Nach zwei 1:0-Siegen gegen Salzburg hintereinander daheim gegen den Cupfinalisten LASK – normal sollte das bei Rapid einen Ansturm auf die Karten auslösen. Zumal Sonntag wegen des Derbyskandals nur 16.500 Fans ins Allianz-Stadion dürfen. Weil wie in der letzten Runde des Grunddurchgangs gegen Salzburg die Fantribüne und zwei Sektoren gegenüber gesperrt sind, was nach der Länderspielpause zum dritten Mal gegen Sturm Graz der Fall sein wird. Aber eher unerwartet waren Freitag noch 5000 Karten zu haben. Das bedeutet aber nicht den schlechtesten Besuch der Saison. Das waren 10.425 Zuschauer beim 2:0 gegen Wolfsberg, beim ersten Sieg unter dem neuen Trainer Hoff Thorup. Als die Fantribüne leer blieb, weil die aktive Szene sich von den schwachen Leistungen davor in aller Deutlichkeit distanzierte, wie auf einem Transparent zu lesen war. Beim 1:0 gegen Salzburg waren 14.570 Zuschauer auf den verbliebenen Plätzen. Ein gutes Omen für Rapid: In beiden Partien ohne Fantribüne gelang ein Sieg ohne Gegentor.
Auch am Sonntag? Beim Comeback von Didi Kühbauer als LASK-Trainer im Oktober gewannen die Linzer in Hütteldorf vor 2.337 Zuschauern 2:0, womit Rapid in vier Runden hintereinander ohne Sieg war. Ende November fertigte der LASK daheim Rapid 3:0 ab. Das heißt, Rapid muss zum ersten Mal in dieser Saison LASK-Tormann Lukas Jungwirth bezwingen, um zum dritten Mal hintereinander zu gewinnen. Für Andreas Weimann und Sasa Kalajdzic wird es Sonntag noch eine Verlängerung geben: Eine Stunde nach Schlusspfiff sind sie Gast bei „Talk & Tore“ im drei Kilometer vom Allianz-Stadion entfernten TV-Studio von Sky. Freitag vermeldete Rapid einen 47-jährigen Rückkehrer: Es ist der 62-fache finnische Teamspieler Markus Heikkinen, der 2008 zur letzten Meistermannschaft gehörte. Er war zuletzt Sportchef beim finnischen Klub Oulu, wird künftig für das Scouting im Norden Europas zuständig sein.
In der Qualifikationsgruppe gibt es für Wolfsberg ein richtungsweisendes Heimspiel gegen Altach. Gelingt es nicht, den Abwärtstrend zu stoppen, glauben Insider, dass es für Präsident Dietmar Riegler schwer wird, an Traienr Ismail Atalan festzuhalten. Für Schlusslicht Blau-Weiß Linz ist das oberösterreichische Duell die wahrscheinlich schon letzte Chance, Anschluss zu finden. Blau-Weiß hat auf den GAK, der in Innsbruck auf WSG Tirol trifft, und Wolfsberg jeweils sechs Punkte Rückstand.
Foto: Yigit Oerme.