Eishockey

Das 2:11 war der Schlusspunkt! Abbruch der U 20-WM in Edmonton

„Es gibt nichts Größeres, als in Kanada gegen Kanada zu spielen“. Das sagte Österreichs U 20-Teamchef Marco Pewal (Bild oben) vor dem zweiten Gruppenspiel bei der WM im Rogers Place von Edmonton gegen die Veranstalter. Es war das erste WM-Duell zwischen beiden Ländern auf U 20-Niveau seit 1980. Vor 41 Jahren endete dies im deutschen Landsberg mit 1:11, in der Nacht auf Mittwoch um ein Tor besser. Diesmal verloren die Österreich „nur“ mit 2:11 (0:5, 1:1, 1:5). Nach 5:08 Minuten begann die kanadische Torlawine zu rollen.  Einer der kanadischen Hoffnungen schoss sich in die Geschichtsbücher: Der 16 jährige Connor Bedard ist der jüngste Kanadier, der bei einer U 20-WM  vier Treffer in einem Match erzielte. Er traf zum 4:0, 5:0, 6:0, was einen Hattrick bedeutete, und 8:1. Es ist schon Jahrzehnte her, dass ein Kanadier im U 20-Alter mit einem Hattrick bei einer WM auf sich aufmerksam machte. Das war Wayne Gretzky vor 43 Jahren.

Pewals Aufgabe nach der zweistelligen Pleite bestand auch darin, positive Details herauszufinden, die für die letzten Gruppensiele gegen Tschechien und Deutschland für Hoffnung sorgen. Etwa mit der Tatsache, dass Österreich in zwei Spielen schon zwei Tore mehr gelangen als letztes Jahr in vier. Dafür sorgten Red Bull Salzburg-Verteidiger Lukas Necesany mit seinem Treffer zum 1:6 knapp vor Ende des zweitn Drittels nach Assist des Vorarlberger Stürmers Vinzenz Rohrer, der zum besten Österreicher gewählt wurde. Und Mathias Böhm von den Vienna Capitals. Er verwertete einen Rebound zum 2:11 (53.). Was konnte Pewal danach positiv stimmen, dass er behauptete, man habe Österreich teilweise sehr gut präsentiert?

Sicher, dass Österreich das zweite Drittel nicht verlor, sondern 1:1 spielte. Rohrer empfand dies als „eigentlich unglaublich.“ Dass Österreich erstmals eine zweistellige Zahl an Torschüssen schaffte, sogar über 20, nämlich 22. Kanada kam auf fast dreimal so viele, auf 64. Im ersten Drittel hieß das Schussverhältnis 25:6. Viel Arbeit für den Linzer Tormann Leon Sommer bei seinem WM-Debüt, Für einige „Saves“ bekam er von den 4000 kanadischen Zuschauern Applaus auf offener Szene. Das Schlusswort von Ottawa-Legionär Rohrer zu den ausstehenden Duellen gegen Tschechien und Deutschland: „Wenn wir das performen können, haben wir gute Chancen zu gewinnen!“

Damit meinte er, offenbar, wenn Österreich die Leistung vom zweiten Drittel gegen Kanada wiederholen kann. Es wird aber sicher nötig sein, die länger als ein Drittel lang zu bringen. Aus einem anderen Grund wird Österreich eine Ausnahmeerscheinung dieser WM bleiben: Die einzige der zehn Nationen ohne Werbung, sprich Sponsor. Dabei hatte die Verbandsführung bei Amtsantritt ihre Kontakte zur Wirtschaft als hervorragend bezeichnet. Dürfte ein Irrtum gewesen sein.

Mittwoch Abend überstürzten sich die Ereignisse. Weil die Tschechen, die Donnerstag gegen Österreich spielen sollten, ihr Match gegen Finnland w.o. geben, nach positiven Corona-Fällen in Quarantäne mussten. So wie die Amerikaner am Tag zuvor gegen die Schweiz, die aber Mittwoch wieder spielbereit waren. Auch bei Russland gab es Covid-Fälle, womit das Spiel gegen die Slowakei ausgefallen wäre. Damit begann diese WM absurd zu werden, gab es erste Gedanken an einen Abbruch. Die IIHF berief ein Notfall-Direktorats-Meeting ein, in dem man entschied, dass  unter diesen Umständen kein fairer Wettbewerb mehr durchführbar ist und man daher die Weltmeisterschaft abbricht. Für Österreichs Sportdirektor Roger Bader bei allem Bedauern jedoch die richtige Entscheidung. Daher gibt es erstmals weder einen Weltmeister noch einen Absteiger. Alle europäischen Teilnehmer werden zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Heimreise antreten.

 

Foto: IIHF.

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