Einen Tag schneller als erwartet entschied der Strafsenat der Bundesliga die Anzeige von Chefankläger Peter Truzla gegen Rapids Tormann Niklas Hedl wegen einer provokanten Geste nach dem Wiener Derby in Richtung von Austrias Fantribüne. Auf Antrag von Rapid wurde die Verhandlung auf Mittwoch vorverlegt. Dem Strafsenat genügte die Geste, die auf dem zur Verfügung stehenden Bildmaterial höchstens eine Sekunde dauert, um Hedl wegen unsportlichen Verhaltens für ein Spiel zu sperren. Die bedingte Strafe Hedls wegen d er Vorfälle nach dem Derby im Februar 2024 wurde aber nicht „schlagend“, sonst wäre er für vier Partien gesperrt. Der Grund dafür: Es handelt sich um ein anderes Delikt. Kein zweiter Verstoß gegen das Fair Play. Welche der acht Mitglieder des Strafsenats, dessen Vorsitzender Manfred Luczensky ist, in der online geführten Verhandlung das Urteil, über das man diskutieren kann, aussprach, verriet die Bundesliga nicht.
In der gleichen Minute, in der die Bundesliga Hedls Sperre via Aussendung veröffentlichte, kam schon Rapids Mitteilung vom Protest dagegen. Normal müsste das Protestkomitee noch vor dem Spiel am Sonntag zusammentreten. Von den sieben Mitgliedern sind drei Universitätsprofessoren. Für Sport-Geschäftsführer Markus Katzer kam bereits die Anzeige überraschend, er glaubt der Versicherung Hedls, keine bewusste Geste gegenüber Dritten oder gar der Fantribüne gemacht zu haben. Daher ist das Urteil aus grün-weißer Sicht auf gar keine Weise nachvollziehbar: „Wir sind felsenfest überzeugt, zu Unrecht angezeigt und bestraft wurde.“ Rapid glaubt, dass dem Protest stattgegeben wird. Weil Hartbergs Donis Avdijaj im März 2024 für eine Geste, die viel deutlicher zu sehen war als die von Hedl, mit einer bedingten Sperre davonkam. Was an der „Causa Hedl“ einigermaßen verwundert: Letzten Freitag demonstrierten Austria und Rapid im Stadtsenatsaal des Wiener Rathauses Einheit. Sehr ernst kann das nicht gemeint gewesen sein. Denn, wenn die Liga die Hedl-Bilder nicht von der Austria bekam, von wem dann?
Aufregung gab es auch ohne Strafsenat bei Sturm Graz. Um einen Ex-Rapidler, um Winterkauf Fally Mayulu, der Mika Biereth ersetzen sollte. Wegen einer beim Aufwärmen vor dem 0:3 in Wolfsberg erlittenen Muskelverletzung, fällt er wochenlang aus.