Eishockey

Stark wie ein Felsen: Rossi bei Minnesota vor Vaneks Haustür

Zwei Stunden lang musste Marco Rossi in der Nacht auf Mittwoch warten, ehe sein Namen beim ersten virtuellen Draft der National Hockey League aufgerufen wurde. Von Bill Guerin, dem General Manager der Minnesota Wild. Da war es knapp 14 Minuten nach zwei Uhr früh. Die Reaktion von Rossi, der dies im Vorarlberger Medienhaus verfolgte: Umarmungen mit der Familie, mit Vater Michael, Mutter Claudia, den zwei älteren Schwestern, Riesenerleichterung, alle sehr stolz über den Schritt in die beste Liga der Welt.  Der Frau Mama kamen die Zeit ab Beginn des Drafts, bis zu dem Zeitpunkt, als Rossi als Nummer neun unter den Top Ten gezogen wurde, wie eine Ewigkeit vor. Als Minnesota an der Reihe war, hatte der 19 jährige Center schon das Gefühl, dass er an der Reihe sein könnte. Weil er zuvor sehr gute Gespräche mit den Minnesota-Scouts hatte, weil jeder wusste, dass Minnesota auf der Position des Centers Handlungsbedarf hat. Daher schloss er aus, dass Minnesota ihn gegen einen anderen Spieler eintauschen wird.

Rossi ist nicht der erste Österreicher, der den Minnesota-Dress trägt. 18 Jahre vorher war es für 35 Spiele Christoph Brandner, von 2014 bis 2016 Thomas Vanek (154 Spiele mit 93 Scorerpunkten). Österreich bisher bester Eishockeyspieler aller Zeiten hatte sich auch auf der Minnesota University mit 113 Scorerpunkten 2002/03 für die NHL-Karriere  aufgedrängt, dort seine Frau Ashley kennengelernt. Vanek ist der einzige Österreicher, der im Draft früher als Rossi gezogen wurde, nämlich 2003 als Nummer fünf von Buffalo. Er lebt nach der  Superkarriere mit seiner Frau und den drei Söhnen in Stillwater, einem Vorort von Minnesotas Metropole St. Paul. In der Rossi nächstes Jahr im 17.954 Zuschauer fassenden Xcel Energy Center spielen wird, sofern es Corona zulässt. Rossi ist sozusagen vor Vaneks Haustür gelandet. Kein Nachteil von ihm kann er sicher gute Tipps bekommen. Auf der NHL-Homepage kommentierte Vanek geradezu begeistert Rossis Wechsel nach Minnesota, bot ihm seine Hilfe an.

Minnesota spielt in den letzten Saisonen keine nachhaltige Rolle in der NHL. 2018/19 nicht für die Playoffs qualifiziert, heuer nach dem Abbruch des Grunddurchgangs in der Qualifikation an Colorado gescheitert. Zwei große Namen wurden danach verabschiedet:  Der 37 jährige Finne Mikko Koivu und  der 35 jährige Center Eric Staal. Die bekanntesten Namen sind der  35 jährige Verteidiger Ryan Suter sowie der 36 jährige Flügel Zach Parise. Beide spielten noch mit Vanek zusammen. Head Coach ist sei Februar Dean Evason, zuvor Assistent des entlassenen Bruce Boudreau, unter dem Vanek „gelitten“ hatte. Die Konkurrenten für Center Rossi? Keine herausragenden. Weder der 23 jährige Schwede Joel Eriksson Ek noch der drei Jahre ältere Joel Galchenyuk. Der Amerikaner mit weißrussischer Abstammung spielte in den letzten eineinhalb Jahren bei drei Klubs, überzeugte weder bei den Arizona Coyotes, in Pittsburgh oder bei Minnesota. Also behaupten viele Experten, dass es keine Frage sein wird, ob Rossi spielen wird. Sondern nur eine, ob er schon in einer der zwei Toplinien spielen, bald den Sprung zum Number one – Center von Minnesota schaffen wird

„He´s a rock“, hörte man aus dem NHL-Studio von den Experten bei der Übertragung des Drafts über Rossi, ebenso Vergleiche mit Philadelphias besten Center, Claude Giroux. Rock steht für Felsen. Wenn Rossi stark wie ein Felsen ist, dann wird er es sicher große Karriere machen. Vater Michael nannte ihn stolz eine „Riesen-Bulldogge mit einem Riesen-Herz“.  Mittwoch begannen die Gespräche zwischen Rossis Berater Patrick Pilloni und dem Minnesota-Management um Guerin, was bis zum NHL-Start, der für 1. Jänner 2021 geplant ist, passieren wird. Es könnte passieren, dass er vorerst in Europa beim Züricher Schlittschuhclub spielen wird, dessen Sportchef Sven Leuenberger während der Draft-Übertragung im Vorarlberger Medienhaus bei Rossi war, bevor er Ende Dezember mit Österreich bei der U20-WM in Edmonton spielt. Dagegen wird Minnesota keine Einwände haben. Es sieht nach einem Dreijahresvertrag für Rossi bei Minnesota aus, mit dem er drei Millionen US-Dollar, das sind nach aktuellem Kurs 2,55 Millionen Euro, verdienen wird. Und überdies ist auch noch seine Rückennummer 23 frei.

Einen Tag nach Rossi wurde im Draft noch ein Österreicher gezogen: Die Anaheim Mighty Ducks sicherten sich in der vierten Runde an 104. Stelle den Klagenfurter Verteidiger Thimo Nickl, der derzeit in Schweden bei Rögle spielt, in Nordamerika letzte Saison durch seine Leistungen bei Drummondville in der Quebec League positiv aufgefallen war.

Foto: NHL.

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