Ein Ex-Austrianer im Hartberg-Dress, Dario Tadic (Bild oben), sorgte für Austrias erste Niederlage in der Oststeiermark, für Hartbergs ersten Heimsieg in diesem Jahr, den ersten vollen Erfolg dieser Saison: Acht Jahre nach seinem Abschied von Violett sorgte der 30 jährige mit einem Doppelpack für das 2:1 (1:1), das etwas mehr als 1000 Zuschauer stürmisch bejubelten. Vor der Pause traf Tadic nach einem Eckball des Ex-Austrianers Sascha Horvath aus kurzer Distanz zur Führung, zwei Minuten nach der Pause verwandelte er einen Freistoß mit links perfekt über die Mauer zum 2:1. Der erste direkt verwandelte Freistoß von Tadic bei seinen insgesamt 43 Toren in der Bundesliga für Austria und Hartberg.
Damit war Austrias nächste Hartberg-Pleite nach dem Scheitern im Play-off um einen Europacupplatz vor vier Monaten. Nun erlebte Peter Stöger dort seine erste ärgerliche Enttäuschung seit der Rückkehr auf die Trainerbank der Austria. Aus der er kein Hehl machte: „Die Niederlage hat viel mit unserer Leistung zu tun!“, meinte er, dachte dabei nicht an die mangelnde Effizienz. Sondern an die verschlafenen ersten 25 Minuten: „Bisher sind wir immer aktiv in die Spiele gegangen, diesmal fühlte das total. Wenn man fast ein Drittel eines Spiel quasi herschenkt, dann verdient man vielleicht auch keinen Punkt!“ Klare Worte. Das Unentschieden wäre möglich gewesen. Vielleicht sogar mehr, hätte Benedikt Pichler nach seinem Ausgleich (per Kopf nach einem Freistoss von Manprit Sarkaria) die Chance zur Führung genützt. Das 2:2 hatte zunächst Christoph Monschein, dann der eingewechselte Bright Edomwonyi auf dem Fuß. Doch er brachte den Ball nach einem total verunglückten Rückpass von Hartbergs Joker Julius Ertlthaler zwar an Hartbergs Tormann Rene Swette vorbei, aber nicht ins Netz. Richtig gefährlich wurde die Austria mehr durch Standards als aus dem Spiel.
Hartberg liegt in der Tabelle nur noch einen Punkt hinter der Austria, für die jetzt gewiss sein muss: Der Platz unter den ersten sechs, die Qualifikation für die Meisterrunde wird kein Selbstläufer. Was Stöger allerdings auch nie behauptete. Mit Leistungen wie in Hartberg wird es wieder ganz eng. Durch die Niederlage hat Austria drei Punkte Rückstand auf St. Pölten, da die Niederösterreicher auf das 0:4 beim LASK daheim ein 4:0 (2:0) gegen Ried folgen ließen. Der Aufsteiger aus dem Innviertel übernahm nach der fünften Niederlagen in Folge die rote Laterne von Austria-Bezwinger Hartberg. Dienstag hat die Austria in violetten statt gelben Dressen die Chance zur Revanche im Cup.