Fußball

Österreichs Frauen übertreffen bei der EM die Männer

Mittwoch eröffnet Österreichs Frauenteam im mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Old Trafford von Manchester die Damen-Europameisterschaft gegen Veranstalter England. Insgesamt sind von den 700.000 aufgelegten Karten bereits 450.000 verkauft. Die UEFA investiert sechsmal mehr Geld in die EM-Organisation als vor fünf Jahren in Holland. Knapp vor dem Start kochte nicht unerwartet die Debatte um die unterschiedliche Bezahlung von Damen und Herren im Fußball hoch. Auch Samstag Abend im ZDF-Sportstudio war das „Equal Pay“, dass die Damen genau so viel verdienten sollten, ein Thema. Das schaffte die USA als Vorreiter, von den 16 EM-Teilnehmern praktizieren dies aus Österreichs Gruppe England und Norwegen, ansonst Dänemark, Spanien, die Schweiz und Holland. Aber weder Deutschland noch Österreich. Ganz einfach, weil der Markt das nicht hergibt. Ein logisches Argument, das viele nicht gelten lassen.

Für den ÖFB wird die Europameisterschaft ein Verlustgeschäft. Schon allein durch die Unterschiede im Startgeld: Bei den Männern waren es letztes Jahr 9,25 Millionen Euro, bei den Frauen sind es 600.000. Die Prämie für die Männer für den Vorstoß ins Achtelfinale machte 1,5 Millionen aus, bei den Damen würde die eher unwahrscheinliche Wiederholung des „Wunders“ von 2017, der Aufstieg ins Semifinale, 320.000 Euro bringen. Nur in diesem Fall hätte der ÖFB, der natürlich den Damen Prämien auszahlt, kein Defizit. In einem Punkt übertrifft die Mannschaft von Teamchefin Irene Fuhrmann die Herren: Mit den Kosten des EM-Quartiers.

Das „Pennyhill Park“ in der Grafschaft Surrey, eine Autostunde von London entfernt, stand nicht auf der Quartierliste der UEFA, wurde von der Teammanagerin Isabel Hochstöger ausgesucht, gilt als perfekt und begeisternd, aber nicht ganz billig. Es war das Quartier von Englands Team, von Harry Kane & Co vor einem Jahr bei der Europameisterschaft. Also muss alles passen, auch die Trainingsbedingungen. Wenn Österreichs Damen Mittwoch gegen England, fünf Tage später im St.Mary´s von Southampton, der „Heimat“ von Ralph Hasenhüttl und Richard Kitzbichler, gegen Nordirland und am 15. Juli gegen Norwegen im Falmer Stadium von Brighton so spielen wie sie wohnen, dann kann eigentlich nichts schiefgehen. Der Zimmerpreis im Pennyhill Park pro Nacht beträgt 750 Euro. Im Tiroler „Base Camp“ von David Alaba und Co bei der Euro 2021, dem Hotel Nidum in Seefeld, kostet das teuerste Zimmer 584 Euro pro Nacht.

Fuhrmann war 2017 die Assistentin von Teamchef Dominik Thalhammer. Vom damaligen EM-Aufgebot sind jetzt noch 15 Spielerinnen dabei. Nur vier der 23 Damen aus dem EM-Kader kommen aus Österreichs Liga, im Ausland spielen 19. Davon 14 in Deutschland, drei in England, je eine in Italien und der Schweiz. Die Heldinnen von 2017 wie Torfrau Manuela Zinsberger, Lisa Makas, Sarah Zadrazil, Laura Feiersinger, die Tochter des ehemaligen Austria Salzburg-Teamspielers, sind mit einer Ausnahme alle dabei. Die Ausnahme: Nina Burger, 109 fache Teamspielerin mit 53 Toren, aktuell Sportchefin der Frauen-Mannschaft der Vienna.

 

 

Foto: ÖFB/Christopher Glanzl.

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