Fußball

Thalhammers Ende: Assistent Wieland übernimmt für 18 Spiele, Feldhofer im Talon

Im Frühjahr verpatzte der LASK die Meisterrunde, kam nur auf Platz vier. Damit verspielte  Dominik Thalhammer in seiner ersten Saison als Cheftrainer des LASK einiges an Vertrauen und Kredit. Nach nur einem Sieg in sieben Runden der neuen Saison und dem vorletzten Platz zog Präsident Siegmund Gruber die Reißleine, beurlaubte Thalhammer (Bild oben) als Trainer und Sportchef. Als Trainer amtierte er 14 Monate, als Sportchef nicht einmal vier seit dem Rücktritt von Vizepräsident Jürgen Werner. Bei LASK-Insidern gilt es als offenes Geheimnis, dass Werner bereits im Mai einen Thalhammer-Nachfolger im Hinterkopf hatte. Sein Name: Ferdinand Feldhofer, der nach der Trennung von Wolfsberg am Markt war.

Gruber lobte Thalhammer am Montag zwar als Fachmann in Sachen Fußball, der den LASK je einmal in die Gruppenphase der Europa und der neuen Conference League brachte, dazu erstmals nach 21 Jahren ins Finale des österreichischen Cups, aber er traut ihm nach dem 0:2 gegen die Austria, dem vierten Heimspiel ohne Sieg nicht mehr zu, die Mannschaft in die Spur zu bringen. Zudem wurde der Druck von außen  ziemlich groß, wie die „Thalhammer raus“-Rufe am Sonntag zeigten. Nach der letzten Saison trennte sich Thalhammer von den Assistenten Emanuel Pogatetz und Stephan Helm, mit  Christian Heidenreich reichte der Video-Analyst selbst seinen Abschied ein. Aber von Aufwärtsrend war nichts zu sehen. Der Abgang von Kapitän Gernot Trauner zu Feyenoord Rotterdam hinterließ im Abwehrzentrum eine Lücke, die nicht zu schließen war. Auch Reinhold Ranftl als Außenspieler geht merkbar ab, bei Schalke ist er noch kein Stammspieler. Zudem wurde Thalhammer die schlechte Chancenverwertung, für die er nichts kann, zum Verhängnis.

Bisher lobte Thalhammer Gruber als Präsidenten, der stets über den eigenen Tellerrand hinaussieht. Aber einmal kommt der Zeitpunkt, an dem Handeln angesagt ist. Für die nächsten 18 Spiele dieses Jahres präsentierte Gruber Thalhammers Assistenten Andreas Wieland (Bild unten) als neuen Chef. Der 38 jährige hat die UEFA-Pro-Lizenz, war schon unter Valerien Ismael in 50 Spielen Assistent. Aus der Zeit hat er den Ruf, nicht unbedingt loyal gewesen zu sein, sondern öfters Gruber auf Ismaels Fehler hingewiesen haben. Das mag mit ein Grund für die überraschende Trennung von Ismael gewesen zu sein. Die auch ein halbes Jahr Pause für Wieland bedeutete. Im Jänner 2021 bekam er einen neuen Job bei den OÖ Juniors, dem Farmteam in der zweiten Liga, das damals auf einem Abstiegsplatz stand. Mit sieben Siegen in 17 Runden stießen die Juniors auf Rang acht vor. Danach wurde der bärtige Wieland zum Assistenten von Thalhammer befördert.  Zweieinhalb Monate später ist er Chef für drei Monate, debütiert Donnerstag in der Conference League gegen Finnlands Rekordmeister HJK Helsinki.

Einen neuen Sportdirektor sucht der LASK noch. Was im Dezember an der Trainerfront passieren wird? Könnte durchaus sein, dass Feldhofer mit Verspätung doch noch einmal aktuell wird. Der Steirer ist sozusagen im Linzer Talon. Etwas amüsiert wird wohl Ismael aus Birmingham das Geschehen beim LASK verfolgen. Er wechselte zwei Monate nach dem Rauswurf nach England zu Barnsley in die Championship, machte dort den Job so gut, dass ihn mit West Bromwich ein Absteiger aus der Premier League, der sofort wieder aufsteigen will, außer Vertrag nimmt. Nach sechs Runden ist West Bromwich Tabellenführer.

Foto: FoobyHofer/Christian Hofer.

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