Zwei Tage vor dem Start der Weltmeisterschaft präsentierte die Bundesliga ein Maßnahmenpaket für den heimischen Spitzenfußball, das sie selbst als umfangreich lobte. Es geht dabei um Verbesserungen beim Video-Assistant-Referee und einen neuen Rahmenterminplan für die kommende Saison, die am 31. Juli mit der ersten Runde eröffnet wird. Dann stehen den Schiedsrichtern zwei zusätzliche Kameras in jedem Stadion, insgesamt fünf statt bisher drei, für die Bewertungen von VAR-relevanten Szenen zur Verfügung. Die ermöglichen auch die Weiterentwicklung der Abseitslinien-Technologie. Der Referee wird nach dem On-Field-Review künftig seine Entscheidungen verbal kommunizieren, um sie den Zuschauern nachvollziehbarer zu machen. Das war schon bisher in Deutschland und der englischen Premier League üblich. Durch die neue Übertragung der VAR-Bilder auf die Vidiwalls in den Stadien werden die Entscheidungen auch für die Stadionbesucher transparent.
Künftig gibt es auch mehr Entscheidungen, bei denen der VAR eingreifen darf. Auch offensichtlich falsche Eckbälle können überprüft werden, sofern dadurch keine große Spielverzögerung entsteht. Das gilt bereits erstmals bei der Weltmeisterschaft. Ebenso die Überprüfung von gelb-roten Karten, genau gesagt der zweiten gelben. Die zwölf Klubs stimmten dafür, die Entscheidung liegt nach den FIFA-Bewerbsregeln bei jedem nationalen Bewerbsführer. Österreich entschied sich als eines der ersten Länder dafür. Bundesliga-Chef Christian Ebenbauer ist sicher, dass dadurch der VAR auf ein neues Level gehoben wird.
Der Terminplan wurde geändert, um den sportlichen Erfolg der Klubs in den Europacupbewerben zu unterstützen. Konkret heißt das eine Bundesligarunde weniger im September und zwei zusätzliche Runden im Jänner statt des Viertelfinales im Cup. Das wurde in der Hoffnung beschlossen, dass nicht nur Meister LASK in einer Ligaphase vertreten sein wird, sondern auch Sturm Graz, Red Bull Salzburg, die Austria und Rapid das schaffen. Die Linzer sind fix in der Ligaphase der Europa League, falls sie in der Qualifikation für die Champions League scheitern.
Ab der Saison 2029/30 gilt, dass Aufstiegsanwärter aus der zweiten Liga über ein bundesligataugliches Heimstadion verfügen müssen, das bereits in der gesamten Saison 2028/29 bespielt wurde und unabhängig von der Spielklasse in der darauffolgenden Saison genutzt werden muss: „Infrastruktur ist ein Schlüssel, um sportlich erfolgreich sein zu können“, erklärte Ebenbauer. Die Entscheidung bedeutet einen Tiefschlag für die Vienna. Denn es ist absehbar, dass in zwei Jahren die Hohe Warte nicht bundesligatauglich sein wird. Das bedeutet einen „Aufstiegszwang“ bis 2028, denn ansonsten müsste die Rückkehr in die Bundesliga in einem Ausweichstadion fixiert werden. Viele Vienna-Fans werden nicht gerne von Döbling nach Favoriten in die Generali-Arena der Austria übersiedeln.
Transfermeldungen aus der Bundesliga sind in diesen Tagen rar. Red Bull Salzburg machte das Engagement von Außenverteidiger Nikolas Veratschnig offiziell. In Deutschland wurde kolportiert, dass Mainz für ihn 3,5 Millionen Euro Ablöse kassiert. Das wäre dreimal so viel, wie Mainz vor zwei Jahren an Wolfsberg bezahlte. Altach fixierte den zweiten Neuzugang nach Austria-Stürmer Marko Raguz: den 20-jährigen Defensivspieler Jakob Brandner von Zweitligist Liefering. Der gebürtige Grazer war zuvor in der Salzburger Akademie.
Foto: Yigit Oerme.