Fußball

Zu viel Aggressivität, zu wenig Fußball bei Rapid

150 Minuten nach der Austria schaffte mit Rapid Sonntag auch der zweite Wiener Bundesligaklub keinen Sieg: Nur 1:1 (1:0) im Hütteldorfer Allianz.Stadion vor 21.200 Zuschauern gegen Wolfsberg, damit gelang nicht der angepeilte Sprung auf Platz drei. In einem Match, in dem Aggressivität und nicht Fußball Trumpf war. Insgesamt elf gelbe Karte, darunter eine gegen Wolfsbergs Trainer Gerhard Struber und eine rote gegen seinen Assistenten Mohamed Sahli nach Rapdis Führungstor durch Taxiarchis Fountas. Bereits zur Pause ereiferte sich Waltraud Riegler, die Gattin des Wolfsberger Präsidenten, bei einem Foulverhältnis von 12:2 für Rapid heftig über die grün-weiße Gangart: „Ist das Rugby, was Rapid heute spielt?“ Dabei sollte doch diese Philosophie, dem Gegner den Schneid abzukaufen, gerade bei Wolfsberg, dem Ex-Klub von Rapid-Trainer Didi Kühbauer, bekannt sein. Struber behauptet nachher, bei vielen Attacken sei Gefahr in Verzug. vielleicht sogar Vorsatz dabei gewesen. Kühbauers Konter: „Mit dem Wort sollte man vorsichtig sein. Die Aussage lasse ich nicht so stehen. Fußball ist Zweikampf, da kann es schon zu der einen oder anderen Situation kommen.“ Nicht kommen dürfte es aber dazu, dass sich die Rapid-Stimme Andy Marek während des Spiels gegen den Gästetrainer im Ton vergreift, wie es „Sky“ nachher aufdeckte. Die Debatten nachher, die hektische Atmosphäre, in der aus dem VIP-Sektor ein Bierbecher gegen Struber flog, (der Werfer wurde ausgeforscht und „abgeführt“)  erinnerte an den Cupschlager zwischen Grün-Weiß und Red Bull Salzburg vor dreieinhalb Wochen.

Der steirische Referee Alexander Harkam hatte nicht seinen besten Tag, ließ dieses hitzige Spiel zu. Bei einer Attacke von Taxiachis Fountas an Nemanja Rnic hätte sich der Grieche nicht über die gelbe Karte und damit Gelb-Rot  beschweren dürfen. So gelang ihm noch sein achtes Saisontor nach einem Stangenschuss von Christoph Knasmüllner. Rapid hat allerdings auch einen triftigen Grund, auf Harkam nicht gut zu sprechen zu sein. Die Attacke nach 53 Minuten von Wolfsbergs Verteidiger Lukas Schmitz im Strafraum gegen Filip Stojkovic war ein klarer Elfmeter, der die 2:0-Führung hätte bedeuten können. Aber prinzipiell würde Rapid etwas mehr Fußball, ein Dreh-und Angelpunkt im Mittelfeld, der Kapitän Stefan Schwab auf Grund zu vieler Ballverluste nicht war, und etwas weniger Aggressivität gut tun. Denn im Endeffekt bestrafte sich Grün-Weiß damit selbst: Aliou Badji, mit dem Wolfsberg nicht zurechtkam, musste wegen der Gefahr von Gelb-Rot ausgetauscht werden. Mateo Barac (Bild oben) fiel nichts dümmeres ein, als nahe der Toroutlinie den vor ihm am Boden liegenden Romano Schmid dreimal zu treten, womit er Harkam keine andere Wahl ließ, als Freistoß für die Kärntner zu geben. Hätte Barac auf die unnötigen Tritte verzichtet, wäre gar nichts gefährliches  passiert. So fiel nach der sinnlosen Attacke durch Mario Leitgeb der Ausgleich, weil Rapids Keeper Richard Strebinger in seinem 150. Pflichtspiel den Freistoß von Standardspezialist Michael Linedl verpasste. Zuvor war Wolfsberg nur bei einem Schuss von Anderson Niangbo gefährlich. Rapids Aggression-Heimbilanz ist inklusive Cup zu wenig für die grün-weißen Ansprüche: Nur zwei Siege in sieben Spielen. Dazu zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

 

 

Foto: Rapid/Wien Energie.

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