Fußball

Windtners Ruf nach Konsequenzen: Auch Foda sollte sich ändern

Jürgen Klinsmann ließ  Sonntag Abend die Gelegenheit nicht aus, aus dem RTL-Studio in der Cruyff-Arena von Amsterdam rund um Deutschlands 3:2 gegen Holland, Österreichs Fußballbund eins auszuwischen. In Sachen Andi Herzog, den der ehemalige US-Teamchef schon sehr schätzte, bevor der jahrelang sein wichtigster Assistent war: „Er hat jetzt Österreich bewiesen, dass er eigentlich der richtigere Teamchef ist!“, kommentierte Klinsmann Herzogs 4:2 mit Israel gegen Österreich. Der sage nach dem Schlusspfiff im Ofer-Stadion von Haifa ins Ohr (Bild oben), dass man eigentlich einen Scheiß-Job hat.

Eine Teamchefdiskussion in der Alpenrepublik konnte Klinsmann damit nicht auslösen. Die schloss ÖFB-Präsident Leo Windtner der in Haifa Herzog persönlich gratulierte aber nicht dem ehemaligen ÖFB-Sportirektor Willi Ruttensteiner, aus, Doch er forderte in einer Situation, in der man seinen Worten nach mit dem Rücken zur Betonwand stehe, von Foda und Sportchef Peter Schöttel eine nüchterne Analyse, ein starkes Krisenmanagement. Kritisierte das Defensivverhalten des Teams bei der peinlichen Blamage als das einer Schülermannschaft. Und bei der Gelegenheit gab Windtner im Versuch, sich als starker Präsident zu zeigen, noch Fodas Vorgänger Marcel Koller und David Alaba, dem man nun wirklich keine Schuld am 2:4 von Haifa geben konnte, eine mit: „Wir alle wissen doch, wie Alaba bei Koller aufs Feld gegangen ist, wie er dann die Rolle gespielt hat.“ Damit deutete Windtner an, dass einige Spieler seit Jahren machen, was sie wollen.  Warum hat dann der Präsident so lange geschwiegen, versucht erst jetzt, auf den Tisch zu hauen?

Foda beschwor die Medien, jetzt nicht in Populismus zu verfallen. Das sagte er auch Montag Abend im Grazer ORF-Studio, in das er musste, um von Armin Wolf für die „ZiB2“ interviewt zu werden. Auf Wolfs zum Teil provokante Sager antwortete er bestimmt: „Ich glaube, ich weiß, was ich tue.“ Foda hat bis Ende Mai, also mehr als zwei Monate Zeit, in aller Ruhe alles nochmals zu analysieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für die Juni-Spiele gegen Slowenien und Nord-Mazedonien bleibt ja viel mehr Zeit für die Vorbereitung als auf Polen und Israel. Ein kleiner Tipp an den Teamchef: Auch er sollte sich hinterfragen und ändern. Auch um für ein bessere Arbeitsklima in seinem Betreuerstab zu sorgen. Da gibt es noch genug Luft nach oben.

Wir auch die TV-Bilder aus Haifa zeigten. Auf Israels Betreuerbank fieberten alle mit, auf der österreichischen sah man eher teilnahmslose Mienen. Foda kommuniziert zwar ständig mit seinen Assistenten Thomas Kristl und Imre Szabics, aber dieses „Privileg“ genießen die anderen kaum. Und die fühlen sich daher zurückgesetzt, wenn der Chef mit ihnen kaum redet, sondern meist über seine Assistenten ihnen ausrichten lässt, was er wünscht. Offiziell werden das kein Sportwissenschaftler, Therapeut und so weiter bestätigen, aber das ist Fakt., Un war mit ein Grund, dass Klaus Lindenberger als Tormanntrainer Sonntag auf Israels Betreuerbank sass und nicht wie bis letzten Sommer auf der von Österreich. Das kann man leicht ändern, wenn es im Juni um das Kapitel Neubeginn geht.

Foto: SkySport Austria Media (© GEPA).

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