Fußball

Zweiter Anlauf von Silberberger mit Admira: Holt die Vienna Elsneg?

Freitag ist auch in der zweiten Liga die Winterpause vorbei. Zwölf knackige Finalspiele im Kampf um den Aufsteg stehen bevor. Ein Niederösterreich-Duell zwischen Winterkönig St. Pölten, der einen Punkt vor der Admira liegt mit Vorarlberger Beteiligung. Austria Lustenau ist mit Admira gleichauf, hat mit Markus Mader den Trainer, der schon einmal den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Das gilt auch für Thomas Silberberger. Allerdings nicht mit Admira, sondern mit WSG Tirol. In der Südstadt ist es sein zweiter Anlauf, der erste scheiterte an Ried. Über den Winter gab es keine Veränderung: „Wir haben volles Vertrauen in die Mannschaft“, versicherte Sportchef Ralf Muhr. Und auch in Silberberger. Sonst hätte man für ihn eine sechsstellige Ablöse verlangt, als Blau Weiß Linz den Sky-Experten engagieren wollte. St. Pölten verlor die Rapid-Leihgabe Furkan Dursun an den Schweizer Tabellenführer Thun, engagierte als Ersatz den verletzungsanfälligen Routinier Marco Djuricin, der bei der Vienna nach der verpatzten Herbstsaison nicht mehr erwünscht war. Freitag gastiert St. Pölten auf der Hohen Warte. Es wäre typisch Djuricin, sollte er seinem Ex-Klub zeigen, dass er noch immer weiß, wo das Tor steht.

Dem Punktestand nach haben auch der Dritte Amstetten und in Wien der Floridsdorfer AC als Fünfter noch Chancen, den Aufstieg zu schaffen. Allerdings gibt es bei beiden Klubs so gut wie keine Bundesliga-Ambitionen. Dabei wäre der FAC sogar Erster, müsste Austria Klagenfurt nach dem am 6. Februar eingeleiteten Konkursverfahren den Spielbetrieb einstellen. Dann würden alle Klagenfurt-Spiele annulliert, was dem FAC hilft, da die Siege von St. Pölten, Admira, Amstetten und Lustenau gegen die Kärntner, der den FAC besiegte,  nicht mehr zählen. Bei Klagenfurt soll es sich um 1,5 Millionen Schulden bei Finanzamt und Krankenkassa handeln, gegen das Konkursverfahren wurde beim Landesgericht Klagenfurt Einspruch eingelegt. Finanzhilfe soll wieder vom umstrittenen Mäzen Helmut Kaltenegger kommen, wenn er Präsident wird. Kaltenegger griff bereits im Finish der letzten Saison mit einer Finanzspritze ein, setzte den von ihm geforderten Trainerwechsel von Peter Pacult zu Carsten Jancker durch. Mit ihm stieg Klagenfurt in die zweite Liga ab. Jetzt ist auch der Masseverwalter am Wort, muss feststellen, ob die Fortsetzung des Spielbetriebs möglich ist, ohne die Schuldenlast weiter zu steigern.

Einiges tat sich auch bei der Vienna, die sich rasch von den Aufstiegsplänen verabschieden musste, jetzt als Zehnter 15 Punkt hinter St.Pölten liegt. Bereits im Herbst kam es zum Trainerwechsel, wurde Andreas Ivanschitz als Sportchef beurlaubt. Nachfolger gibt es noch keinen. Die Klubführung mit Präsident Kurt Svoboda und Vize Roland Schmidt ging in Klausur, führte einige Hearings durch, entschied aber nichts. Nicht ganz nachvollziehar, den umstrittenen Trainer Hans Kleer, der in elf Runden nur drei Siege feierte, den Kader verändern zu lassen.  Dieter Elsneg, der vor zwei Saisonen den GAK in die Bundesliga führte und im Herbst nach Verbalttacken der Fans resignierte, soll erster Anwärter auf den Job als Vienna-Sportchef sein. Ein Indiz dafür ist, dass einer der vier Neuverpflichtungen im Winter, Innenverteidiger Mario Gantschnig, ein ehemaliger Spieler von Elsneg ist.

Kleer ist überzeugt, dass die Zusammenstellung des Kaders nach der Verjüngung besser ist, spürt neue Energie,  Vienna soll für ehrlichen und intensiven Fußball stehen. Der 56 jährige muss optimistisch sein, mit der Vienna nächste Saison in die Bundesliga zu kommen. Sonst hätte er sich nicht für den neuen Trainerkurs zur UEFA-Pro-Lizenz angemeldet. Die braucht man, um einen Bundesligaklub trainieren zu dürfen.

 

Foto: ÖFBL/Alexander Künzel.

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