Fußball

Wiedersehen von Ancelotti und Bayern: Die Revanche ein bisschen im Hinterkopf

Dienstag Bayern gegen Real Madrid, Mittwoch Borussia Dortmund gegen Frankreichs Meister Paris St. Germain – der Auftakt zum Semifinale der Champions League. Der große Kracher in München bringt ein Wiedersehen von Carlo Ancelotti mit dem Klub, bei dem er vom 1. Juli 2016 bis 28. September 2017 als Nachfolger von Pep Guardiola Trainer war. Ein Kapitel, das als ein großes Missverständnis gilt. Warum das vor Jahren mit Bayern und Ancelotti schiefging, darüber rätseln noch sieben Jahre später viele. Mit einem Trainer, der davor zweimal mit Milan, danach zweimal mit Real Madrid die Champions League gewann, was keiner außer dem inzwischen 64 jährigen schaffte. Von Abrechnung mit Bayern und dem Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß, der die Trennung vom Italiener forcierte und auch derzeit mit Kritik an Trainer Thomas Tuchel für Turbulenzen sorgt, wird man von Ancelotti kein Wort hören. Das prophezeit einer, der der ihn bestens kennt, nämlich Herbert Prohaska, der gemeinsam mit Ancelotti und dem Brasilianer Falcao das Mittelfeld des AS Roma bildete, als in der Saison 1982/83 der Meistertitel geholt wurde: „Aber ein bisschen wird er die Revanche schon im Hinterkopf haben!“

Österreichs Teamkapitän David Alaba erlebte dies alles als Bayern-Spieler mit. Ancelotti arbeitete mit italienischer Lässigkeit, brachte seinen Sohn Davide als Assistenten mit, auf Kritik folgte meist ein schiefes Grinsen von ihm. Der Ärger war rasch vergessen. Hoeneß sah Ancelotti als „Rummenigge-Trainer“ und war septisch. Im Frühjahr 2017 scheiterte Bayern im Viertelfinale der Champions League nach Verlängerung gegen Real Madrid im Bernabeu-Stadion, kurz danach im Semifinale des deutschen Pokals gegen Borussia Dortmund, es blieb nur der Meistertitel. Im Sommer beendeten mit Philipp Lahm und Xabi Alonso wichtige Führungsspieler ihre Karriere, am 27. September gab es im Gruppenspiel der Königsklasse eine 0:3-Abfuhr bei Paris St. Germain. Ancelotti setzte Stars wie Franck Ribery, Arjen Robben und Mats Hummels auf die Bank, ließ Jérôme Boateng auf der Tribüne. Die Niederlage war bis heute die letzte Bayern-Pleite in der Gruppenphase. Danach musste Ancelotti gehen. So früh wie kein anderer Bayern-Trainer zuvor in einer Saison. Danach trainierte er Napoli und Everton, ehe seine zweite Ära bei Real Madrid begann. In der hat er nach 165 Spielen mit 2,28 den gleichen Punktschnitt wie zum Abschied von Bayern bei 60.

„Ancelotti ist ein super Typ, der immer viel mit den Spielern spricht“, lässt Alaba nichts über seinen Trainer kommen, „Bayern hätte vielleicht mehr Geduld haben müssen!“ Alaba kam Montag mit Real nach München, aber das hat nichts mit einem unerwarteten Sensationscomeback zu tun. Ancelotti wollte alle Spieler dabei haben. Auch die Verletzten wie Alaba oder Tormann Thibault Courtois. Freitag schonte er beim 1:0 in der La Liga gegen Real Sociedad in San Sebastian die deutschen Teamspieler Toni Kroos und Antonio Rüdiger sowie Torjäger Vinicius junior. Sky Austria überträgt beide Semifinalspiele live, beim Bayern-Schlager sind Österreichs frühere Teamkapitäne Andreas Herzog und Julian Baumgartlinger als Experten im Studio. ServusTV zeigt m Mittwoch Dortmund gegen Real Sociedad.

Foto: UEFA.

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