Wilde Spiele in der Qualifikationsgruppe. Schlußlicht Blau Weiß Linz lag daheim gegen Ried nach einem Doppelpack von Sturm-Leihgabe Peter Kiedl in der 18. Minute 0:2 zurück, die rote Karte für Rieds Mittelfeldspieler Nikolas Bajlicz nach einer halben Stunde drehte das Spiel. Nach 64 Minuten stand es nach einem Treffer von Simon Seidl 2:2. Im Finish verwandelte der noch vor der Pause eingewechselte Ronivaldo einen Elfmeter zum 3:2 (0:2). Das brachte neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg, der Rückstand auf Wolfsberg wurde vor den letzten acht Runden auf vier Punkte reduziert. Denn Wolfsberg gelang gegen Altach nicht der Befreiungsschlag. In einem Spiel, das den Chancen nach klar gewonnen hätte werden müssen, rettete ein Kopftor von Nicolas Wimmer knapp vor der Pause nur ein 1:1 (1:1). Trainer Ismail Atalan verzichtete auf Kapitän Dominik Baumgartner, das sorgte für Gesprächsstoff. Der GAK überholte durch den 5:1-(1:1-)-Kantersieg gegen WSG Tirol am Innsbrucker Tivoli nach 0:1-Rückstand Wolfsberg und die Tiroler, ist sechs Punkte vor Blau Weiß hinter Altach und Ried Dritter. Die Legionäre Ramiz Harakate und Jacob Italiano (Bild) sorgten für alle Treffer. Italiano, der zuvor in der Saison noch nicht getroffen hatte, konnte dreimal jubeln. Der Dropkick zum Ausgleich und der Volley zum 4:1 waren Traumtore. Sonntag fliegt Italiano nach Sydney zu den WM-Tests von Australiens Nationalteam. Selbstvertrauen müsste er jetzt genug haben.
Wild könnte es auch Sonntag in der Meisterrunde zwischen Hartberg und der Austria werden. Unter anderem, weil Hartberg die Chance hat, das vierte Pflichtspiel hintereinander gegen Violett zu gewinnen. Letzte Saison auswärts das Cupsemifinale 1:0, in dieser Saison im August in Wien 3:1, wobei Kapitän Manfred Fischer Austrias Tor erst in der 93. Minute erzielte und zu Allerheiligen das „Heimspiel“ in der Südstadt 2:1. Zwei Tage nach Harbergs Sieg im August traf Austrias Sportvorstand Jürgen Werner zurück, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Was passiert diesmal, wenn Hartberg gewinnt? Beide Trainer, sowohl Manfred Schmid als auch Stephan Helm haben noch keinen Vertrag für die neue Saison. Von Schnid ist bekannt, dass ihm Siege gegen seinen Ex-Klub sehr, sehr viel bedeuten. Unvergesslich bleibt, wie er im Mai 2024 noch als Wolfsberg-Trainer einen 4:0-Auswärtssieg in der Qualifikationsgruppe in der Generali-Arena feierte: Es gab die Jubelwelle mit der Austria-Fantribüne. Austria-Präsident Kurt Gollowitzer gilt als „Fan“ von Schmid, der ihm vor fünf Jahren seinen Trainerjob bei Austria zu verdanken hatte. Passiert es noch einmal? Es ist schon irritierend, dass Austrias Sportvorstand Tomas Zorn Helm keine Vertragsverlängerung anbot. Das hätte eigentlich schon passieren müssen, bevor Zorn Ende Jänner den Job bekam. Helm muss Sonntag ohne den gelbgesperrten Abubakr Barry auskommen, was sicher eine Schwächung bedeutet. Hartberg zog vergangene Woche die Option auf Stürmer Elias Hvel und Mittelfeldspieler Benjamin Markus.
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