Eishockey

Paukenschlag zur richtigen Zeit: Sieg gegen Weltmeister

Erster Sieg von Österreichs Eishockeyteam im sechsten WM-Vorbereitungsspiel. Nach je zwei Niederlagen gegen Lettland und Ungarn sowie einem 0:4 (0:1, 0:1,0:2) am Donnerstag in Znaim gegen Weltmeister Tschechien gelang Samstag in Linz vor mit 3800 Zuschauern ausverkaufter Halle, die Revanche. Österreich holte dreimal einen Rückstand auf, gewann nach Verlängerung 4:3 (0:0,0:1, 3:2, 1:0). Das entscheidende Tor erzielte Schweiz-Legionär Dominic Zwerger (Bild) nach 59 Sekunden der Verlängerung. Vor zwei Jahren hatte Österreich bei der WM in Tampere die Tschechen nach Penaltyschießen 2:1 besiegt. Damals allerdings nicht als Weltmeister.

Der Paukenschlag kam zur richtigen Zeit. Auch weil aus Salzburg zuvor Meldungen kamen, wonach die neuen und alten Meister Benjamin Nissner, Mario Huber und Ali Wukowits die WM in Schweden boykottieren werden. Weil sie mit der Art von Teamchef Roger Bader nicht zurechtkommen sollen. Bader dementierte, er wisse bereits seit Jänner, von Nissner und Huber, nicht mit ihnen rechnen zu können, es gäbe keine Differenzen. Was übrigens alle drei Spieler bestätigten. Von Salzburg spielte in Linz nur Torhüter David Kickert, beim Meister der Backup für den eingebürgerten Finne Atte Tolvanen. Hinter dessen WM-Debüt ein Fragezechen steht, weil seine Frau hochschwanger ist. Geburtstermin ist der 9. Mai, der Tag von Österreichs erstes WM-Spiel gegen Finnland.

Paul Huber erzielte Samstag den Ausgleich zum 1:1, Lukas Haudum traf 31 Sekunden nach der neuerlichen Tschechen-Führung zum 2:2, Bern-Center Bernhard Baumgartner brachte Österreich ins Nachspiel. Mit dem riesigen Prestigesieg zeigte Österreich, sich vor keinem verstecken zu müssen:  „Gegen den Weltmeister, das muss man sich erst auf der Zunge zergehen lassen“, freute sich Bader. Nächste Woche folgen zwei Tests gegen Deutschland, das sind von Salzburg Kapitän Thomas Raffl, Peter Schneider, Lucas Thaler und Verteidiger Paul Stapelfeldt, der nächste Saison für die Grazer 99ers spielen wird, dabei, ebenso die Spieler vom Finalisten KAC. Und erstmals seit drei Jahren wieder Brian Lebler, der Kapitän d er Linzer Black Wings. Der 36 jährige Center, Torschützenkönig der ICE League, fand auf Anfrage von Bader Gefallen am Comeback. Beim WM-Sieg gegen Tschechien erzielte er  37,6 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit das Tor, das Österreich ins Nachspiel und Penaltyschießen brachte, den erste WM-Sieg gegen Tschechien möglich machte.

Bereits seit Donnerstag jubelte der umstrittene Verbandspräsident Klaus Hartmann über einen historischen Meilenstein. Er betrifft Österreichs Damenteam, das bei der WM im chinesischen Shenzhen nach 17 Jahren den Aufstieg in die Division I schaffte. Die Mannschaft des schwedischen Teamchefs Alexander Bröms gewann alle fünf Spiele und daher die Goldmedaille: Jeweils 3:0 gegen Dänemark und China, dann 3:2 gegen die Slowakei, 3:2 gegen Holland nach Verlängerung, womit der Aufstieg fixiert war und zum Abschluss 3:1 gegen Frankreich. 13 Spielerinnen kamen zwar aus der österreichischen Liga, acht von Meister Sabres St. Pölten, aber alle 15 WM-Tore erzielten Legionärinnen. Herausragend die aus Nordamerika, Anna Meixner (Ottawa), Theresa Schafzahl (Boston) und die 16 jährige „Entdeckung“ Emma Lintner vom Stanstead College in Quebec. Auffällig auch die routinierte Verteidigerin Annika Fazokas, die in der Schweiz bei Biel spielt und die 22 jährige Torfrau Selma Luggin vom deutschen Klub Memmingen. Hartmanns Jubel ist durchaus nachvollziehbar, weil er vor fünf Jahren durch die Stimmen aus dem Damen-Lager, die ihm Martin Kogler, der General Manager der Damen,  besorgte, zum Präsidenten gewählt wurde.

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