Eishockey

17 Jahre nach Reinhard Divis der erste Stanley Cup für St.Louis

52 Jahre nach dem Einstieg in die National Hockey League können die St.Louis Blues erstmals über den Stanley Cup-Triumph jubeln. So lange musste keine andere Mannschaft bisher darauf warten. Der gelang mit einem 4:1 (2:0, 0:0, 2:1) im entscheidenden siebenten Spiel bei den Boston Bruins. 17 Jahre, nach dem bei den Blues Reinhard Divis als erster Österreicher in der NHL zum Einsatz gekommen war. Am 7.April 2002 gegen Colorado. Zwischen 2002 und 2006 bestritt Österreichs Jahrhundertgoalie 28 Partien für St.Louis, musste dazwischen auch in die Farmteams nach Worcester und Peoria. Der inzwischen 43jährige sah sich in der Nacht auf Donnerstag daheim in Feldkirch das entscheidende Match im TV an: „Im ersten Drittel hat´s gar nicht nach dem großen Triumph ausgesehen. Nur vier Schüsse auf das Tor von Boston.“ Aber zwei konnte Bostons finnischer Goalie Tuuka Rask nicht abwehren.

Letzte Saison kam St.Louis gar nicht ins Play-off, im Sommer holte General Manager Doug Armstrong sechs neue Stürmer. Darunter von den Buffalo Sabres Center Ryan O´Reilly, der im Play-off für acht Tore und 15 Assists sorgte, zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Der 28jährige ist der erste seit dm legendären Wayne Gretzky, der in vier Finalspielen hintereinander traf. Dabei sah es zu Saisonbeginn für St.Louis gar nicht gut aus. Trotz personellen Aufrüstens nur 17 Punkte aus den ersten 19 Spielen, im November entließ Armstrong Head Coach Mike Yeo, ersetzte ihn durch Craig Berube, den Ex-Trainer von Michael Raffl bei den Philadelphia Flyers, der dort 2015 gehen musste. Noch am 3.Jänner lag St.Louis an letzter Stelle. Da glaubte Divis nicht, dass seien ehemalige Mannschaft ins Playoff kommt, war verblüfft, als ihm seine 19jährige Tochter Nicole, die mit Eishockey nichts am Hut hat,prophezeite: „Wirst sehen, die gewinnen den Stanley Cup.“ Sie behielt recht. Und der Herr Papa freut sich sehr. Noch nie in der NHL-Geschichte gewann ein Team, das am 3. Jänner Letzter war, fünf Monate später den Stanley Cup.

Von den letzten 49 Spielen im Grunddurchgang gewannen die Blues 30. Unglaublich. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass fünf St.Louis-Spieler am Abend vor dem Auswärtsspiel in Philadelphia in einer Sportsbar ständig „Gloria“, den Uralthit von Laura Branigan aus dem Jahr 1982, hörten. Er ging ihnen so ins Ohr, dass Verteidiger Robert Bortuzzo, der Schwede Alexander Steen und Torjäger Jade Schwartz beschlossen: „Das ist jetzt unser neues Lied. Das spielen wir immer“. Erstmals am Abend danach, am 7.Jänner, beim 3:0-Auswärtssieg über die Flyers. Bei dem Berube erstmals Jordan Binnington im Tor beginnen ließ. Der hielt damals alle 25 Schüsse, steigerte sich in Folge sensationell, machte den Durchmarsch  bis ins Finale  möglich, in dem die Blues  die Winnipeg Jets, Dallas und San Jose ausschalteten. Das Save-Percentage von Binnington lag in den 31 Partien des Grunddurchgangs bei 92,7 Prozent, bei den 26 im Play-off bei 91,4. Im siebenten Duell gegen Boston wehrte der 25jährige Rookie nicht weniger als 32 Schüsse ab: „Er spielt mit meiner Rückennummer“, stellte Divis erfreut über den neuen Helden Binnington fest. Mit 50.

Foto: Eliteprospect (© T.Savela).

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