Fußball

Zu wenig TV-Gelder: Die Bundesliga versucht die Flucht nach vorne

Die feine englische Art war es sicher nicht, dass die Bundesliga Dienstagabend ihrem Medienpartner „Sky Austria“ via Austria Presse Agentur ausrichtete, dass sein Angebot für die TV-Rechte von 2026 bis 2030 viel zu niedrig sei,  nicht die positive Entwicklung der Liga widerspiegelt, wie es Ligavorstand Christian Ebenbauer ausdrückte. Es bewahrheite sich, dass „Sky“ zehn Millionen weniger als bisher zahlen will, nur noch rund um die 30 Millionen Euro statt bisher 42. Das Angebot von Canal+ soll sogar etwas darüber gelegen sein, aber den Klubs auch Zu wenig TV-Gnicht hoch genug.  Vielleicht überschätzen sie und auch der Ligavorstand nach dem spannendsten Titelkampf der letzten Jahre doch etwas die Attraktivität. Letzten Samstag sahen das entscheidende „Finale“ zwischen Meister Sturm Graz und dem Wolfsberger AC auf ORF 1, also im Free TV, nur 290.000 Zuschauer. Erhofft wurden rund doppelt so viele.

Speziell für die kleineren Klubs aus der Qualifikationsgruppe, aber auch für einige aus den ersten sechs wäre der Rückgang der TV-Gelder fatal. Daher trat Ebenbauer mit der Liga die Flucht ach vorne an, brachte wieder das Projekt der Eigenproduktion ins Gespräch. Von dem erstmals rund um die Liga-Reform die Rede war. Die Konferenz der zwölf Bundesligaklubs stimmte dem Plan, mit einer eigenen Plattform die Spiele zu produzieren und den Fans anzubieren. Ein Modell, das in Hollands Eredivisie bereits seit 2008 praktiziert wird. Vorerst ist alles nur graue Theorie, muss das, was am Papier steht, mit Leben erfüllt wurden, wie es Ebenbauer nannte.  Ein Paket bietet alle Live-Spiele an, ein anders vier Live-Spiele für das Free-TV plus die Highlightsendung. An dem ist der ORF stark interessiert.

In Wahrheit braucht die Bundesliga einen oder mehrere Investoren, um die Gründung eines eigenen Medienunternehmens finanzieren zu können. Ob sich die in wirtschaftlich schweren Zeiten bis Jahresende finden lassen?  Im Jänner 2026 will Ebenbauer den Fans mitteilen, wo und wie sie ab der Saison 2026/27 die Spiele der Bundesliga im TV sehen können. Ein ehrgeiziger Plan. Derzeit wird gepokert. Sicher erhofft man durch den Beschluss der Klubkonferenz, das Projekt Eigenproduktion anzugehen, ein Nachbessern von Sky und Canal+. Beim ORF ist Sparen angesagt. Andererseits steht Sky unter Druck: Die Rechte an der deutschen Bundesliga und der englischen Premier League in allen Ehren, aber in Österreich nicht die eigene Liga anzubieten, geht gar nicht, mindert die Attraktivität.

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