Fußball

Wenn Andi Herzog Varta trägt, ist bei Rapid etwas im Busch!

Seit Montag Abend ist der Wahlkampf bei Rapid um die Nachfolge von Präsident Michael Krammer offiziell im Laufen. Auf der ersten Mitgliederversammlung, auf der Zoran Barisic in seiner neuen Funktion als Geschäftsführer Sport Rede und Antwort stand, ging es vor allem darum, welche drei Mitglieder in das Wahlkomitee kamen, das entscheiden wird, wer sich am 25.November zur Wahl stellen darf. Da werden Erinnerungen an das Szenario vor sechs Jahren wach, als das Wahlkomitee die Kandidatur des Rank Xerox-Spitzenmanagers Erich Kirisits mit dem Jahrhundertrapidler Hans Krankl an seiner Seite nicht zuließ. Gegen das Konzept „Rapid neu“ wurden damals sicher sehr gezielt falsche Gerüchte lanciert, haarsträubende Unwahrheiten in den Raum gestellt. Präsident wurde Krammer, der zunächst dem Wahlkomitee angehört hatte.

Die Mitglieder wählten Montag drei Akademiker als ihre Vertreter: Magister Jürgen Hampel, 52 Jahre alt, Unternehmensberater, früher Gründer des Fanclubs „Sitzplatzschweine“, den 15 Jahre jüngeren Magister Herbert Kretz von der Initiative Rapid 2020 und Helmut Mitter, den Vizebürgermeister  von Walding, einer Gemeinde im oberösterreichischen Mühlviertel mit 4095 Einwohnern. Bei dem 37jährigen sehr bemerkenswert: Er gehört zur Rechtshilfe Rapid, die sich derzeit mit der Wiener Polizei wegen der Vorfälle rundum das letzte Derby bei der Austria auch vor Gericht „duelliert“. Das Rapid-Kuratorium schickte die ehemalige Staatsschulrat-Präsidentin Susanne Schicker und Werner Muhm, den Ex-Direktor der Wiener Arbeiterkammer, in den Wahlausschuss. Krammer ist der Vertreter des amtierenden Präsidiums. Jedenfalls muss die Sozialistische Partei ein großes Interesse an Rapid haben, denn drei der sechs Wahlausschuss-Mitglieder kommen aus ihren Reihen. Gegen ihren Willen kann keiner Präsident werden.

Krammer wird im Wahlausschuss sicher für sein Präsidiumsmitglied Martin Bruckner Stimmung machen. Das Argument, das gegen den souveränen Allianz-Banker ins Treffen geführt wird, ist nicht wirklich  überzeugend: Dann geht alles wie bisher weiter. Bruckner tut gut daran, sich bisher offiziell zurückzuhalten, keine „Wahlkampfauftritte“ zu inszenieren. Zum Unterschied von Rapids Sponsor Roland Schmid, einem Selfmademillionär aus der Immobilienbranche, der Rapids Tormannlegende Michael Konsel an seiner Seite hat, bereits durch die Redaktionen tourte. Dass er unterklassige Fußballklubs, Basketballer, Skifahrer wie Michael Matt sponsert, hat eigentlich wenig mit den Fähigkeiten zu tun, Österreichs populärsten Klub in eine bessere Zukunft zu führen. Bleibt der geheimnisvolle Milliardär Michael Tojner, an dessen Affinität zu Rapid nicht den geringsten Zweifel gibt. Zu dem in Zusammenhang mit der Präsidentenwahl in den letzten Wochen viele in seine Unternehmenszentrale pilgerten. Auch Vertreter von Fanklubs wurde in der Mariahilferstraße 1 vorstellig.

Tojner, mit „Varta“, einer seiner Firmen, bereits der größte Sponsor des Rapid-Nachwuchs, lässt sich nicht in die Karten blicken. Eher sieht es nicht danach aus, dass er selbst ins Rennen geht. Sondern, dass er  einen ins Rennen schickt, der seine Unterstützung zum Unterschied der anderen Kandidaten haben wird. Mit Israels Teamchef, der eine Rapid-Vergangenheit hat, fand er bereits vor längerer Zeit eine gemeinsame Basis. Wovon Herzog korrekterweise auch schon Israels Sportchef aus Österreich, Willi Ruttensteiner, informierte. Die Andi Herzog Montag Vormittag noch vor der Mitgliederversammlung offiziell machte, als er im krone.tv nicht nur sein gewohntes Werbepickerl von den Nessl-Fließen am hellblauen Hemd trug, sondern erstmals auch Varta (Bild oben). Ein Vorgriff auf die Zukunft? Herzogs Vertrag mit Israels Verband läuft mit Ende der Qualifikation aus, verlängert sich über den November hinaus automatisch, sollte er mit den Israelis sensationell das Ticket für die Europameisterschaft 2020 schaffen oder ins Play-off der Nations League kommen.

Herzog ist gerade dabei, sich als Trainer weiter zu profilieren, sich auch für die deutsche Bundesliga interessant zu machen. Nicht nur Ruttensteiner würde seinen Schritt zu Rapid als Fehler sehen. Herzogs  Wunsch, nach sieben Jahren im Ausland, wieder mehr daheim bei Frau, Söhnen und Eltern zu sein, besteht garantiert. Einmal hat Herzog schon einen Schreibtischjob bei Rapid abgelehnt. Sein „Nein“ kürte Fredy Bickel im Herbst 2016 zum Sportchef. Aber wenn Herzog  bereits „Varta“ trägt, ist bei Rapid mit ihm sicher etwas im Busch. Präsident für den sportlichen Bereich mit einem Wirtschaftsfachmann an seiner Seite? Im Tojner-Programm hätte der derzeitige Geschäftsführer für Wirtschaft, Christoph Peschek, wenig Zukunft. Auch Barisic, obwohl kaum erst im Amt, und Trainer Didi Kühbauer tun gut daran, noch mehr als bisher alle Antennen auszufahren. Denn wenn Tojner ein Ziel verfolgt, dann mit größtmöglicher, unerbitterlicher Konsequenz. Das gilt als eines der Markenzeichen des 53jährigen.

Foto: Krone.at.

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