Fußball

Teamkapitäne in Leicester und Berlin mit ganz anderen Emotionen

Christian Fuchs spielt beim englischen Meister Leicester, steht auch im Achtelfinale der Champions League. Er war in der Ära von Marcel Koller  bis zu seinem Rücktritt im Juni 2016 nach der EURO in Frankreich Teamkapitän. Einer seiner Vorgänger unter Teamchef Didi Constantini hieß Emanuel Pogatetz. Der war früher auch England-Legionär bei Middlesbrough und West Ham, steht jetzt in der zweiten deutschen Liga bei Union Berlin unter Vertrag. Der Sonntag hätte für die Ex-Teamkapitöne nicht unterschiedlicher verlaufen können.  Für den einen total negativ, für den anderen total emotional wie ein Neustart.

Fuchs konnte  sich wirklich nicht freuen, da er mit Leicester eineinhalb Wochen vor der Champions League gegen Sevilla noch tiefer in den Abstiegskampf  der Premier League sank. Der Linksverteidiger  spielte beim 0:2 (0:2) in Swansea nur bis zur Pause, dann ersetzte  Trainer Claudio Ranieri den 30jährigen durch den zehn Jahre jüngeren Ben Chilwell. Der algerische Stürmer Islam Slimani  traf als   Leicesters letzter Torschütze schon am Silvestertag 2016 beim letzten Sieg des Titelverteidigers zum Goldtor gegen West Ham nach 20 Minuten. Den letzten Punkt gewann Leicester am 2. Jänner mit dem 0:0 beim ehemaligen Pogatetz-Klub Middlesbrough. Seit damals fünf Niederlagen hintereinander ohne erzieltes Tor. Leicester hat damit  insgesamt 520 Minuten Ladehemmung. Nur noch 40  fehlen auf zehn Stunden. Ein Wahnsinn. Der thailändische Besitzer Vichai Srivaddmanaprabh sass in Swansea mit unbewegter Miene auf der Tribüne. Leicester nur noch einen Platz und einen Punkt vor der Abstiegszone, das bezeichnete Ranieri als Schande: „So weiter machen ist keine Option!“

Pogatetz genoss dagegen mit 34  den Jubel von 20.528 Zuschauern, fünftausend mehr als beim Wiener Derby, in der Alten Försterei über das 3:1 von Union Berlin gegen Bielefeld, bei dem Ex-Rapidler Christopher Trimmel das 2:1 vorbereitete. Für Pogatetz wie ein Neubeginn, das Lob von Trainer Jens Keller zu hören: „Da spielte er erstmals seit gefühlt einem Jahr und stabilisiert gleich die Abwehr, ein Riesenkompliment.“ Er setzte Pogatetz zum letzten Mal zehn Runden zuvor am 22. Oktober beim 3:1 in Aue ein, der letzte Einsatz in der Startelf  datiert bereits aus der vergangenen Saison, bevor Keller kam. In der vorletzten Runde am 8. Mai. Auch damals hieß der Gegner Bielefeld. Aber Union verlor auswärts 0:2.

Auch als Pogatetz, der das letzte seiner 61 Länderspiele im Mai 2015 beim 2:1 über Tschechien in Olmütz bestritt, nur auf der Tribüne oder der Bank sass, ließ Unions Sportvorstand mit Rapid-Vergangenheit, Helmut Schulte, nichts über ihn kommen: „Pogerl ist immer ein super Junge.“ Gestern durfte er es zeigen. Beim Comeback verbesserte Union die Chancen auf den Relegationsplatz für die zwei Aufstiegsspiele gegen den Drittletzten der ersten Liga.  Pogatetz ließ danach seinen positiven Emotionen auch via Facebook freien Lauf: „Egal, was  du machst, stehe jeden Tag auf und versuche , dich zu verbessern. Egal ob als Mensch, in deinem Beruf, deiner Leidenschaft. Konzentriere dich nur auf Dinge, die du selbst beeinflussen kannst. Alles andere  ist verschwendete Energie auf deinem Weg zum Glück. Danke Union für diesen Tag.“

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