Teamkapitän DavidAlaba. Der sass  im Real-Dress als moralische Unterstützung auf der Ersatzbank. Ungewöhnlich, dass Real drei Kapitäne in einem Spiel hatte. Zunächst Innenverteidiger Nacho bis zur 65. Minute. Nach seinem Austausch zehn Minuten Toni Kroos, bis er zu seinem großen Ärger Luka Modric Platz machen musste. Dann bekam der Kroate die gelbe Binde.

Das Lob für Laimer war Dienstag nicht das einzige Thema rund um den Kracher, das mit Österreich zu tun hatte. Sondern auch Bayerns Trainersuche. Sportvorstand Max Eberl meinte, man habe sich auf einen fixiert. Damit könnte Österreichs Teamchef Ralf Rangnick gemeint sein. Die Bayern rollten ihm den roten Teppich aus, locken mit einem Vertrag bis 2027, sichern ihm alle Freiheiten bei der Zusammenstellung seines Betreuerteams und der medizinischen Abteilung zu. Eine Zusage von Rangnick haben sie aber noch nicht.  Darum wird es die von Eberl am letzten Wochenende angekündigte Bekanntgabe des Bayern-Trainers am Mittwoch nicht geben. Sportchef Christoph Freund meinte im „Sky“-Interview, es könnte auch noch Wochen dauern. Laut deutschen Medien erwarten die Bayern, dass ihnen der ÖFB bei der Millionen-Ablöse für Rangnick entgegenkommt, weil Freund noch in seiner Salzburg-Zeit Rangnick als Teamchef quasi vermittelt hat. Wenn das stimmt, wäre das erstaunlich realitätsfremd. Bisher hat Bayern den ÖFB nicht kontaktiert. Rangnick traf Dienstag in Wien Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler, sprach eine Stunde mit ihm auch zum Thema Nationalstadion, ehe er zum Cupfinale nach Klagenfurt fuhr.

Foto: Bayern München.

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