Fußball

Vaduz oder Konyaspor: Rapid hat auch Glück bei der Auslosung

Wenn Rapid Tabellenführer ist, dann passt die Stimmung im grün-weißen Umfeld. Damit war auch garantiert, dass der Rapid-Tag im Wiener Prater Montag ein Erfolg war. Alles in Grün-Weiß, auch der Calafati-Platz als Hauptstandort (Bild oben). Beim Stammtisch in der Luftburg stellten sich Martin Bruckner, die Geschäftsführer Zoran Barisic und Christoph Peschek sowie die Neuzugänge Nicolas Kühn und Martin Koscelnik den Fragen der Fans. Dienstagnachmittag nach der Auslosung für die Play-offs der Conference League erlitt die positive Stimmung keinen Dämpfer. Denn wenn Rapid die zweite Hürde in der Qualifikation zur Conference League, Aserbaidschans Vizemeister Neftchi Baku meistert, wartet im Play-off der Sieger aus dem Duell zwischen Liechtensteins Meister FC Vaduz und Konyaspor, dem Dritten der türkischen Süper League. Sicher die leichtere Aufgabe als der französische Spitzenklubs Nizza, den Rapid ebenfalls bekommen hätte können, oder Hajduk Split aus Kroatien. Konya ist eine Stadt in Zentralanatolien mit 2,161 Millionen Einwohner, liegt 270 Kilometer südlich von Ankara. Für Rapid verläuft es derzeit also nicht nur bei den Spielen am grünen Rasen wie gegen Ried, Lechia Gdansk und in Klagenfurt glücklich, sondern auch bei der Auslosung in der UEFA-Zentrale Nyon am Genfer See.

Bereits fix in der Gruppenphase der Conference League wäre Rapids Erzrivale Austria. Aber der will mehr, nämlich in die sportlich und finanziell attraktivere Gruppenphase der Europa League. Dafür müsste Violett im Play off den Sieger aus dem Duell zwischen Fenerbahce Istanbul und dem FC Slovacko, dem Vierten der tschechischen Liga nach Meister Viktoria Pilsen, Slavia und Sparta Prag ausschalten. Slovacko spielt in der 25.000 Einwohner-Stadt Uherske Hradiste, 160 Kilometer von Wien entfernt. Der schwerere Gegner wäre nicht nur vom Namen her der türkische Vizemeister Fenerbahce. Allein schon wegen der fanatischen Atmosphäre beim zweiten Spiel am 25. August im Sukru Saracoglu-Stadion. Beim 1:2 gegen Dynamo Kiew, das die Chance auf die Champions League kostete, waren elf der 16 vom portugiesischen Trainer eingesetzten Spieler Legionäre, darunter Attila Szalai, der ungarische Innenverteidiger mit Rapid-Vergangenheit. Der Ex-Salzburger Mergim Berisha steht zwar bei Fenerbahce noch unter Vertrag, ist aber in Deutschland auf Klubsuche. Mainz zeigt Interesse. Austrias Trainer Manfred Schmid: „Es hätte sicher ein leichteres Los gegeben, aber wir nehmen die Herausfoderung an!“

Bereits Mittwoch Abend kämpft Wolfsberg im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Gzira aus Malta um den Aufstieg ins Play-off-Finale der Conference League, Davon gibt´s keine Live-Bilder im TV, beim ORF hat Sturms Duell gegen Dynamo Kiew Vorrang. Wolfsberg muss bei seinem Comeback im Europacup nach 17 Monaten (das letzte Spiel war das 0:4 im Sechzehntelfinale der Europa League am 24. März 2021 in London gegen Tottenham) wegen der Terminisierung durch die UEFA Mittwoch spielen. Wolfsberg baut sich durch den Blick in die Vergangenheit auf: Gegen Conference League-Sieger AS Roma und Finalgegner Feyenoord, gab es in den Europa League-Gruppenspielen 2019 und 2020 keine Niederlage. Aktuell herrscht aber intern eine etwas gereizte Stimmung. Da geht es um Innenverteidiger Dominik Baumgartner. Präsident Dietmar Riegler und auch Trainer Robin Dutt sind verärgert, weil er offen seinen Wechselwunsch zu Sturm Graz aussprach, sich nicht offen zu seinem noch ein Jahr laufenden Vertrag bekannte. Deswegen strich ihn Dutt vor dem 2:2 in Altach aus dem Kader, daraufhin machte Baumgartner etwas „Stunk“. Im Wolfsberger Umfeld sprechen einige von einem „Fall Lewandowski für Arme“. Auch dem georgischen Innenverteidiger Luka Lochoshvili sagt man nach, dass er einen Transfer anstrebt. Trotz allem: Gzira darf nicht die Endstation bedeuten. Obwohl die Amateure aus Malta überraschend Radnicki Nis im Elfmeterschießen eliminierten, mit den Brasilianern Jefferson und Samurai torgefährliche Brasilianer haben. Gzira ist übrigens der Stadtteil von Maltas Hauptstadt La Valletta, in dem Österreich am 5. Dezember 1976 den ersten Schritt zur Qualifikation für die WM 1978 in Argentinien gemacht hatte. Mit Mühe auf dem gefürchteten Sand-Hartplatz. Nur Hans Krankl konnte dort den übergewichtigen maltesischen Tormann Alfred Mizzi bezwingen, sicherte damit den knappen 1:0-Sieg.

Im Play off würde auf Wolfsberg entweder Norwegens aktueller Tabellenführer Molde, letztes Jahr Vizemeister hinter Bodoe Glimt, oder Kisvarda aus dem Nordosten Ungarns warten, vergangene Saison zwölf Punkte hinter Ferencvaros Budapest Zweiter.

Foto: SK Rapid/Red Ring Shots.

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