Ein Österreicher wird auf jeden Fall am 20. Mai beim Finale der Europa League im Besiktas-Park von Istanbul dabei sein: Entweder Philipp Lienhart mit dem SC Freiburg oder Florian Grillitsch mit Sporting Braga. Lienhart (Bild) gewann mit dem SC Freiburg gegen Celta de Vigo auch in Spanien, „Bild“ bejubelt das 3:1 (2:0) als eine Gala für die Geschichtsbücher. Freiburg kam mit 6:1 weiter, geriet in Vigo nie in Gefahr. Mit zwei Toren in der 33. und 39. Minute war alles gelaufen, die Aktion zum 2:0 leitete der starke Lienhart mit einem Ballgewinn in Nähe des Celta-Strafraums. Nach 71 Minuten durfte er sich schon für die kommenden Aufgaben schonen, das Celta-Tor fiel erst in der 91. Minute: „Wenn wir auf diesem Niveau bleiben, dann ist für uns alles möglich“, zeigte sich Lienhart optimistisch für die nächsten Aufgaben. Für Grillitsch ging es mit Braga in Sevilla gegen Betis nicht so leicht: Nach dem 1:1 im Heimspiel lagen die Portugiesen vor 70.000 Zuschauern nach 26 Minuten schon 0:2 zurück, alles sprach für den Fünften der spanischen Liga. Doch die unglaubliche Effizienz von Braga drehte alles um: Vier Abschlüsse bedeuteten vier Tore. Nach 49 Minuten stand es 2:2, nach 50 Minuten führte Braga, in der 71. Minute fiel das 4:2. „Wirklich verrückt“, gab Grillitsch zu, „im Fußball gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.“ Das zweite Semifinale wird ein englisches Duell: Aston Villa deklassierte Bologna 4:0, stieg mit 7:1 auf, Nottingham eliminierte den FC Porto. Ein abgefälschter Schuss nach zwölf Minuten bedeutete das 1:0 für den 16. der Premier League, das reichte nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Portugals Tabellenführer. Porto spielte ab der 9. Minute nur mit zehn Mann.
In der Conference League schafften es Oliver Glasner und seine Assistenten Michael Angerschmid, Ronnie Brunmayr und Emanuel Pogatetz als einzige Österreicher unter die letzten vier. Ausrufezeichen in der ersten Europacupsaison des Londoner Klubs. Nach dem 3:0 im Selhurst Park machte in Florenz die Führung durch ein Kopftor von Ismaila Sarr gegen Fiorentina eigentlich schon alles klar. Die 1:2-(1:1)-Niederlage wird Glasner weniger stören als die Verletzungen von Mittelfeldspieler Adam Wharton und Abwehrchef Maxence Lacroix, die schon vor der Pause ausschieden. Crystal Palace trifft im Semifinale auf die ukrainische Mannschaft Schachtar Donezk, die Alkmaar mit 4:2 ausschaltete – 3:0 beim „Heimspiel“ im polnischen Krakau, 2:2 in Holland. Stefan Posch und Philipp Mwene gingen mit Mainz bei Racing Straßburg unter. Der 2:0-Vorsprung aus dem Heimspiel hielt nur bis zur 35. Minute, damit war alles offen. Ein Mainzer Aufbäumen gab es nicht. Dass Ex-Sturm-Legionär Emanuel Emegha einen Elfmeter vergab, half nicht. Die Franzosen trafen noch in der 70. und 74. Minute, zuletzt traf auch Emegha. Posch sah beim zweiten und dritten Tor nicht gut aus. Treffender Spruch von Mainz-Trainer Urs Fischer: „Sie haben uns aufgefressen!“ Straßburg trifft auf Rayo Vallecano.
Foto: UEFA.