Normal kommt der Teamkapitän mit dem Teamchef am Tag vor dem Spiel zum Medientermin. David Aaba stellte sich in Windischgarsten schon zwei Tage früher. Weil zu viele hören wollten, was er zu seiner Fitness sagt, wie er seine Situation bei Real Madrid sieht. Wenig überraschend, dass er mit seiner Erfahrung seiner 33 Jahre die vielen Transfergerüchte um ihn, die spanische Medien erfanden, die in anderen Ländern verbreitet wurden, nicht ernst nahm, sich nicht irritieren ließ. Weil ihm nicht in den Sinn kommt, Real Madrid zu verlassen. Seit die Vorbereitung nach der Klub-WM begann, versäumte er kein einziges Training, machte das volle Programm mit. Mit Trainer Xabi Alonso, mit dem er drei Jahre lang bei Bayern erfolgreich zusammen gespielt hatte, gab es unlängst ein längeres Gespräch, dass Alaba als durchaus positiv empfand. Er kann sich mit seinen Länderspielen 108 und 109 durchaus für Real empfehlen
Die werden seine Pflichtspiele dieser Saison. In den bisherigen drei Runden der La Liga saß er jeweils auf der Bank, kam nie zum Zug. Dennoch fühlt er sich bereits für zweimal 90 Minuten. Sowohl Samstag in Linz gegen Zypern als auch drei Tage später in Zenica gegen Tabellenführer Bosnien: „Ob das Sinn macht, weiß ich nicht!“ Teamchef Ralf Rangnick hat sicher noch im Hinterkopf, wie stark sich Alaba im Frühjahr in der Nations League beim 1:1 gegen Serbien in Wien präsentierte, ehe ihn wieder das Verletzungspech einholte, ein Meniskusriss die dritte Operation seit Dezember 2023 nötig machte. Im Sommer kam Zerrung in der Wade dazu – aber alles ist verkraftet. Fakt ist, dass Alaba in Bosnien wichtiger sein wird als daheim gegen Zypern. Daher wäre durchaus denkbar, dass er Samstag quasi zum Einspielen bis zur Pause zum Einsatz kommt, in Bosnien dann für 90 Minuten geplant ist.
Man hörte aus Alaba heraus, dass nach 38 gewonnenen Titeln mit Bayern und Real Madrid seine erste WM-Teilnahme das vielleicht letzte große Ziel seiner Erfolgskarriere sein könnte. Und er ist guter Dinge, dass dies gelingen wird. Weil er der Meinung ist, dass Österreich derzeit das beste Nationalteam aller Zeiten hat. Donnerstagabend wird in Windischgarsten ein Pflichttermin für alle Teamspieler sein, den Start von Deutschland in die WM-Qualifikation gegen die Slowakei in Bratislava im TV zu sehen.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.