Fußball

Rangnick hat „Baustellen“ – Kapitän Alaba gehört nicht dazu

Wer Mittwoch zu Mitternacht auf ORF 1 die Zusammenfassung vom Aufstieg Real Madrids ins Achtelfinale der Champions League verfolgte, hörte ein Wort, dass David Alaba in der 77. Minute eingewechselt wurde und mit seinem Ballkontakt den Konter zum Siegestreffer von Vini jr.  einleitete. Es war das 125. Spiel von Österreichs Teamkapitän in der Champions League, in der er bisher 10.991 Minuten im Einsatz war. 91 Partien bestritt er für Bayern, 34 für Real Madrid. Damit überholte er Legenden seines Klubs (Xabi Alonso, Pepe, Roberto Carlos), von Juventus (Tormann Gianluigi Buffon), von Manchester United (Paul Scholes) und auch Zlatan Ibrahimovic, der mit sieben Klubs auf nicht so viele Partien kam wie Alaba mit zwei. Absoluter Spitzenreiter ist Cristiano Ronaldo mit 183 Spielen für Manchester United,  Real Madrid und Juventus.

Nach aktuellem Stand wird Alaba Fixstarter sein, wenn Teamchef Ralf Rangnick am 16. März seinen ersten Teamkader im WM-Jahr für die Wiener Testspiele gegen Ghana und Südafrika bekanntgeben wird. Aber Rangnick hat in der Abwehr „Baustellen, im Mittelfeld nur eine: Philipp Lienhart bestritt seit 10. Jänner wegen einer Bauchmuskelzerrung kein Spiel für Freiburg, Kevin Danso seit 28. Jänner wegen einer lädierten Zehe keines für Tottenham. Ganz zu schweigen vom Dauerverletzten Max Wöber, der seit seiner starken Leistung beim 2:1 zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen Rumänien im Juni nicht mehr den Teamdress trug, in der Bundesliga kein Spiel für Werder Bremen bestritt. Eine sportliche Tragödie. Derzeit ist Xaver Schlager mit einer Adduktorenverletzung außer Gefecht. Es könnte sich aber mit dem Comeback bis zu den zwei Tests ausgehen. Dennoch bricht ohne Lienhart, Danso und Wöber im Abwehrzentrum nicht die Personalnot aus. Leopold Querfeld versäumte dieser Saison in 26 Spielen für Union Berlin keine Minute. Beim Ex-Rapider könnte es eine ähnliche Situation geben wie vor der Europameisterschaft vor zwei Jahren: Damals feierte er im ersten Test (2:0 in der Slowakei) sein Teamdebüt, im ersten WM-Test könnte er wieder erste Wahl sein. Stefan Posch kam nach seinem Wechsel von Como nach Mainz bisher auf fünf Einsätze als Innenverteidiger.

Sind neue Namen zu erwarten? Es wäre ein ungewohnter Zug an Rangnick, sollte er vorrangig nicht auf bewährte Kräfte setzen. Die größten Chancen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen, müsste Sasa Kalajdzic haben. Die Frage, wer als dritter Tormann zu Alexander Schlager und Patrik Pentz im WM-Kader stehen wird, hat keine Priorität. Einiges spricht für Tobias Lawal, der nach Knieverletzung in Belgien bei Genk die klare Nummer eins ist.

 

Foto: Facebook.

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