Fußball

Extrem viele Emotionen: Salzburg zeigte vor, wie man sein Glück erzwingt

Die Leistung war zwar nicht so gut wie beim 1:1 gegen Milan und Chelsea, aber trotzdem feierte Österreichs Meister FC Salzburg seinen ersten Sieg in der Champions League, überholte mit dem 1:0 (0:0) gegen Dinamo Zagreb die Kroaten, steht damit sogar auf Platz eins, da Chelsea daheim Milan 3:0 (1:0) abfertigte. Salzburg hat je einen Punkt mehr als Chelsea und Milan, zwei mehr als Dinamo Zagreb. So wie die Salzburger vor drei Wochen das 1:1 gegen Chelsea an der Stamford Bridge irgendwie erzwungen hatten, gelang ihnen dies auch beim Sieg gegen Zagreb. Nach der Pause zeigten sie, die bessere Mannschaft zu sein, kamen auch zum goldenen Tor. Aus einem Elfmeter, den Kapitän Andreas Ulmer herausholte. Nach einem Pass des zum „man of the match“ gekürten Nicolas Seiwald hielt ihn Dinamos iranischer Verteidiger Sadegh Moharrami im Strafraum zurück, Ulmer ging zu Boden, der lettische Referee Andis Treimanis gab Elfmeter. Bei dem Noah Okafor Kroatiens Teamtorhüter Dominik Livakovic in die falsche Ecke schickte (Bild oben). Damit traf der Schweizer wie 2019 Erling Haaland und 2020 Mergim Berisha in drei Champions League Spielen hintereinander für Salzburg.

Ab der 71. Minute bis zum Schusspfiff nach 96 verteidigte Salzburg den Vorsprung, speziell in der Nachspielzeit, in der Benjamin Sesko bei der Chance zum 2:0 an Livakovic scheiterte. Wie kurz nach der Pause bei einem Kopfball, der den Tormann im Gesicht traf. Es gehörte auch Glück dazu, dass Dinamo mit einem auffälligen Robert Ljubicic an der linken Außenbahn nicht der Ausgleich gelang. Die Chance dazu gab es nach 81 Minuten nach einem fürchterlichen Fehler von Salzburgs serbischem Innenverteidiger Strahinja Pavlovic. Doch Dinamos Joker Josip Drmic scheiterte an Salzburgs Tormann Philipp Köhn. Als Drmic in der Nachspielzeit per Kopf Köhn bezwang, stand er davor im Abseits. Was der Linienrichter erkannte, der VAR-Überprüfung stand hielt. Apropos Pavlovic: Er bekam den Vorzug gegenüber Max Wöber, der unerwartet auf der Bank begann.  Matthias Jaissle bezeichnete dies als brutale Entscheidung, als bisher schwerste seiner Trainerkarriere. Wöber kam nach 79 Minuten für den verletzten Ulmer, half mit, den Vorsprung zu halten.

Ein Happy End nach einem Match ohne viele Torraumszenen für Salzburg, über das sich auf der Tribüne auch der nach einer Operation rekonvaleszente Leipzig-Legionär Konrad Laimer freute. Er saß lieber bei seinem Ex-Klub auf der Tribüne saß als in Leipzig, wo zur gleichen Zeit die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose mit Xaver Schlager Celtic Glasgow 3:1 bezwang. „Wir zeigten nicht so viel Mut gegen Milan und Chelsea“, übte Seiwald etwas Selbstkritik, „das muss Dienstag in Zagreb anders sein.“ Jaissle vermisste beim für ihn verdienten Sieg etwas die Zielstrebigkeit im letzten Drittel: „Am Ende haben wir alle durchgeatmet, es waren extrem viele Emotionen dabei“. Die sah man auch bei Sportchef Christoph Freund.

Ein Champions League-Teilnehmer wechselte Mittwoch den Trainer: Bayer Leverkusen ersetzte nach dem 0:2 beim FC Porto den Schweizer Gerardo Seoane durch den Spanier Xabi Alonso. Ein großer Name aus seinen aktiven Zeiten: Mit Spanien 2010 Weltmeister, 2008 und 2012 Europameister, Champions League-Sieger mit Liverpool (2005) und Real Madrid (2014), von 2015 bis 2017 dreimal Meister mit Bayern München. Xabi Alonso kennt die Bundesliga, dennoch bedeutete die Bestellung des 40 jährigen ein Risiko. Als Trainer hat er wenig Erfahrung. Nur drei Jahre bei der zweiten Mannschaft von Real Sociedad.

Foto: UEFA.

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