Mit einem ähnlichen Protest musste sich die Bundesliga bisher noch nicht beschäftigen. Der WSG Tirol sorgte aus Ärger über das 1:2 bei TSV Hartberg für diese „Premiere“, erhob Einspruch gegen die Beglaubigung des Hartberger Sieges. Weil Hartbergs Joker Lukas Fridrikas gar nicht am Feld hätten sein dürfen, als Schiedsrichter Stefan Ebner nach einem Rempler gegen ihn einen umstrittenen Elfmeter verhängte. Tirols Sportchef Stefan Köck stellte fest, dass sich der Protest nicht gegen Hartberg richtet, sondern ausschließlich gegen eine Regelwidrigkeit und die daraus folgenden Konsequenzen. Nämlich das Siegestor von Hartberg. Es dreht sich um Hartbergs Dreifachtausch nach 65 Minuten: Der vierte Offizielle, Safak Barmakisz, ließ Fridrikas zuächst nicht auf das Feld, weil seine Ausrüstung nicht korrekt war. Eingewechselt wurden nur . Das Spiel ging weiter. Bis bei Fridrikas alles „korrekt“ war, er noch ein zusätzliches Tape bekam, gab es keine Unterbrechung. Dennoch ließ ihn Barmakisz auf den Rasen, auch Ebner griff nicht ein. Regelkonform hätte das Spiel unterbrochen sein müssen, um Fridrikas einzuwechseln. So ist es international üblich. Bis zur Elfmeterentscheidung lief das Match ohne Unbrechung weiter, Daher hätten nur zehn Hartberger am Feld sein, Fridrikas gar nicht im Einsatz sein dürfen, als er den Elfmeter herausholte. Die Tiroler dokumentierten mit einem Videoausschnitt diesen Ablauf, der sie einen Punkt kostete, Hartberg zwei brachte. Dass sich die Tiroler das nicht gefallen lassen, ist durchaus legitim.
Der Strafsenat wird sich mit der Frage beschäftigen müssen, ob durch den Regelverstoß eventuell sogar der Kampf um einen Platz unter den ersten sechs und in der Abstiegszone verfälscht wird. Bei einem Unentschieden wäre Hartberg nicht Vierter, sondern Sechster, würde Tirol vor Altach auf Platz neun liegen. Seltsam, dass im aktuellen VAR-Report die Elfmeterentscheidung für Hartberg als korrekt bezeichnet wurde. Nach dieser Version wäre jeder „Kontakt“ im Strafraum elfmeterreif, würde es eine „Elfmeterflut“ geben. Tirols Trainer Philipp Semlic, der diese strittige Szene von der Tribüne sah (Bild), weil ihn Ebner zur Pause wegen Kritik die rote Karte zeige, wurde vom Strafsenat für ein Spiel gesperrt und muss 500 Euro Strafe zahlen. Damit darf er im nächsten Spiel gegen den LASK nicht in die Coaching Zone.
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