Fußball

Hasenhüttls Schock durch Papamania! Wieder ein Burgknaller

Diesen Samstag hätte sich Ralph Hasenhüttl gerne erspart. Mit 0:3 (0:2) gegen den Hamburger SV die erste Heimpleite mit RB Leipzig in seiner Trainerära, erstmals Kritik an seiner Aufstellung und dazu noch die persönliche Abrechnung des Griechen Kyriakos „Papa“ Papadopoulos mit Leipzig und ihm, weil er dort im Herbst nicht zum Zug kam: Der Innenverteidiger mit der Rückennummer 9 traf  in der 18. Minute nach einem Eckball von Nicolai Müller  mit einem wichtigen Kopfball zur  Führung,  lief danach zu Hasenhüttl und Leipzigs Bank, ließ dort die eigentlich nicht vorhandenen Bizepmuskel spielen. Eine Geste, die Genugtuung ausdrückte: Letzte Runde köpfelte er gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber Leverkusen, der ihn letzten Sommer an Leipzig, im Winter dann an den Hamburger SV verliehen hatte, das Goldtor zum 1:0, acht Tage später gegen Leipzig die Führung. 5:48-Minuten später wäre „Papa“ nach dem nächsten Müller-Eckball wieder zur Stelle gewesen, doch da kam ihm der zweite Winterkauf, der Brasilianer Wallace, mit seinem ersten Bundesligator, ebenfalls per Kopf, zuvor. Sa sagten die Papadopoulos-Gesten vor ausverkauftem Haus  auch alles, ebenso die nach dem dritten Tor in der Nachspielzeit. Und sein stolzer Sager: „Ich wollte hier unbedingt weg, nicht Leipzig verlangte die Trennung.“ Der Sky-Kommentator sprach  beeindruckt von „Papamania“.

Mit dem Kauf des 18jährige Franzosen Dayot Upamecano von Salzburg setzte Leipzig im Jänner das Zeichen, nicht auf den Griechen zu setzen. Gestern ließ Hasenhüttl Upamecano nach dessen starken Debüt als Joker in Dortmund erstmals von Beginn weg im Abwehrzentrum ran, doch das passte nicht. Upamecano  zählte zu den vier Leipzigern, die Papadopoulos vor dem 0:1 nicht stoppen konnten. Nach dem 0:2 zog  Hasenhüttl Landsmann Stefan Ilsanker in die Abwehr zurück, brachte Stürmer Poulsen für Upamecano.  Nach nur zwei Mintuen Aufwärmen bei minus zwei Grad. Offenbar zu früh, 13 Minuten später musste Poulsen mit einer Zerrung raus.  Leipzig ließ auch die sonst gewohnte überbordende, dampfende Energie vermissen: „Wir haben viel zu viel falsch gemacht“, gab Hasenhüttl zu, „es gibt solche Tage, an denen gar nichts läuft, man drei Stunden spielen könnte, ohne ein Tor zu erzielen. Wir sind auch nur Menschen.“ Der Sensationsaufsteiger verlor erstmals in dieser Saison zweimal. Aber Hasenhüttl schloss aus, dass dies den entscheidenden Rückschlag bedeutet, an dem Leipzig zerbrechen könnte.Die Frage, ob er es bereue, Papadopoulos wegzuschicken, musste ja kommen. Der Steirer verneinte es: „Warum sollte ich es bereuen? Ich habe ja gesehen, wie er sich bei uns präsentierte. Ich wünsche Papa weiter alles Gute.“ Sein neuer Trainer Markus Gisdol lobte Papadopoulos als Mentalitätsmonster.

Sehr wohl hatte Hamburgs Überraschung Auswirkungen an der Tabellenspitze und in den hinteren Regionen. Tabellenführer  Bayern schien in Ingolstadt  zwei Punkte liegen zu lassen, schoss die Tore zum 2:0 durch Vidal und den eingewechselten Robben erst in der letzten Minute und der Nachspielzeit. Markus Suttner kam zu keiner Chance, auch gegen Manuel Neuer seinen Ruf als Freistosskönig zu untermauern. So hat Bayern sieben Punkte Vorsprung auf Leipzig, was wohl schon die erfolgreiche Titelverteidigung bedeutet. Man sah Trainer Carlo Ancelotti  noch nie in seiner Bayern-Zeit solche Emotionen zeigen wie nach den Toren in Ingolstadt. Der zweite Platz von Leipzig blieb  durch das 0:3 von Frankfurt bei Leverkusen (ohne Österreicher) und Dortmunds Blamage in Dortmund ungefährdet. Selbst wenn Hoffenheim  Sonntag in Wolfsburg gewinnt, wäre er noch mit fünf Punkten abgesichert.

Hamburg liegt durch das 3:0 erstmals seit der dritten Runde nicht mehr unter  den letzten drei, tauschte mit Werder Bremen die Plätze. Dort gab es für Kapitän Zlatko Junuzovic im vierten Spiel dieses Jahres die vierte Niederlage mit einem Tor Differenz, die dritte daheim. Nach dem 0:1 gegen Mönchengladbach müsste Werder Relegation spielen, wäre die Saison jetzt zu Ende. Hinter Bremen nur noch Ingolstadt und Darmstadt, nur einen bzw. vier Punkte zurück. Die Position von  Trainer Alex Nouri, der zur vierten Runde von Viktor Skripnik übernahm, ist nach 17 Partien  schon sehr umstritten. Für Florian Kainz fand er wieder keine Verwendung, obwohl er drei Mann einwechselte. Unerklärlich.

Im Aufwind Guido Burgstaller  und Alessandro Schöpf mit Schalke durch das 2:0 (1:0) durch Hertha BSC Berlin. Es gab den zweiten „Burgknaller“ auf Schalke – sein zweites Tor in seinem dritten Heimspiel mit den Königsblauen. Er verwertete einen idealen Heber des Algeriers Bentaleb zur 1:0-Führung. Diesmal machte es 58.000 Fans Spaß, Schalke zuzuschauen.  Für den Kärntner gab´s viel Beifall, er hat das Zeug zum neuen Publikumsliebling in Gelsenkirchen.

 

 

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