Fußball

Stöger macht auch den Erzbischof froh

Außer Bayern machte Peter Stöger mit dem 1.FC Köln die ganz deutsche Bundesliga froh: Im dritten Anlauf der erste Punkt des Wiener Trainerlegionärs gegen den Titelverteidiger in der Münchner Allianz-Arena auch den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki froh. Der 60jährige prophezeite schon vor dem Spitzenspiel ein Wunder. Mit dem Argument: „So viel  Augenhöhe war schon lange nicht mehr! Da lauft man mal ganz anders! In der ersten Hälfte war davon nichts zu merken. Kölner Insider berichteten, dass Stöger deshalb zur Pause in der Kabine für seine Verhältnisse  sehr laut wurde. Und prompt zeigten die Kölner danach ein anderes, mutigeres Gesicht. Stöger tauschte nach 62 Minuten zwei Offensivspieler ein, eine Minute später fiel der   Ausgleich durch den Franzosen Anthony Modeste, der mit einem Kung-Fu-Sprung gerade noch den Ball erwischte: „Das hat  nicht nur einen Weltklassetormann wie Neuer verwundert, dass Tony an den Ball noch rankam“, gab  Stöger zu. Bayerns Trainer Carlo Ancelotti kennt Modeste noch aus seiner Frankreich-Zeit bei Paris St. Germain-damals stürmte Modeste für Bordeaux. Mit der letzten Aktion hätte Zoller fast Kölns  Siegestor  erzielt. Der Joker  schoss knapp vorbei, übersah den  frei stehenden Modeste. Aber ein Sieg wäre bei drei Aluminiumtreffern der Bayern, bei 5:27-Schüssen aus Kölner Sicht, bei  nur 32 Ballprozent zu viel des Glücks gewesen.

Uli Hoeneß, der designierte Bayern-Präsident, lobte vor den Sky-Kameras die gutes, seriöse Arbeit in Köln. Im ZDF-Sportstudio kündigte man bereits  den Besuch von Kölns Kapitän Matthias Lehmann als Attraktion der nächsten Sendung an. Stöger genoß sein Glücksgefühl, hatte einen Scherz auf den Lippen: „Vielleicht schlottern der Liga jetzt auch die Knie vor uns.“ Er weiß als Realist, dass dies nicht der Fall sein wird und Köln  eine außergewöhnliche Saison braucht, um den Fans den Traum von der Europa League zu erfüllen. Dazu müssten auch andere ihr größeres Potenzial nicht nützen.“ Stöger gab der Sensationsmannschaft bis Dienstag frei. Viele Spieler nützten dies, blieben in München, gingen auf die Wiesn zum Oktoberfest. Auch bei Stöger bestand der Plan, dies mit seinem Trainerteam zu tun, aber dann verzichtete er darauf, flog zurück nach Köln. Die pinke Lederhose, ein Geschenk aus Austria-Zeiten, erlebte nicht ihren zweiten Auftritt. Die trug er erstmals vor zwei Wochen auf der Kölner Wiesn neben Lukas Podolski zur Feier der für 24 Stunden eroberten Tabellenführung: „In München hätte Gefahr bestanden, dass sie abhanden kommt.“

Zlatko Junuzovic, ein Schützling Stögers beim Meisterstück mit Austria, kommt heute mit der Gewissheit, dass die Interimslösung Alex Nouri nach vier Punkten aus drei Spielen bis Saisonende sein Trainer bei Werder Bremen bleibt, zu Österreichs Team nach Wien. Eine Lösung, die Junuzovic ebenso wie Landsmann Florian Grillitsch gefällt: „Er ist ein guter Motivator“, lobte Junuzovic. Bei Florian Kainz wird die Entscheidung von Sportchef Frank Baumann gemischte Gefühle hervorrufen. Beim ersten Spiel von Nouri sass er auf der Bank, danach gehört er nicht zum Kader. Wie das funktioniert, gehört zu den großen Geheimnissen der Trainerwelt. Denn schlechte Trainingsleistungen kann man sich bei Kainz, wenn man an seine Rapid-Zeit zurück denkt,  gar nicht vorstellen.

 

 

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