Fußball

Salzburg wünscht sich Manchester United! Okafors Tor brachte 12,4 Millionen

Als der  Bus mit den Salzburg-Spielern Mittwoch nach 19 Uhr zum Stadion fuhr, wartete einige Fans. Um mit einem Feuerwerk und Bengalos ihnen die Unterstützung zu zeigen. Knapp vier Stunden später war der historische Erfolgstag für den FC Salzburg, wie der Meister im Europacup heißt, für den ganzen österreichischen Fußball, perfekt. Erstmals erreichte eine österreichische Mannschaft das Achtelfinale in der Champions League. Da gelang bei Minusgraden durch das 1:0 (0:0) im Geisterspiel gegen den FC Sevilla mit dem Goldtor des Schweizer Teamspielers Noah Okafor, das 12,4 Millionen brachte. 2,8 für den Sieg, 9,5 für den Aufstieg.  Die jüngste Truppe der Königsklasse mit dem jüngsten Trainer hat es geschafft, ist kommenden Montag ab 13 Uhr bei der Auslosung für die k.o.-Phase dabei, trifft als Gruppenzweiter im Februar und März 2022 auf einen der acht Gruppensieger. Das sind Manchester City, der FC Liverpool, Ajax Amsterdam, Real Madrid mit David Alaba, „Nachbar“ Bayern München mit dem bis dahin wieder fitten Marcel Sabitzer,  Manchester United und Juventus Turin. Die passende Begleitmusik gab es bereits am Nachmittag: Rene Aufhausers U 19 schaffte in der Youth League gegen Sevilla sogar den Grupepnsieg, steg ebenfalls auf.  Durch Tore des Ungarn Samuel Major und des Kroaten Roko Simic. „Wir haben noch nicht genug“, versicherte Aufhauser. Das gilt auch für Jaissle und seine Aufstiegshelden. Im Finish  die „Oh, wie ist das schön“-Gesänge von Salzburgs Bank, von Betreuern und Ersatzspielern. Und nach Schlusspfiff auch aus den Lautsprechern.

„King Köhn rockt die Königsklasse“, schrieb der Schweizer Blick bereits Mittwoch in der Vorschau auf das Salzburg-Spiel mit Bezug auf Tormann Philipp Köhn, der eine Schweizer Mutter hat.  Köhn musste gar nicht viel dafür tun, brauchte einmal Glück. Als kurz nach der Pause der Marokkaner Munir aus kurzer Distanz per Kopf nur die Latte traf. Drei Minuten später fiel Salzburgs Tor, zu dem Karim Adeyemi mit links den idealen Pass gab. Adeyemi war auch noch an einer zweiten wichigen Szene beteiligt: Als ihn Sevillas Mittelfeldspieler Joan Jordan nur zruückreisen konnte, bedeutete dies seine zweite gelbe Karte in acht Minuten. Damit spielte Salzburg in den letzten 30 Minuten mit einem Mann mehr.

Es reichte nicht für Platz eins, weil Frankreichs Meister Lille in Wolfsburg bereit nach elf Minuten durch den 36 jährigen Türken Burak Yilmaz in Führung ging, 3:1 gewann. Aber Zweiter zu werden wie in den anderen Gruppen Paris St. Germain mit Lionel Messi und Kylian Mbappe, wie Atletico Madrid, Sporting Lissabon, Inter Mailand, Benfica Lissabon und Titelverteidiger Chelsea, das ist doch auch ein Supererfolg, den man nicht hoch genug schätzen kann. Der erfolgreichste Herbst in der Red Bull-Ära, zu dem man auch Sportchef Christoph Freund gratulieren muss. Alles richtig gemacht. Speziell mit Jaissles Beförderung zum Cheftrainer.

Nicht nur Sevilla in die Europa League muss, sondern auch der große FC Barcelona. Der ohne  in München gegen Bayern wie erwartet mit 0:3 klar verlor. Yusuf Demir wurde in der 86. Minute eingewechselt, als alles längst entschieden war. Daher kam Benfica Lissabon durch das 2:0 gegen Dynamo Kiew, bei dem Valentino Lazaro ab der 73. Minute spielte, auf Rang zwei hinter Bayern.  Nicht nur zwei spanische Mannschaften, auch drei deutsche schafften nicht wie Salzburg den Aufstieg. Das wird den VW-Klub Wolfsburg, der als Letzter in Salzburgs Gruppe ausschied,  und Salzburgs Ex-Meistermacher Marco Rose mit Borussia Dortmund ebenso weh tun wie RB Salzburg. Denn im „Bullenstall“ ist Salzburg jetzt die Nummer eins vor Leipzig, verdiente mit drei Heimsiegen, einem Unentschieden und dem Aufstieg 18,93 Millionen.

Das machte nicht nur den zum „man of the match“ gewählten Goldschützen Okafor sprachlos. Bevor die Kabinenparty begann, die  bis nach Mitternacht dauerte, versicherte Adeyemi auf „Sky“, dass er auch im Achtelfinale den Salzburg-Dress trafen wird. Also keine Transferpläne für den Winter. Freund sprach von einem emotionellen Ausnahmezustand: „Phänomenal, was wir schafften!“ Und wünschte sich Manchester United wegen der besonderen „Beziehung“ zu Uniteds neuen Trainer Ralf Rangnick für das Achtelfinale. Der rief vor dem Spiel Jaissle, der bei Hoffenheim sein Spieler waren, wünschte viel Glück. Auch für Jaissle wäre United als Achtelfinalgegner eine „coole und geile“ Sache.  In München wünschte sich Bayern Star Thomas Müller Salzburg.

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