Fußball

Rapids Hochstimmung droht Partyschreck Canadi

Nachvollziehbaren Grund dafür gibt´s zwar keinen, aber es ist so:  Die Rapid-Fans haben die letzte Saison ausgeblendet, sind vor der neuen schon in Hochstimmung. Wie Freitag beim Tag der offenen Tür in Hütteldorf, zu dem 5000 Fans kamen. Trainer Didi Kühbauer wurde ebenso auf Händen getragen (Bild oben) wie einige Spieler. Aber Sonntag Abend droht an gleicher Stelle der große Partyschreck in Person von Ex-Trainer Damir Canadi mit seinem neuen Klub, dem 1.FC Nürnberg. Der hat sechs Tage nach dem Gastspiel im Allianz-Stadion eine noch größere Herausforderung vor sich, nämlich  daheim vor den eigenen Fans gegen Frankreichs Champion  Paris St.Germain mit Welmeister Kylian Mbappe. Für Canadi wird das „sehr spannend.“

Sicher spannender als das Wiedersehen mit dem Ex-Klub. Rapid gegen den 1.FC Nürnberg, das ist trotzdem ein besonders Freundschaftsspiel. Nicht nur, weil sich Rapid dabei erstmals in den neuen quergestreiften Dressen präsentieren wird, dem neuen 3-5-2-System seine bisher größte Bewährungsprobe bevorsteht, ebenso den von  Kühbauer forcierten Neuerwerbungen Thorsten Schick und Architakis Fountas. Sondern weil mit dem Match auch schlechte Erinnerungen verbunden sind. Zwischen den Fangruppen der Traditionsklubs bestehen gute Kontakte, daher wird auch eine größere „Nürnberg-Abordnung“ nach Wien kommen. Aber es darf nicht noch einmal auch nur im Ansatz ähnliches passieren wie am 7.September 2013 beim ersten Freundschaftsspiel zwischen Rapid und Nürnberg. Das damals der „Club“ 3:1 gewann. Danach gab es Ausschreitungen von 500 Fans beider Mannschaften, bei denen vor dem damaligen Hanappi-Stadion aufgestellten Bierbänke durch die Luft flogen. Die Polizisten fühlten sich bedroht. Die Folgen davon: WEGA-Einsatz, zwei Hubschrauber kreisten über „St. Hanappi“, Festnahmen, ein Prozess, Verurteilungen. So etwas braucht niemand.

Zurück zum Sport. Ein gewisser Anreiz des Spiels: Kann Canadi mit seinem neuen Klub die Schwächen seines ehemaligen Vereins, bei dem er als einzigem in seiner Trainerkarriere nicht erfolgreich agierte, aufdecken? „Wien ist meine Heimatstadt, ich freue mich immer, daheim zu sein“ versicherte er. Große Erwartungen hat er nicht: „Wir kommen aus einem intensiven Trainingslager, da wird es noch schwere Beine geben“. Seine Vorgaben an Nürnbergs Spieler klingen ähnlich wie in seiner Zeit bei Grün-Weiß: Schnelle, direkte Passes in die Tiefe und dann nachrücken. Die zwei Tests, das 2:0 gegen Saalfelden und das 3:0 gegen Bischofshofen sagen wenig, zu groß war die Müdigkeit. Daher gab Canadi am Donnerstag frei, stand Canyoing in Maria Alm am Programm, um die Köpfe frei zu bekommen. Mit Canadi kommen einige, die auch in den sieben Monaten bei Rapid und zuvor bei Altach zu seinem Stab gehört hatten: Videoanalyst Mauricio Zoccola und Michael Prokop, der Vater des Austria-Spieler, als Teamentwickler. Und er hat drei Spieler dabei, die er von Altach her kennt: Ex-Rapid-Tormann Andras Lukse, Nikola Dovedan und Lukas Jäger.

Lukse und Dovedan kamen mit Canadi, Jäger hofft, unter seinem Ex-Trainer eine neue Chance nach zwei verpatzten Saisonen zu bekommen. Lukse und Dovedan lagen in Maria Alm wie früher bei Altach auf einen Zimmer. Dovedan lehnte vor einem Jahr ein Angebot Rapids ab. Als jetzt Canadi rief, verließ er Heideheim in Richtung Nürnberg. Elf Rapid-Spieler lernten zwischen Oktober 2016 und März 2017 Canadi kennen: Richard Strebinger, Tobias Knoflach, Stephan Auer, Christopher Dion, Max Hofmann, Mario Sonnleitner, Manuel Thurnwald, Stefan Schwab, Thomas Murg, Philipp Schobesberger und Kelvin Arase. Nicht bei allen wird´s ein Wiedersehen mit Freude. Strebinger verlor den Status der Nummer eins, den Knoflach bekam. Jetzt ist es wieder wie vor Canadi.

Foto: SK Rapid/Gepa.

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