Fußball

Vor Chelsea und Liverpool schoss sich Weimann in Erinnerung

Wer das 2:2 (2:2) zwischen Chelsea und Liverpool sah, egal ob live an der Stamford Bridge oder irgendwo vor dem TV-Schirm, der wird vom Tempo und der Dramatik des Topspiels, bei dem Manchester City als überlegener Tabellenführer der heimliche Sieger war, der jetzt zehn Punkte mehr als der Zweite Chelsea hat, begeistert gewesen sein. Bevor Referee Anthony Taylor den Schlager anpfiff, bei dem er schon in der ersten Minute dem Ex-Salzburger Sadio Mane für einen  Ellbogenschlag ins Gesicht von Chelseas Verteidiger Cesar Azpilicueta Rot zeigen hätte müssen, dies nicht tat und damit wahrscheinlich das hohe Niveau des Spitzenspiels ermöglichte, machte ein Österreicher mit seinem speziellen Neujahrsgruß von sich reden. Wenn auch „nur“ eine Klasse tiefer, in der Championship, bei einem Mittelständer. Der „vergessene“ Andi Weimann brachte sich in seinem 15. England-Jahr nach einiger Zeit wieder  eindrucksvoll in Erinnerung. Mit einem Hattrick zum 3:2 (1:2) des 14. Bristol gegen den Zehnten Millwall. Fünfeinhalb Jahre nach dem letzten seiner 14. Länderspiele zeigte Weimann: Ich kann es noch immer.

Bristol ist der fünfte englische Verein des ehemaligen Rapid-Talents, das 2007 auf die Insel wechselte. Zuerst kam Aston Villa, dann Watford, nochmals Aston Villa, Derby County, Wolverhampton und seit 2018 Bristol. Sein Vertrag läuft bis 2024. Die Weimann-Bilanz in England mag zwar nicht glamourös sein, aber zu unterschätzen ist keinesfalls, was ihm gelungen ist: Mit dem Hattrick vom Sonntag 48 Tore in 242 Spielen der Championship, in der Premier League gab es 17 Weimann-Tore in 113 Spielen. Aktuell liegt er in der Torschützenliste der Championship nach 25 Runden mit zwölf Treffern auf Rang vier. Mit Ausnahme von Red Bull Salzburg wäre er für jeden Klub in Österreichs Bundesliga eine Verstärkung. Aber keiner würde ihn finanzieren können, selbst wenn er es wollte. Außerdem ist die Rückkehr in die Heimat für den zweifachen Familienvater Weimann kein Thema.

Nach dem Topspiel zwischen Chelsea und Liverpool wurde auch über einen Stürmer geredet, der nicht spielte. Über Romelu Lukaku, den Chelseas Trainer Thomas Tuchel „rasierte“, aus dem Kader strich, weil er in einem Interview mit „Sky Italia“ erklärte, sich bei Chelsea nicht wohl zu fühlen. Aber es stellt sich die berechtigte Frage, ob Chelsea mit einem Brecher wie Lukaku nicht gewonnen hätte. Tuchel verteidigte seine Entscheidung. Liverpool musste außer Trainer Jürgen Klopp auch Tormann Alisson Becker wegen Corona vorgeben, wurde vom holländischen Klopp-Assistenten Pepijn Lijnders gecoacht. Sah nach 26 Minuten nach Toren von Mane (sein erstes nach sieben Spielen)  und Mo Salah wie der kommende Sieger aus. Aber Chelsea schaffte noch vor der Pause durch einen sensationellen Volley des in Linz aufgewachsenen Mateo Kovacic, der quasi im Zurückgehen traf, und den Amerikaner Christian Pulisic den Ausgleich. Bei der Offensive der zweiten Hälfte fehlte einer wie Lukaku. Bemerkenswert an dem Schlager vor 40.072 Zuschauern: Erstmals seit 28 Jahren gab es in der Premier League Stehplätze.

Foto: Bristol City/Twitter.

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