Fußball

Warum Absage des Luxemburg-Spiels nie in Betracht kam

Florian Grillitsch sagte Montag Österreichs Nationalteam für die Spiele gegen Luxemburg, Nordirland und Norwegen ab. Zwei Wochen nach der Geburt seiner Tochter möchte er bei der Familie bleiben, was dem Hoffenheim-Legionär keiner verübeln kann. Statt ihm feiert Peter Zulj von Anderlecht ein Comeback. So mancher stellte nicht ganz zu Unrecht die sportliche Sinnhaftigkeit des Duells gegen Luxemburg am Mittwoch in Frage. Wegen der Corona-Problematik, der ohnehin hohen Belastung für die Spieler. Aber eine Absage konnte nie ein Thema sein, selbst wenn sie die Chefetage des ÖFB in Betracht gezogen hätte. Von Geschäftsführer Bernhard Neuhold hätte man das, durchaus nachvollziehbar, nicht erwarten dürfen: Denn das Match bringt ein nette sechsstellige Summe, die der ÖFB in schweren Zeiten wie diesen durchaus brauchen kann.

Der Grund: Das Match in Luxemburg gehört wie zuvor schon das im Oktober gegen Griechenland in Klagenfurt zur Zentralvermarktung der UEFA rund um die Termine der Nations League. Das bringt Gelder aus TV-Liveübertragung und  Werbung. Auf die keiner verzichten will oder kann. Daher gehen alle Diskussionen über Absage an der wirtschaftlichen Realität vorbei. Die Teamchefs  ziehen ohne bereits die Konsequenzen: Foda gab David Alaba, Christoph Baumgartner, Stefan Lainer, Marcel Sabitzer und Xaver Schlager bis Mittwoch frei, für die fünf Legionäre ist Donnerstag Abend erstmals Training. Das Paradoxe: Selbst Luxemburgs Teamchef Luc Holtz kündigte an, Mittwoch nicht seine stärkste Mannschaft aufzubieten. So wie Österreich um den Aufstieg in die Nations League A kämpft, verhält es sich auch bei Luxemburg. Da geht es gegen Montenegro und Zypern um den Gruppensieg und den Aufstieg in die Nations League C. In Luxemburgs Teamkader  stehen inzwischen 23 Legionäre, unter anderem von Klubs wie Dynamo Kiew, Standard Lüttich, 1. FC Köln, Mainz, Norrköping, Young Boys Bern etc. Beim letzten Heimsieg über die Zyprioten gehörten neun Legionäre zur Startelf.

So viele könnten es auch Mittwoch bei Österreich sein. Etwa Raphael Holzhauser (Bild oben) bei seinem zweiten Einsatz im Teamdress oder Valentino Lazaro bei seinem ersten in diesem Jahr nach der Verletzungspause. Beide stellten sich Montag Mittag auf der ersten Pressekonferenz. Aus Sicherheitsgründen gibt es vorerst nur virtuelle. Bei Holzhauser ging es um seinen Erfolgslauf bei Aufsteiger Beerschot, der mit dem 5:5 bei Kortrijk wieder ein Spektakel lieferte, nach zwölf Runden nur einen Punkt hinter Tabellenführer FC Brügge auf Rang fünf liegt. Holzhauser verwandelte einen Elfer, führt mit neun Toren in  der Schützenliste. Bei Lazaro drehte sich fast alles verständlicherweise um sein Supertor vom Sonntag im Flug mit der Ferse. Er hofft, dass es nicht sein letztes war.

Foto: ÖFB/Kelemen.

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