Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska -Tag 66

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Herbert Prohaska wird 70 und fühlt sich auch genauso. Das gibt er zu. Aber das ändert nichts daran, dass er weiterhin nur ganz schwer verlieren kann. Eine Ausnahme machte er für seinen Enkel, den er stets gewinnen ließ, wenn sie im Keller mit dem Softball spielten. Darauf bezweifelte der kleine Oskar, ob der Opa früher wirklich so ein guter Fußballer war. Bei der traditionellen Tennisrunde am Montag am WAC-Platz im Wiener Prater bekommen Prohaskas Partner im Doppel aber schon strafende Blicke von ihm, wenn sich eine Niederlage abzeichnet oder etwas nicht nach Wunsch klappte. Das hat sich nicht geändert. Zu der Tennisrunde gehört unter anderem sein Freund Gustl Starek, der ehemalige ORF-Sportchef Hans Huber oder der frühere Operndirektor Ioan Holender.

Bis zu seinem 70. Geburtstag spielte der mittlerweile 90 jährige Holender sowohl Einzel als auch Doppel. Mit seinem Tennis konnte Holender, der behauptet, früher Tennislehrer gewesen zu sein, Prohaska nicht überzeugen, als Freund fand er ihn großartig, weil man alles von ihm haben konnte. Als Elisabeth und Herbert Prohaska einmal zu einer Opernaufführung nach New York flogen, besorgte ihm Holender Karten für die Metropolitan Opera. Die ließ er aber nicht wie erwartet in der „Met“ hinterlegen, sondern gleich nach Wien schicken. Bestätigen kann Prohaska den Ruf der Sparsamkeit, den Holender begleitet. Vom geselligen Zusammensein nach der Tennisrunde, das im Winter beim Heurigen Zimmermann stattfand. Es wurde fein gegessen und getrunken, nur Holender hielt sich zurück. Bestellte nur eine rohe rote Zwiebel, die er genüsslich zum Glas Wein verspeiste. Das kostete ihn gar nichts, weil ihn einer aus der Tennisrunde auf die rohe Zwiebel einlud. Prohaska war es nicht.

Er hat noch eine andere persönliche Opern-Geschichte. Die mit Italiens Startenor Luciano Pavarotti. Aus der Zeit, in der Prohaskas ältere Tochter Barbara in jungen Jahren Ballett tanzte und bei einigen Aufführungen der Oper Statistin war. Etwa als junge Klosterschwester in „Tosca“. Pavarotti sang die Titelpartie. Prohaska fragte vorsichtig beim Management über ein Erinnerungsfoto mit Pavarotti, Barbara und ihm an, bekam eine positive Antwort. In der Pause ging Pavarotti am Weg zur Garderobe an Barbara und Herbert Prohaska vorbei, als wären sie nicht da. Als seine Managerin ihm mitteilte, der ehemalige Inter Mailand-Spieler würde draußen warten, ging die Tür auf, rief Pavarotti „Campeone“ und fiel ihm um den Hals. Beim zweiten Treffen schenkte Prohaska Pavarotti ein Leiberl der Austria. Bis heute glaubt Prohaska, dass Pavarotti nie wusste, mit wem er es zu tun hatte, nur aus purer Höflichkeit  mitmachte.

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