Der Auftakt in die Ligaphase Conference League ging Anfang Oktober mit dem 1:4 bei Meister Lech Posen total daneben. Wenn sich im vierten Spiel bei Vizemeister Rakow Tschenstochau wiederholt, es statt erstem Sieg die vierte Niederlage gibt, dann bleibt Rapid Letzter und hat keine Chance mehr auf die k.o.-Phase. Gespielt wird nicht im Rakow-Stadion Mijeski, weil es nur 5500 Plätze hat, sondern im 80 Kilometer entfernen Zaglebowski Park in Sosnowitz, wo Sturm Graz vor zwei Jahren in der Gruppenphase der Europa League gegen Rakow 1:0 gewann. Dort durften Mittwoch weder Rakow noch Rapid trainieren, weil Schnee lag, die Rasenheizung offenbar nicht eingeschaltet war. Das führte bei Rapid zum Ärger über das dadurch entstandene Trainingschaos.
Rapid erfuhr von den Problemen erst nach dem Abflug aus Wien im Flugzeug Richtung Kattowitz. Nach der Landung bei minus ein Grad wurde ein Ersatzplatz genannt. Nach 16 Uhr galt das nicht mehr, wurde Rapid auf einen anderen Platz am Rande von Sosnowitz geschickt. Dort gelang es einigen Arbeitern und einem Traktorfahrer, den Schnee vom Rasen zu entfernen und einigermaßen gute Trainingsbedingungen zu schaffen. Die Rapid-Spieler bedankten sich mit Applaus. „Wäre uns das früher gesagt worden, hätten wir noch in Wien trainiert und uns den ganzen Schmarr´n erspart“, meinte Trainer Peter Stöger, stellte aber auch fest: „Positive Charaktere, die wir haben, lassen sich dadurch nicht stören und beeinflussen!“ Auch bei Rakow gab es Mittwoch einen Aufreger. Trainer Marek Papazun, vor zwei Jahren der Meistermacher, erklärte auf der Pressekonferenz zum Duell gegen Rapid klipp und klar: „Ich will zu Legia Warschau und Legia Warschau will mich!“ Klare Worte, die sich nicht unbedingt gut auf die interne Stimmung auswirken werden.
Nicht dabei gegen Rakow sind der bei der Pleite gegen den GAK sehr schwache ungarische Verteidiger Bendeguz Bolla wegen einer Hüftverletzung und Lukas Grgic aus privaten Gründen. Statt Bolla dürfte Furkan Demir beginnen, statt Grgic Romeo Amane. Oder doch Martin Ndzie, der Sonntag keine Minute spielte? Das wäre eine Überraschung: „Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft aufbieten“, kündigte Stöger trotzdem an. Vor der Niederlage in Posen konnte Rapid zwei Auswärtsspiele in Polen in der Qualifikation zur Conference und Europa League jeweils 2:1 gewinnen: 2022 gegen Lechia Gdansk und zwei Jahre später gegen Wisla Krakau.
Oliver Glasner, mit Crystal Palace derzeit auf Platz neun, gastiert in Frankeich bei Racing Straßburg mit Ex-Sturm-Torjäger Emanuel Emegha. Ein Sieg würde die „Eagles“ unter die ersten acht, auf einen Achtefinalplatz, bringen.
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