Deutsche Medien interessieren sich in den letzten Tage öfters als sonst für Paul Wanner. Der Grund ist klar: Der 20 jährige spielte Mittwochabend in der letzten Runde der Ligaphase der Champions League mit PSV Eindhoven gegen seinen Ex-Klub Bayern München, der ihn letzten Sommer um 15 Millionen Euro an den holländischen Meister verkaufte. Bei dem er in der Trainerära von Julian Nagelsmann während der Corona-Zeit am 7. Jänner 2022 bei der 1:2-Heimniederlage gegen Mönchengladbach mit 16 Jahren und 15 Tagen sein Ligadebüt gefeiert hatte. Damit ist er bis heute der jüngste Bayern-Spieler in der Bundesliga, der jüngste Debütant und jüngste Meister der Liga. Nach dem Debüt kam er noch dreimal zum Einsatz.
In den letzten zwei Saisonen zeigte das Talent als Leihspieler bei Elversberg in der zweiten Liga und Heidenheim in der Bundesliga durchaus gute Leistungen, machte bei Bayern die Saisonvorbereitung mit, ehe es zum Wechsel kam. Danach kam Kritik auf, dass der in Dornbirn geborene Sohn einer Österreicherin und eines Deutschen sich nicht dem Konkurrenzkampf stellte. Bei Eindhoven bremste ihn zunächst eine Sprunggelenksverletzung, inzwischen kam er auf 18 Einsätzen, in denen er drei Tore erzielte. Trainer Peter Bosz setzte den Kreativspieler mitunter in ungewohnter Rolle ein: im zentralen, defensiven Mittelfeld vor der Abwehr.
Montag vermeldete die Münchner „tz“, dass sich Wanner, der letzten Sommer mit der deutschen U 21 bei der EM in der Slowakei bis ins Finale kam, entschlossen habe, künftig für Österreich zu spielen, weil es für jeden Spieler das größte ist, bei einer WM zu spielen. Bei Deutschland ist die Konkurrenz auf den Offensivpositionen mit Florian Wirtz oder Jamal Musiala doch größer als bei Österreich. Fakt ist, dass Teamchef Ralf Rangnick ständig mit Wanner in Kontakt steht, aber von ihm noch nichts über diese Entscheidung konkret hörte. Rangnick dachte dabei an die Perspektive nach der Weltmeisterschaft in diesem Jahr. Die für einige Spieler wie Marko Arnautovic, Michael Gregoritsch, Marcel Sabitzer oder David Alaba die letzte sein dürfte. Für die Offensive bietet sich nicht viele Nachfolger an. Eine Variante wäre sicher Wanner. Dass Rangnick nach einem Ja von Wanner noch alles für die WM neu ordnet, um Wanner zu integrieren, kann man hingegen so gut wie ausschließen.
Foto: UEFA.