Fußball

Sonnleitners Premiere sorgte für drei ruhige Tage bei Rapid und Baumeisters Ende

Zwei Tore eines Innenverteidigers innerhalb von 32 Minuten zählen zu den Raritäten der Fußballszene. Mario Sonnleitner (Bild oben) musste 32 Jahre alt werden, ehe ihm sein erster Doppelpack gelang. Zur Erleichterung aller Beteiligten bei Rapid und von 14.600 Zuschauern im Allianz-Stadion. Zweimal stand der Steirer nach Eckbällen allein  am langen Eck, als Andrija Pavlovic und Manuel Martic Flanken von Christoph Knasmüllner und Thomas Murg per Kopf verlängerten, zweimal traf er mit rechts. Seine ersten Bundesligatore nach eineinhalb Jahren.Das ermöglichte Rapid das wichtige 2:0 (1:0) gegen Admira und drei ruhige Tage bis zum Cupachtelfinale in Wolfsberg  am Mittwoch Abend. Die Kärntner bezwangen Sonntag St.Pölten 1:0 (0:0), die zweite Niederlage des neuen Trainers Ranko Popovic ohne erzieltes Tor.

Dort steht mehr am Spiel als gegen den harmlosen Letzten Admira, der vor der Pause auf 1:1 ausgleichen hätten können. Doch da  übersah Seth Paintsil den völlig frei stehenden Kroaten Marin Jakolis, zirkelte den Ball am Tor vorbei. Sonnleitner avancierte mit dem Doppelpack zum ersten Spieler, den die Rapid-Fantribüne in den Zeiten nach Fußballgott Steffen Hofmann mit Sprechchören feierten. Eine Genugtuung für ihn. Nach Schlusspfiff  Dank an die Fans, dann auf die andere Seite, wo Frau und Kind  auf ihn warteten. Bussi für den Sohn und dann ab in die Kabine und zu den Interviews, die er nicht ungern gibt: „Die letzten zwei Jahre waren nicht leicht für mich. Ich war nie einer, der aufgibt und sich wegschicken lässt. Ich werde weiter kämpfen für einen Verein, für Weltklasse ist“. Solche Worte man hat im Rapid-Umfeld gern.

Am Ende der Saison 2015/16 sollte sein Vertrag um ein Jahr verlängert werden. Der damalige Sportchef Andi Müller machte drei daraus, was auch zu den am Ende unüberbrückbaren Irritationen zwischen Trainer Zoran Barisic und ihm geführt hatte. Im Juni 2019 läuft Sonnleitners Vertrag wieder aus. Was er seinen Konkurrenten im Abwehrzentrum, Christopher Dibon und Max Hoffmann, voraus hat: Er war nie über längere Zeit verletzt, ist daher physisch stärker. Seine Sache ist es, Zweikämpfe zu gewinnen, Tore zu verhindern. Die Spieleröffnung zählt nicht zu den Stärken. Aber Sonntag avancierte er zum Vater des Sieges, sorgte dafür, dass Trainer Didi Kühbauer mit der Leistung zufrieden war. Obwohl er die Schwächen erkannte: „Den letzten Ball hätten wir öfters besser spielen müssen, dann wäre es ein höherer Sieg geworden.“

Kühbauer hatte sich wieder für ein 4-2-3-1 und zu fünf Umstellungen entschlossen. Christopher Dibon, Manuel Martic, Christoph Knasmüllner, Andrija Pavlovic und Andrij Ivan in der Startelf, Mert Müldür, Mateo Barac, Dejan Ljubicic und Deni Alar auf der Bank, der verletzte Veton Berisha nicht im Kader. Wobei Mittelfeldspieler Martic ein eigenes Kapitel ist: Bei St. Pölten kam er unter Kühbauer anfangs nicht zum Zug, erst im Finish der Saison. Als sein Wechsel zu Rapid publik wurde, soll ihn Kühbauer davor gewarnt  waren, dass ihm der Sprung überfordern  könnte. Das hörte man aus St.Pölten. In der Szene erzählte man sich zu dem Wechsel, dass Rapid ihn vom Manager, der sowohl Pavlovic und Martic vertritt, als Draufgabe übernahm, um den Stürmer zu bekommen. Egal, die ersten drei Einsätze von Martic bei Rapid waren nicht das Gelbe vom Ei, da wirkte er viel zu langsam, ungeeignet für Rapid.  Gestern war es  seine bisher beste Leistung, auch weil ihm kaum Fehlpasses unterliefen.

So wichtig die drei Punkte für Rapid waren, mit denen Grün-Weiß punktemäßig zu Hartberg aufschloss, Mattersburg überholte, den Rückstand zu Austria auf drei Zähler reduzierte, so wenig konnte das Niveau in Hütteldorf mit dem 3:3 (2:2) im Spitzenspiel zwischen LASK und Salzburg mithalten. Was da gezeigt wurde, bedeutete eine tolle Werbung für die Liga. Tempo, Dramatik. Salzburg führte mit fünf Umstellungen nach der Europa League 2:0, der LASK glich bis zur Pause aus, führte nach der Pause sogar. Damit schienen die Salzburger erstmals seit zehn Jahren ein Match zu verlieren, in dem sie mit zwei Toren voran lagen. Aber Joker Smail Prevljak gelang aus „leichter“ Abseitsposition“ der verdiente Ausgleich. Das 0:2 von Amadou Haidara, das 2:2 von Thomas Goiginger und das 3:2 von Yusuf Otubanjo verdienten das Prädikat „Tor des Monats“, aber am Ende redeten alle von Referee Gerhard Grobelnik. Weil der Wiener bei einem Brutalo-Foul von LASK-Kapitän Gernot Trauner an Fredrik Gulbrandsen nur die gelbe statt der roten Karte  zeigte. Die hielt er nach Spielschluss Salzburgs Verteidiger Marin Pongracic unter die Nase, als ihm der Kroate sagte, dass er ihn nicht für fähig hält, in dieser Liga zu pfeifen. Womit Grobelnik den Ruf, selbstherrlich zu sein, bestätigte. Selten sah man Salzburgs Trainer Marco Rose so aufgebracht, auch Sportchef Christoph Freund sagte noch auf dem Rasen Grobelnik seine Meinung

Ungefähr zeitgleich zum Schlusspfiff in Pasching verkündete Admira via Facebook das Ende von Trainer Ernst Baumeister. Weil die Ergebnisse in der Saison nicht den Erwartungen entsprachen. Unfassbar, Baumeister,der die Südtädter letzte Saison auf den sensationellen fünften Platz geführt hatte, dafür zum Sündenbock zu machen. Es ist nicht seine Schuld, dass Admira mit Markus Wostry, Markus Lackner, Thomas Ebner, Christoph Knasmüllner, Maximilian Sax und Lukas Grozurek aus wirtschaftlichen Gründen wichtige Stützen nicht halten konnte. Er trug alles mit. Jeder weiß, dass die Einkäufe der Legionäre, die bisher die Verluste nicht wettmachen konnten, nur auf das Konto von  General Manager Amir Shapourzadeh gingen. Aber dank Sponsor Fyleralarm darf er als „Südstadt-Ayatollah“ schalten und walten, wie er will. Obwohl er an Baumeister punkto Erfahrung und Fußballsachverstand nicht herankommt. Das zeigt auch, dass der Sponsor seine seltsamen Entscheidungen nicht zum ersten Mal an Präsident Philip Thonhauser vorbei trifft. Der betonte nämlich immer, über Baumeister nichts kommen zu lassen. Dienstag will Shapourzdaeh  Baumeisters Nachfolger präsentieren. Das zeigt, dass die Aktion geplant war. Wetten, dass ein Deutscher kommt?

Foto: © Spartak Moscow Media.

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