Fußball

Was verändert sich bei Austria mit dem neuen Präsidenten Frank Hensel?

Als Frank Hensel Montag Abend in der Generali-Arena auf Wolfgang Katzian als Präsident der Austria folgte, trug er ein violett-weiß gestreiftes Hemd (Bild oben). Amtsübernahme in den Klubfarben, das sprach schon gegen die Ankündigung des 60jährigen Sachsen, er werde kein Veranstaltungs-Präsident sein. „Er ist wer, der Gas gibt. Das werden alle noch merken“, prophezeite Katzian. Ob das wirklich gilt? Dann warten auf AG-Vorstand Markus Kraetschmer andere Zeiten als bisher, auch wenn er Hensel wie sich selbst als Teamplayer bezeichnete. Aber trotzdem stellt sich die Frage, ob sich der neue Präsident so leicht wie der alte von Kreatschmer zu notwendigen  Veränderungen in den sportlichen Spitzenpositionen, sprich Trainer und Sportchef, überzeugen läßt. Vorerst stellte sich Hensel vorbehaltlos hinter alle Verantwortlichen, das sind Kraetschmer, Sportchef Ralf Muhr und Trainer Thomas Letsch: „Es gab im Sommer einen Umbruch, den erledigt man nicht in einem halben Jahr.“

Mit dem neuen Präsidenten bekam die Austria einen neuen zweiten Vizepräsidenten. Ex-Vizekanzler Josef Pröll, der als Alternative zu Hensel gehandelt wurde, folgte auf Rudi Reisner, der ins Kuratorium wechselte. Robert Zadrazil, Vorstand bei der Bank Austria, löste Ex-Minister Karl Blecha als Vorsitzenden des Verwaltungsrats ab. Das sind Nebenschauplätze. Die dringlichste Frage an den neuen Präsidenten, der selbst viel Entwicklungspotenzial sah und wusste, dass nicht alles an Geld hängt, sondern auch viel an Emotionen und Leidenschaft: Wann wird die Austria wieder ihren eigenen Ansprüchen gerecht, muss nicht um einen Platz unter den ersten sechs und damit in der Meisterrunde bangen?“

Eine Zahl, die Montag bekannt wurde, gab zu denken: Obwohl es letzte Saison sportlich alles andere als gut lief, gab es im „Exil Happel-Stadion“ einen wirtschaftlichen Reingewinn von 661.000 Euro. Was ausser Lob für gutes Wirtschaften vielleicht auch den Schluss zulässt, dass bei der Mannschaft zuviel gespart, zu wenig investiert wurde. Im neuen Stadion ist  mehr Geld vorhanden. Obwohl von den  Neuerwerbungen nur Bright Edomwonyi eine Ablöse kostete, alles andere über kostenlose Freigaben und Leihgebühren wie bei Uros Matic, Igor oder den Südamerikanern  Cristin Cuervas und Ewandro funktionierte. Unter dem viel kritisierten Franz Wohlfahrt als Sportchef  kam Austria  zweimal, wenn auch glücklich, aber im Endeffekt doch, in die Gruppenphase der Europa League, die für den Reingewinn sorgte. Mit mehr Möglichkeiten müßte jetzt eigentlich Hensel auch die Gruppenphase der Europa Legue fordern.

Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Aber dank Punkteteilung nach 22 Runden gibt es noch die große Chance zur Wende.  Wenn die nicht gelingt, dann darf Hensel nicht mehr vorbehaltlos hinter allen Verantwortlichen stehen, sondern müßte eigentlich Tacheles reden. Wie man hört, verlängert sich der Vertrag von Letsch nur automatisch, wenn die Qualifikation für einen internationalen Bewerb gelingt.

Foto: FK Austria Wien Media .

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