Fußball

Sturms Fan-Energie gegen Salzburgs historisches Double: Leipzig macht Ernst um Haidara

Hat Red Bull Salzburg für den Fall der Fälle am Mittwoch Abend schon wieder rote T-Shirts wie nach dem Meisterstück am Sonntag gegen Sturm Graz vorbereitet? Die Zahl fünf und die offene Hand könnte man ja belassen, sollte auch das Klagenfurter Finale des Uniqa-Cups gegen die Grazer gewonnen werden. Nur müsste Salzburgs Marketingabteilung die Aufschrift ändern: Statt Serienmeister Seriencupsieger oder noch besser Seriendouble. Auch wenn Trainer Marco Rose prophezeit, das Spiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion  werde ein ganz anderes als Sonntag, Nach dem Sturms Mittelfeldmotor Peter Zulj bereits kampfeslustig angekündigt hatte: „Mittwoch haben wir unsere Fans im Rücken, da wird´s scheppern!“

Es spricht tatsächlich nur eines für den Sieg des Aussenseiters Sturm: Das Energiepotenzial durch die Überlegenheit der Fans auf den Rängen. Ihre Begeisterung bezeichnete Sportchef Günter Kreissl  bei seiner Vertragsverlängerung bis mindestens 2020 als faszinierenden Aspekt bei dem Traditionsklub. Knapp 26.000 Karten sind verkauft, die Kulisse wird eines Endspiels würdig sein. Ob das 2019 auch wieder in Kärnten steigt, ist noch Gegenstand der Verhandlungen. Von den 26.000  Zuschauern werden mehr als 20.000 Sturm-Fans sein. Eine schwarz-weiße Karawane wird Mittwoch über die Pack rollen. Ähnlich war es  beim letzten Cupsieg von Sturm vor acht Jahren in Klagenfurt, beim 1:0 gegen SC Wr.Neustadt vor 28.000 Zuschauern, als Jakob Jantscher in der Trainerära von Franco Foda zur Startelf gezählt hatte. Diesmal ist das nicht sicher. Aber Salzburg zeigte letztes Jahr, auch mit solch einer Konstellation auf den Tribünen fertig zu werden. Dort sassen unter den 20.200 Besuchern fast nur Rapid-Fans, aber Salzburg siegte trotzdem mit 2:1.

Rose wird bei der Chance auf ein historisches fünftes Double hintereinander, das zuvor noch keine österreichische Mannschaft schaffte, die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte bedeuten würde, vielleicht mit zwei Ausnahmen seine Bestbesetzung aufbieten. Die Ausnahmen: Andreas Ulmer machen weiter muskuläre Probleme im Oberschenkel zu schaffen, Kapitän Andreas Walke ist nicht der Tormann für den Cup, sondern Cican Stankovic, der im Semifinale durch vier gehaltene Elfmeter in Mattersburg den Aufstieg möglich gemacht hatte. Stankovic spielte auch 2017 im Finale gegen Rapid.  Je näher das Saisonende rückt, desto lauter werden die Transfergerüchte um den Serienmeister  Beim „Bullen-Bruder“ RB Leipzig, der von den Erfolgen dieser Saison her nur der kleinere ist, gilt es als ausgemachte Sache, Ernst in Sachen Amadou Haidara als Nachfolger für den zum FC Liverpool wechselnden Ex-Salzburger Naby Keita ernst zu machen.

Weil beim 20jährigen Mittelfeldmotor aus Mali außer Dynamik und Technik auch die Mentalität stimmt. Er gilt anders als zur Exzentrik neigenden französischen Leipzig-Legionäre, zu denen auch der Ex-Salzburger Dayot Upamecano gehört, als pflegeleicht. Deshalb ist Sportchef Ralf Rangnick bereit, wie bei Keita auch bei Haidara 15 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, um ihn zu bekommen. Nötigenfalls auch mehr. Sportchef Christoph Freund versichert noch kein konkretes Angebot für einen der  Salzburger Spieler bekommen zu haben. Der Nachfolger für Haidara stünde bereits in den Startlöchern: Nicht Zlatko Junuzovic, von dem deutsche Medien behaupten, dass er in Salzburg mit 2,5 Millionen Euro pro Saison nur 100.000 weniger als bei seinem letzten und besten Vertrag bei Werder Bremen verdienen wird, sondern die 20jährige Sambia-Perle Enoch Mwepu.

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