Fußball

Stögers letzte Bitte: Ein bisschen mehr Klarheit für die Jungs

Wer hätte das noch vor einer Woche, nach dem 2:3 in Ried gedacht? Durch drei Siegen in sieben Tagen mit 8:1-Toren schaffte die Austria einen Europacupplatz, der Sonntag in Wolfsberg nicht mehr in Gefahr kam. Auf das 3:0 vom Donnerstag folgt ein 2:1 (1:1) in der Lavanttal-Arena, bei dem Violett einen durchaus günstigen Spielverlauf hatte und ab der 35. Minute mit einem Mann mehr spielte. Das bejubelten auch rund 100 Austria-Fans vor Ort. Ein erfolgreicher  Abschied für General Manager Peter Stöger, der rückblickend auf die Saison feststellte: „Die Arbeit mit der Mannschaft hat den meisten Spaß gemacht. Sie hat den Spirit entwickelt, den man braucht, um Ziele zu schaffen!“ Das erste, der Sprung unter die ersten sechs zu kommen, wurde ebenso verpasst wie das zweite, der Sieg in der Qualifikationsrunde. Aber beim  dritten klappte alles nach Wunsch, wirkte die Austria plötzlich überzeugend. Stöger wollte seinen Nachfolgern Manfred Schmid und Ortlechner keine Tipps geben, was er an ihrer Stelle jetzt tun würde, weil er weiß, dass Zurufe von außen entbehrlich sind: „Sie sollen sich selbst ein Bild machen und Entscheidungen treffen. “

Austria beschränkte sich darauf, Wolfsberg möglichst früh zu stören. Mit drei Toren Vorsprung kann man sich das erlauben.  Dann gelang mit der ersten richtigen Offensivaktion doch die Führung: Verteidiger Georg Teil stürmte in Wolfsbergs Strafraum, kam im georgischen „Sandwich“ zwischen Luka Lochoschvili und Guram Giorbelidze zu Fall, der günstig postierte steirische Referee Alexander Harkam sah einen Kontakt, zeige auf den Elfmeterpunkt. Laut TV-Bildern eine vertretbare Entscheidung, für die Wolfsberger natürlich eine sehr umstrittene. Marco Djuricin hämmerte den Elfmeter wuchtig unter die Latte. Damit musste Wolfsberg fünf Tore schießen, um in den Europacup zu kommen. Eine Minute später fiel der Ausgleich, weil Teigl die Abseitsstellung von Dejan Joveljic aufhob. Ein Tritt von Mario Leitgeb gegen die Ferse des davon stürmenden Patrick Wimmer ließ Harkam keine andere Wahl, als Rot zu zeigen. Damit war alles gelaufen, so sehr sich Wolfsberg nach der Pause auch bemühte: „Wenn du  gefühlt das zwanzigste Mal zu zehnt spielst, dann wird es richtig schwer“, klagte Kapitän Michael Liendl. Christoph Monschein sorgte eine Minute nach der Einwechslung für Djuricin mit seinem Abschiedstor in Violett für den Sieg. „Austria war zweimal die bessere Mannschaft“ urteilte Admiras neuer Trainer Andi Herzog bei seinem letzten Auftritt als Sky-Kommentator.

Am 22. und 29. Juli geht es für Austria in der zweiten Runde der Qualifikation für die neue Conference League weiter. Aber mit welcher Mannschaft? Von den Spielern, die Sonntag in der Startelf standen, haben nur Tormann Patrick Pentz, Kapitän Markus Suttner, die Leipzig-Leihgabe Eric Martel, Dominik Fitz,  Wimmer und Djuricin Verträge für die kommende Saison. Bei Innenverteidiger Erik Palmer Brown und  Monschein, der mit dem LASK einig sein dürfte, waren es ihre Abschiedsvorstellungen. Palmer Brown war Leihspieler von Manchester City. Sein Vertrag bei Englands Meister läuft noch ein Jahr, daher wird er nicht nochmals verliehen, sondern nur verkauft.  Daher kann sich Austria den Amerikaner nicht leisten. Für  Wimmer gibt es nur noch in der kommenden Transferzeit die Chance auf eine namhafte Ablöse, in einem Jahr kann er gratis wechseln. Angesichts der finanziellen Lage könnte es eine Überlegung sein, ihn abzugeben.

Zurück kommen Leihspieler: Max Sax von Admira, die Stürmer Bright Edomwonyi und Sterling Yakete von Atromitos Athen und Rijeka. Edonwonyi, einer der violetten Spitzenverdiener, erzielte in Griechenland so wie zuvor im Herbst bei Austria kein Tor, die Ausbeute von Yakete (ein Tor in 24 Spielen) ist auch nicht gerade berauschend. Da kommt einiges auf Ortlechner zu. Das einzige, was Stöger Ortlechner sozusagen hinterließ, war die letzte Bitte, in der kommende Woche für die „Jungs“, die keine laufenden Verträge mehr haben, ein bisschen mehr Klarheit zu schaffen: „Die haben sie sich verdient“. Nicht mehr zur Verfügung wird Michael Madl stehen, weil das linke Knie nicht mehr so mitmacht, wie er es will. Christoph Schösswendter, Stephan Zwierschitz, Vesel Demaku,Thomas Ebner und Alexander Grünwald wissen nicht, ob Austria noch mit ihnen plant. Auch bei Wolfsberg ist noch manches unklar. Präsident Dietmar Riegler wollte nicht von einem Misserfolg reden: „Wir sind ein kleiner Verein. Alles, was wir bisher erreicht haben, ist sensationell.“

 

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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