Die Austria ist bereits für den Europacup fix qualifiziert, mischt mit einem Sieg weiter im Titelrennen mit, Rapid muss Platz fünf halten, um noch eine Chance zu haben, um via Play-off gegen LASK oder Hartberg in die Qualifikation für die Conference League zu kommen, die Saison mit einem blauen Auge zu beenden, wie es Sportchef Markus Katzer ausdrückte. Die Ausgangsposition vor dem 346. Wiener Derby scheint klar: Die Austria ist Favorit, hat aber auch mehr Druck, da Rapid selbst bei einer Niederlage Fünfter bleiben könnte, da ein Heimsieg von Cupsieger Wolfsberg mit Ex-Rapid-Trainer Didi Kühbauer gegen Blau Weiß Linz keine Überraschung wäre. Da geht es ja um die sensationelle Doublechance der Kärntner.
Rapid hat zwar drei der vier letzten Derbys gewonnen, damit so viele Siege gefeiert wie in 22 Derbys davor, aber andererseits unter Interimstrainer Stefan Kulovits in zwei Partien kein Tor geschossen. In den sieben Runden der Meistergruppe waren es erst vier, die Hälfte davon beim 2:0 gegen die Austria, als Kapitän Matthias Seidl und Mamadou Sangare scorten. Der hatte mit spektakulärem Seitfallzieher auch die Führung beim letzten 1:2 in der Generali-Arena erzielt, ist diesmal nach seiner Gelbsperre ebenso wieder dabei wie Guido Burgstaller. Andrerseits fehlt Dion Beljo nach der fünften gelben Karte, als Ersatz kann Kulovits zwischen Burgstaller, für den es der erste Einsatz in der Startelf beim Comeback wäre, und Ercan Kara wählen. Kulovits hielt vergangene Woche bei der Analyse des 0:1 gegen Wolfsberg mithilfe von Videoclips einigen Spielern vor, dass ihnen die letzte Bereitschaft fehlte. Ob sich das ändert? Die Personalsituation im Abwehrzentrum hat sich nicht wirklich gebessert: Serge Philipp Roux, Jakob Schöller und Amin Gröller fallen weiter aus, Gröller verletzte sich nach dem soliden Budesligadebüt im Training so schwer, dass die Saison für ihn beendet sein dürfte. Kulovits überlegt, ob er den Einsatz von Nenad Cvekovic risieeren soll, auf die Gefahr hin, dass er sich erneut verletzten und im Play off fehlen könnte. Sieht mehr danach aus, dass wie gegen Wolfsberg Dominic Vincze und Kuadio Ahoussou beginnen, Austrias Kader ist hingegen komplett. Die Bestandsaufnahme von Trainer Stephan Helm: „Alle sind im Tunnel und voller Energie. Wir wollen das Stadion zum Beben bringen!“ Sky ließ sich etwas besonders einfallen: Ein Legendenderby der Andis als Co-Kommentatoren. Ogris gegen Herzog.
Heimlich, still und leise dürfte es zwei Tage vordem Derby in heiße Personalie in Violett gegeben habe. Es geht um den 42 jährigen Ex-Rapid-Torjäger Stefan Maierhofer, der via Instagram zwei Jahre nach dem Karriereende beim Kremser SC sein Comeback ankündigte. Bei einem Klub, mit dem er nächste Saison um den Titel mitspielen kann. Es sah so aus, dass dies ausgerechnet die Austria drin könnte, für die Maierhofer, der in Rapids letzter Meistermannschaft, der mit Geschäftsführer Steffen Hofmann und Kulovits zusammenspielte, künftig tätig sein wird. Als Spieler bei den Young Violets in der Regionalliga Ost, dazu im Trainerstab der Kampfmannschaft. Freitag wurde der „Major“ am Weg in die Geschäftsstelle der Austria gesehen. Abere es ging um die Vienna Vikings, die ihre Heimspiele in der Generali-Arena austragen. Maierhofer beginnt eine Karriere im American Football als Free-Kicker.
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