Seit Michael Gregoritsch am 18. November Österreich zur WM schoss, hat er den Status eines Nationalhelden. Er wird von Interview zu Interview herumgereicht, im Weihnachtsurlaub bei den Eltern in Thal bei Graz schaute auch Claudia Stöckl für ihr Ö3-Frühstück vorbei. Am 7. Jänner wird der Torschütze des Ausgleichs zum 1:1 gegen Bosnien, den er nach eigenen Angaben inzwischen rund 400mal sah, als Ehrengast dabei sein, wenn der FIFA-Weltpokal im Rahmen seiner Coca Cola-Tour bei den WM-Nationen im ÖFB-Campus in Aspern zu bewundern sein wird. Aber nur Bundesprsident Alexander van der Bellen darf ihn berühren. Vielleict gibt´s bis dahin schon eine sportliche Neuigkeit vom 31 jährigen Gregoritsch: Der Schweizer Meister FC Basel, am 22. Jänner in der Europa League zu Gast bei Österreichs Winterkönig FC Salzburg, bemüht sich um ihn. Gregoritsch soll die Stürmerflaute bei den Baslern beheben: Es gab m Herbst nur vier Stürmeretore. Drei vom Schweizer Albian Ajeti,der vor Jahren als Legionär bei Sturm Graz durchgefallen war, eines vom Deutschen Moritz Broschinski, der von Bundesligaabsteiger Bochum verpflichtet urde. Bester Torschütze bei Basel ist der 34 jährige Teamspieler Xherdan Shaquiri mit sechs Treffern. Ein Mittelfeldspieler.
Für Gregoritsch war das Tor gegen Bosnien das Highlight seiner Karriere, mitten in einer durchwachsenen Herbstsaison. Im Sommer lehnte er ein Angebot von Rapid ab, wechselte lieber von Freiburg nach Kopenhagen zu Bröndby. Mit Jesper Sörensen wurde der Trainer, der ihn haben wollte, bald entlassen, beim Nachfolger , dem Waliser Steve Cooper, war der Steirer dann weniger gefragt. Drei Tore bei 14 Einsätzen hieß die Halbjahresbilanz, nur dreimal gehörte Gregoritsch zur Startelf. Mehr Spielpraxis vor der Weltmeisterschaft würde ihm nur gut tun. Nicht nur deshalb fand er die Anfrage des FC Basel, bei dem mit Flavius Daniliuc bereits ein Österreicher unter Vertrag steht, interessant. Sondern auch aus privaten Gründen. Seine Verlobte lebt in Freiburg, seiner letzten Wirkungsstätte vor Kopenhagen, ist dort beruflich unabkömmlich. Basel und Freiburg sind nur 70 Kilometer entfernt.
„Wir müssen uns offensiv verstärken, um den Titel verteidigen zu können“, meinte Basels Sportchef Daniel Stucki. Derzeit ist Basel ist sechs Punkten Rückstand auf den Sensationstabellennführer, Aufsteiger FC Thun, hinter St. Gallen und Young Boys Bern Vierter. Gregoritsch, der in 270 Spielen de deutschen Bundesliga 59 Tore erzielt, scheint ihm der richtige Mann dafür zu sein. Der bis 2028 laufende Vertrag bei Bröndby wird kein großes Hindernis sein. Basels Trainer weiß, wie man mit Österreichern umgeht: Ludovic Magnin schaffte im Frühjahr 2022 die Rettungsmission bei Altach, wechselte danach in die Schweiz zu Lausanne, ehe ihn Basel engagierte.
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