Fußball

Steffen Hofmann ist im Rapid-Wahlkampf immer dabei, hält sich aber raus

Montag Nachmittag gab das Rapid-Wahlkomitee erwartungsgemäß grünes Licht für den Wettbewerb der Ideen auf der Generalversammlung zwischen den Listen von Martin Bruckner und Roland Schmid am 15.November. Etwas anderes wäre auch bedenklich gewesen. Ob dazu ein offener Brief der sieben Rapid-Legenden im Dienst von Schmid notwendig war, bleibt dahingestellt, kann man sich schwer vorstellen. Beide Konzepte konnten die Rapid-Mitglieder kurz danach auf der grün-weißen Homepage nachlesen. Bruckner wandte sich nach der Zulassung in einem offenen Brief an die Mitglieder, erklärte in einer Art Kurzfassung seiner 39 Seiten langen Pläne, die sich am Rapid-Leitbild orientieren. Daher nennt er sein Team „Liste Leitbild“. Der Fokus liegt auf den Sport, die Weiterentwicklung ist der große Antrieb, eine grün.weiße Ideenfabrik soll für frische Impulse sorgen: „Wir haben drauf geachtet, starke Charaktere an Bord zu holen und zur Liste Leitbild zu vereinen.“ Die viele neu Ideen habe, teils entscheidende Neuerungen wie eine Satzungsreform plane, keine Eigen – oder Fremdinteressen habe.

Schmid stellt sein Programm  auf 26 Seiten unter die Slogans „GrünWeiße Weichenstellung jetzt“, „wir geben Richtung und verteilen die Mittel richtig“, „wir schaffen die notwendige Ruhe, den starken Rückhalt“.  Alles soll für den Sport getan werden, Rapid wie ein Sportverein, nicht wie ein auf Gewinn ausgerichtetes Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Klingt sehr populär, aber ohne Gewinn wird Rapid kein erfolgreicher Sportverein werden. Eigene Nachwuchsspieler sollen den Vorrang  vor externen Transfers haben.  Der als Vizepräsident vorgesehene Christoph Marek versichert zwar, die Ziele mit dem aktuellen sportlichen Führungspersonal schaffen zu wollen, aber der Name von Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic kommt nicht vor. Der von Israels Teamchef mit Rapid-Vergangenheit, Andi Herzog, als Unterstützer des Konzepts schon. Im Herbst 2016 hatte Herzog noch das Angebot Rapids, Sportdirektor zu werden, abgelehnt. Weil er seine Zukunft als Trainer sah, nicht in einem Schreibtischjob.

Auf beiden Listen steht auch der Name der Rapid-Ikone Steffen Hofmann. Seit dem Ende der aktiven Karriere, arbeitet der grün-weiße Fußballgott, der erklärte Fanliebling, als Talentemanager. Mit Barisic enger zusammen als mit Vorgänger Fredy Bickel. Schmids Liste nahm Hofmann in ihr Programm auf, ohne mit ihm darüber gesprochen zu haben. Aber die ehemalige Nummer elf stellt dezidiert fest: „Ich halte mich aus dem Präsidentenwahlkampf komplett raus!“ Etwas besseres kann Steffen Hofmann auch nicht tun.

Foto: Österreichische Fußball-Bundesliga Geschäftsbericht 2017∕18.

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