Fußball

Über Klopp, Rangnick, Salzburg: Das spezielle Interview mit Marco Rose

Ein fünfseitiges Interview in der Jänner/Februar-Ausgabe von UEFA Direct,  der offiziellen Publikation der europäischen Fußballunion. Auch dort ist der beeindruckende Karrierestart und Leistungsausweis des Trainers von Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg, Marco Rose, aufgefallen. Vom Triumph in der Youth League 2017 über das knappe Verfehlen des Endspiels in der Europa League 2017/18 gegen Olympique Marseille bis zu den letzten sechs Siegen in der Gruppenphase 2018/19. Im Herbst stand er in Nyon als Gast beim Trainerforum der Youth League Rede und Antwort. Auch über seine Spielerzeit bei Hannover 96 und Mainz unter renommierten Trainern wie dem Salzburger Feindbild Ralf Rangnick, das durch den Wechsel von Amadou Haidara nach Leipzig zwei Tage vor Weihnachten nochmals aktiviert wurde, Jürgen Klopp, aktuell mit dem FC Liverpool Tabellenführer der Premier League und Thomas Tuchel: „Bei Rangnick war ich noch sehr jung“ erinnert sich Rose auf Seite 21, „bei ihm habe ich gelernt, dass es besser ist, ehrlich zu sein. Er hat mich deshalb aus Hannover weggeschickt, weil es nicht mehr ganz gereicht hat. Ich fand einfach nur wichtig und gut, dass er ehrlich und offen mit mir war.“ Jürgen Klopp habe ihn am meisten von allen geprägt. Gar nicht so sehr, was Fußball betrifft, sondern mehr als Typ, im Umgang, als Persönlichkeit. In Paris St.Germain-Trainer Tuchel sieht Rose einen herausragenden Fachmann, von dem er ein paar Dinge, was das Spiel mit dem Ball angeht, mitnahm.

Auf Seite 22 bekennt sich der gebürtige Leipziger  zur Devise Ehrlichkeit währt am längsten: „Natürlich gibt es unangenehme Wahrheiten, aber das Entscheidende ist, dass man offen und ehrlich darüber redet. Dann kann man damit auch umgehen.“ Den Sieg in der Youth League sieht Rose im Rückblick gar nicht als große Überraschung: „Ich hatte das Glück, dass wir im Verein strukturell hervorragend aufgestellt sind. Wir haben uns eigentlich nie so richtig als Außenseiter gesehen. Ich hatte das Glück, eine sehr motivierte, junge, hungrige Mannschaft zu haben, die an sich geglaubt hat und das Gefühl hatte dass da etwas geht.“ Obwohl er zugibt, dass es etwas Außergewöhnliches ist wenn eine österreichische Mannschaft diesen Titel gewinnt.“ Auf Seite 23 spricht der über den Unterschied beim Coachen einer Junioren-und einer Profimannschaft: „Ich hatte das Glück, einen mutigen Sportdirektor zu haben, der gesagt hat: Ok, wir machen das jetzt mit Rose und gehen es an“. Damit ist Christoph Freund gemeint. Den Unterschied sieht Rose mit der Erfahrung von 18 Monaten gar nicht so groß: „Du hast teilweise dieselben Themen. Inhaltlich habe ich fast nichts geändert. Außerdem haben wir bei Salzburg eine einheitliche Spielidee von der Jugend bis zum Profibereich. Wenn du mit gestandenen Spielern arbeitest, musst du in der Lage sein, die Dinge sauber und gut zu kommunizieren, Fußball bleibt Fußball, Mensch bleibt Mensch.“ Bei der erste Mannschaft  werde man am Erfolg gemessen: „Es ist leider manchmal egal, ob du gut oder schlecht spielst. Am  Ende steht das Resultat. Aber ich habe die Überzeugung, die ich aus dem Nachwuchs mitnahm, dass auch die Ergebnisse stimmen werden, wenn du gut spielst.“

Auch eine Erfahrung der letzten eineinhalb Jahre: „Wir haben in dieser Zeit gelernt, dass wir rausgehen, um zu gewinnen, egal gegen wen. Um Fußball zu spielen, zu arbeiten, aber vor allen Dingen, auch, um zu gewinnen. Wir haben in Salzburg etwas entwickelt, worauf wir alle sehr stolz sind. Man merkt auch, dass wieder mehr Zuschauer kommen und Fußball einen anderen Stellenwert in Salzburg gewinnt.“ Welche Fähigkeiten ein Trainer braucht, um erfolgreich zu sein verrät Rose auf Seite 25: Fachkompetenz, Sozial-und Vermittlungskompetenz: „Das Allerwichtigste ist, die Jungs für dich zu gewinnen, sie bei der Stange zu halten. Ich kann nur elf aufstellen. Das richtig zu moderieren, die Jungs bei Laune zu halten, ist schon ein großer Job.“

Rose wird es auch weiter wichtig sein, die „eigenen Jungs“ zu fördern. So nennt er die österreichischen Spieler. Beispiele wie Xaver Schlager oder Hannes Wolf. Da hat er „Nachfolger“ im Auge: „Ich habe dann auch irgendwann die Aufgabe, diesen Jungs eine Chance zu geben.“ Sein abschließender Ratschlag an die Kollegen klingt ganz einfach: „Bleibt so wie ihr seid. Arbeit hart, bleibt enspannt, weil es viele wichtigere Themen gibt, wie zum Beispiel Familie. Wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, kann man auch ganz gut mit dem Profigeschäft umgehen, wo du stark in der Öffentlichkeit stehst.“

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