Sa,stag ist es genau 30 Jahre her, dass sich Rapid zum zweiten und bisher letzten Mal fürein Europacupfinale qualifizierte. Am 18. April 1996 durch ein 3:0 (3:0) gegen Feyenoord Rotterdam zog Rapid ins Endspiel des Europacups der Cupsieger ein, das in Brüssel gegen Paris St. Germain 0:1 verloren ging. Carsten Jancker erzielt schon nach zwei Minuten die Führung, „Büffel“ Christian Stumpf traf zum 2:0, Jancker sorgte mit einem sensationellen Seitfallzieher für den Endstand. Nach diesem Spiel meldete sich der damalige Bayern München-Präsident Franz Beckenbauer bei Jancker, zwei Monate später war der Transfer nach München perfekt. Geprägt wurde Rapids damalige Erfolgstruppe, die nach acht meisterlosen Jahren zudem den 30. von bisher 32 Meistertiteln gewann, auch vom schon vor zehn Jahren verstorbenen bulgarischen Abwehrchef Trifon Ivanov, im Mittelfeld von Dietmar Kühbauer und Peter Stöger oder von Tormann Michael Konsel. Einer dieser Mannschaft, Michael Hatz, gehört zum amtierenden Rapid-Präsidium, ein anderer, Peter Schöttel, wurde mit 527 Pflichtspieleinsätzen der grün-weiße Rekordspieler, war später bei Rapid Sportchef und Trainer, ist seit neun Jahren Sportchef beim ÖFB. Unvergesslich bleibt, dass Trainer Ernst Dokupil die „unzertrennlichen Vier“ Kühbauer, Zoran Barisic, Stefan Marasek und den 1922 verstorbenen Sergej Mandreko nach einer US-TV-Serie zu den „Hütteldorfer Daltons“ ernannte.
30 Jahre und einen Tag nach Feyenoord muss Rapid Sonntag in Hartberg gewinnen, um die kleine Titelchance für die letzten fünf Runden der Meistergruppe zu wahren. Einer hat gute Erinnerungen an Hartberg: Ercan Kara. Dort erzielte er vor sechs Jahren, am 23. Februar 2020, sein erstes Bundesligator für Rapid. Im Jänner holte ihn der damalige Sportchef Barisic um 80.000 Euro aus der Regionalliga Ost von Horn, es war sein zweiter Einsatz in der höchsten Spielklasse. Trainer Kühbauer wechselte ihn in der 81. Minute für Christoph Knasmüller ein, zwei Minuten später traf Kara nach einem von Christopher Dibon verlängerten Eckball per Kopf. In dieser Saison gelang Kara als Joker das Siegestor gegen Hartberg ebenfalls nach der Einwechslung per Kopf – nur brauchte er diesmal zehn Minuten länger um zu treffen: „Mir liegt Hartberg“, behauptet Kara. Hartbergs Tormann Ritzy Hülsmann, mit 2,05 Metern der größte der Bundesliga, überragt Kara um nicht weniger als 13 Zentimeter.
Mit Hartberg ist bei Rapid die Erinnerung an einen Trainerwechsel verbunden: Das 0:1 beendete o,Movember 2023 die Ära von Barisic, damals blieben Chancen auf mindestens fünf Treffer ungenutzt. Danach setzte Sportchef Markus Katzer intern die Beurlaubung von Barisic durch. Ob Rapid Sonntag so viele Chancen kreieren kann? Trainer Hoff Thorup kündigte an, in den drei Spielen der nächsten sieben Tage (zweimal Hartberg, dann auswärts der LASK) immer eine andere Startelf aufzubieten. Geklärt ist eine Personalie für die nächste Saison: Katzer zog die Option auf den 18 jährigen Daniel Nunoo (Bild), der vor zwei Jahren aus Ghana nach Wien kam. Der schnelle Offensivspieler fiel in der Wintervorbereitung Thorup auf, kam bisher fünfmal in der Bundesliga zum Zug. Im dritten Spiel erzielte er sein erstes Tor (zum 2:0 gegen Wolfsberg), im fünften (1:0 gegen Salzburg) verletzte er sich am Oberschenkel. Nunoo trainiert wieder, zum Kader reicht es noch nicht.
Foto: SK Rapid/Widner.